Ausblick auf die Woche: Gold steht vor einem neuen Test, da US-Arbeitsmarktdaten die Wetten auf die Fed neu ausrichten

by VT Markets
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Sep 1, 2026

Überblick

  • Die Märkte starten in den September mit Blick auf den US-Arbeitsmarkt und die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed).
  • Ein schwacher Arbeitsmarktbericht für Juli weckt Zweifel an der Stärke der US-Wirtschaft. Zugleich haben jüngste Fed-Aussagen die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik (höhere Zinsen) wieder erhöht.
  • Nvidias Zahlen stützen die von Künstlicher Intelligenz (KI) getriebene Aktienrally. Allerdings könnten steigende Anleiherenditen (Renditen von Staatsanleihen) Technologiewerte belasten.
  • Zu den wichtigsten Terminen zählen US-Arbeitsmarktdaten, ISM-Umfragen, sowie Zinsentscheidungen der neuseeländischen Notenbank (RBNZ) und der kanadischen Notenbank (BoC).

Märkte starten in den September – die Fed wieder im Fokus

Zum Monatsbeginn schwanken die Märkte zwischen einem schwächer werdenden US-Arbeitsmarkt und neuen Inflationssorgen (steigende Preise).

Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Stellen. Zudem wurden frühere Daten zu den neu geschaffenen Stellen (Payrolls: Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft) insgesamt um 103.000 nach unten korrigiert. Obwohl die Arbeitslosenquote bei 4,1% blieb, nährt das Fragen zur Konjunktur und zum künftigen Zinskurs. Entscheidend ist, wie solche Arbeitsmarktdaten die Entscheidungen zur Geldpolitik beeinflussen.

Gleichzeitig halten höhere Energiepreise und Aussagen von Fed-Vertretern die Inflationsdebatte am Leben. Anleger schauen nun auf neue Daten, ob die Fed bei ihrer Septembersitzung womöglich doch noch einmal die Zinsen anheben könnte. Damit rückt der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag in den Mittelpunkt.

US-Arbeitsmarktdaten könnten die Richtung vorgeben

Der Arbeitsmarktbericht für August am Freitag ist der wichtigste Test vor der Fed-Sitzung im September. Der unerwartete Rückgang der Beschäftigung um 23.000 im Juli war deutlich schwächer als erwartet. Die starken Abwärtskorrekturen der Vormonate verstärken den Eindruck, dass die Dynamik am Arbeitsmarkt nachlässt.

Für August sind die Erwartungen verhalten: Je nach Umfrage reichen die Schätzungen von etwa 25.000 bis 58.000 neuen Stellen. Die Arbeitslosenquote dürfte um 4,1% liegen. Fällt der Bericht stärker aus, könnte das Erwartungen an höhere US-Zinsen stützen – mit Rückenwind für den US-Dollar und steigenden Renditen von US-Staatsanleihen (Treasuries). Der DXY (US-Dollar-Index: misst den Dollar gegen wichtige Währungen) könnte davon profitieren. Ein schwacher Bericht dürfte dagegen den Dollar und die Renditen belasten – vor allem, wenn die Sorge vor einer stärkeren Abkühlung zunimmt.

Schon zuvor kommen weitere wichtige Signale: JOLTS (Umfrage zu offenen Stellen), ADP (private Schätzung der Beschäftigungsentwicklung) und die ISM-Umfragen (Einkaufsmanagerumfragen zur Stimmung in Industrie und Dienstleistung). Sie können die Erwartungen vor dem Freitag verschieben. Damit bleibt die ganze Woche für zinssensible Anlagen (stark abhängig vom Zinsniveau) relevant.

Gold mit Gegenwind und Rückenwind zugleich

Gold startet in den September zwischen zwei Kräften. Ein schwächerer Arbeitsmarkt kann die Hoffnung auf lockerere Geldpolitik (niedrigere Zinsen) und fallende Renditen stärken – das stützt Gold. Steigt der Inflationsdruck, könnte die Fed vorsichtig bleiben. Höhere Renditen und ein festerer US-Dollar setzen Gold meist unter Druck.

Steigende Ölpreise machen die Lage schwieriger. Höhere Energiekosten können Inflationserwartungen nach oben treiben und es Notenbanken erschweren, die Zinsen zu senken – selbst wenn das Wachstum nachlässt.

Aus technischer Sicht (Chartanalyse: Auswertung von Kursverläufen) nennt der jüngste VT-Markets-Bericht wichtige Marken. Gold fiel vom beobachteten Bereich um 4.670, bei 4.490 liegt eine mögliche Unterstützung (Kursniveau, an dem Verkäufe oft nachlassen). Ein Anstieg über 4.773,46 könnte den Blick wieder auf höhere Kurse lenken.

Entscheidend ist, ob die US-Daten die Zins- und Geldpolitik-Erwartungen spürbar verändern – und damit die Richtung für Gold.

KI stützt Aktienmärkte

US-Aktien profitieren weiter von starken Zahlen großer Technologiekonzerne und hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI: Software, die Aufgaben wie Lernen und Mustererkennung übernimmt). Nvidia meldete einen Quartalsumsatz von 96,2 Mrd. US-Dollar, 106% mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz im Rechenzentrums-Geschäft (Data Center: Server und Chips für große Datenverarbeitung, u. a. für KI) lag bei 89 Mrd. US-Dollar. Für das nächste Quartal erwartet das Unternehmen rund 108 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Die Zahlen dämpften die Sorge, dass große Tech-Konzerne ihre KI-Ausgaben zurückfahren könnten. Nvidia rechnet zudem bis ins Geschäftsjahr 2028 mit Engpässen bei der Lieferfähigkeit (Supply Constraints: nicht genug Produktion für die Nachfrage) – ein Hinweis auf anhaltend starken Bedarf an KI-Infrastruktur.

Das stützt den breiten Aktienmarkt. Dennoch können steigende Renditen von US-Staatsanleihen die Bewertung (Valuation: wie teuer eine Aktie im Verhältnis zu Gewinnen ist) von Technologiewerten drücken. Wenn starke Konjunkturdaten dazu führen, dass Märkte weniger Zinssenkungen einpreisen oder die Fed härter auftritt (hawkish: eher für höhere Zinsen), könnte der positive Effekt der KI-Zahlen durch straffere Finanzierungsbedingungen (tight financial conditions: Kredite und Kapital werden teurer) abgeschwächt werden.

Der S&P 500 (breiter US-Aktienindex) und der Nasdaq starten damit zwar mit Rückenwind aus der Berichtssaison, aber in einem anspruchsvolleren Zinsumfeld.

Notenbanken erhöhen die Schwankungen

Nicht nur die Fed steht im Blickpunkt. Die neuseeländische Notenbank Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) dürfte ihren Leitzins (Official Cash Rate: wichtigster kurzfristiger Zins) um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 2,75% anheben. Entscheidend sind Hinweise, ob weitere Schritte folgen.

Die Bank of Canada (BoC) dürfte ihren Leitzins (Policy Rate: wichtigster Zinssatz der Notenbank) bei 2,25% belassen. Laut einer Reuters-Umfrage erwarteten alle 35 befragten Ökonomen unveränderte Zinsen in der Septembersitzung.

Unterschiedliche Zinsaussichten können Neuseeland-Dollar (NZD) und Kanada-Dollar (CAD) stärker schwanken lassen – vor allem, wenn die Notenbanken Signale senden, die von den Markterwartungen abweichen. Mit vielen Daten und Zinsentscheiden könnte der September für Währungen, Anleihen, Aktien und Gold entscheidend werden.

Wichtige Symbole im Blick

USDX | NAS100 | SP500 | XAUUSD | BTCUSD

Kommende Termine

DatumWährungEreignisPrognoseZuvorEinschätzung der Analysten
1. SepUSDISM Einkaufsmanagerindex (Industrie)55,255,6Ein schwächerer Wert könnte den USD belasten, wenn die Erwartungen an die US-Industrie nachlassen.
2. SepAUDBIP q/q (Quartal zu Quartal)0,30%0,30%Ein schwächeres BIP könnte den AUD belasten, wenn die Wachstumserwartungen sinken.
2. SepNZDLeitzins (Official Cash Rate)2,75%2,50%Ein größerer Zinsschritt als erwartet könnte den NZD stützen, wenn eine straffere RBNZ-Politik eingepreist wird.
2. SepCADOvernight Rate (kanadischer Leitzins)2,25%2,25%Eine überraschende Zinssenkung könnte den CAD belasten, wenn weitere Lockerung erwartet wird.
4. SepCADArbeitslosenquote6,40%6,40%Eine höhere Quote könnte den CAD belasten, wenn die Sorge um den Arbeitsmarkt steigt.
4. SepUSDArbeitslosenquote4,10%4,10%Eine höhere Quote könnte den USD belasten, wenn mehr Zinssenkungen der Fed erwartet werden.

Alle wichtigen Konjunkturtermine finden Sie im Wirtschaftskalender von VT Markets.

Wichtige Bewegungen der Woche

USDX

  • Wenn der USDX weiter seitwärts läuft (Konsolidierung: Bewegung in einer Spanne), achten Sie auf positives Kursverhalten um 99,15.
  • Steigt der USDX, liegt ein Bereich um 99,80 im Fokus.

EURUSD

  • Steigt EURUSD weiter, achten Sie auf abwärts gerichtetes Kursverhalten um 1,1640.
  • Fällt EURUSD, liegt der Bereich um 1,1530 im Fokus.

GBPUSD

  • Achten Sie auf positives Kursverhalten um 99,15, falls der USDX weiter seitwärts läuft (Konsolidierung).
  • Steigt der USDX, liegt der Bereich um 99,80 im Fokus.

USDJPY

  • Steigt USDJPY weiter, achten Sie auf positives Kursverhalten um 160,20.
  • Bricht USDJPY über 160,871 aus (Ausbruch: Kurs verlässt eine wichtige Marke), beobachten Sie weiteres Aufwärtspotenzial.

XAUUSD (Gold)

  • Fällt Gold weiter, achten Sie auf positives Kursverhalten um 4355.
  • Bei weiteren Verlusten liegt 4270 im Fokus – als möglicher Start einer Gegenbewegung (Korrektur: kurzfristige Erholung gegen den Trend).

SP500

  • Fällt der SP500 weiter, liegt 7625 im Fokus für positives Kursverhalten.
  • Hält der Verkaufsdruck an, ist 7565 als nächster Bereich wichtig.

BTCUSD

  • Steigt Bitcoin, beobachten Sie das Kursverhalten nach 82.834,21, wenn das letzte Zwischenhoch (Swing High: vorheriges lokales Hoch) überschritten wird.
  • Fällt Bitcoin, liegen 75.170 und 72.120 als nächste Bereiche im Blick.

Fazit

Der September startet mit der Frage, ob die US-Wirtschaft so stark abkühlt, dass niedrigere Zinsen wahrscheinlicher werden – oder ob anhaltender Preisdruck und teure Energie die Fed vorsichtig halten. Der Arbeitsmarktbericht (Payrolls) ist der wichtigste Test der Woche. ISM-Umfragen, JOLTS sowie die Zinsentscheidungen von RBNZ und BoC können zusätzliche Bewegung in Währungen, Gold und Aktien bringen. Starke KI-Zahlen stützen US-Aktien, doch die nächste Richtung hängt stärker davon ab, wie der Markt den künftigen Zinsweg einpreist.

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