Rollover-Gebühren erklärt: So funktionieren Forex-Swap-Sätze und Rollover-Sätze

by VT Markets
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Aug 3, 2026

Schon einmal bemerkt, dass sich Ihr Kontostand über Nacht leicht verändert, obwohl Sie keinen Trade angefasst haben? Das ist kein Fehler. Es sind Rollover-Gebühren (auch Swap oder Übernachtfinanzierung) – oft übersehene Kosten im Devisenhandel (Forex). Je nach Richtung Ihrer Position schmälern sie die Rendite oder erhöhen sie still.

Dieser Leitfaden erklärt was Rollover-Gebühren sind, zeigt wie Forex-Rollover-Sätze und Swap-Sätze berechnet werden, und enthält Rechenbeispiele für Positionen, die über Nacht gehalten werden. Ein Währungspaar besteht aus zwei Währungen, z. B. EUR/USD.

Key Takeaways

  • Rollover-Gebühren (auch Swap-Gebühren oder Übernachtzins) sind tägliche Zinsanpassungen, wenn eine Devisenposition über Nacht über den täglichen Broker-Stichtag hinaus offen bleibt – meist gegen 17:00 Uhr ET (New York).
  • Forex-Rollover-Sätze basieren auf der Zinsdifferenz zwischen den zwei Währungen eines Paares, plus Broker-Aufschlag und dem genauen Stichtag. Zinsdifferenz heißt: Leitzins/Währungszins von Währung A minus Währungszins von Währung B.
  • Rollover wird bei vielen Brokern am Mittwoch verdreifacht, um das Wochenende in einem Schritt abzudecken. Das überrascht viele Swing-Trader.
  • Besonders wichtig ist Rollover für Swing-Trader, Positionstrader und Carry-Trades. Ein Carry-Trade ist eine Strategie, bei der man eine Währung mit niedrigen Zinsen verkauft und eine mit höheren Zinsen kauft, um die Zinsdifferenz zu vereinnahmen.
  • Swap-Sätze können positiv oder negativ sein: Kaufen Sie die Währung mit dem höheren Zins und verkaufen die mit dem niedrigeren, kann es eine Gutschrift geben – sonst eine Belastung.
  • Stand Mitte 2026 liegt der Leitzins der Bank of Japan bei etwa 1,00% – ein 31‑Jahres-Hoch. Dadurch sind klassische Yen-finanzierte Carry-Trades weniger attraktiv, aber nicht verschwunden.

Was sind Rollover-Gebühren im Forex-Handel?

Rollover-Gebühren (auch Rollover-Kosten) sind Zinsanpassungen, wenn eine Währungsposition über den täglichen Rollover-Zeitpunkt des Brokers hinaus gehalten wird. Bei Handel mit Hebel (der Broker stellt Kapital zur Verfügung, damit Sie größere Positionen bewegen können) wirken sie wie tägliche Zinsen für das Halten über Nacht – als Gutschrift oder Belastung im Konto.

Der Kern: Wer im Devisenhandel über Nacht hält, „leiht“ rechnerisch eine Währung und „verleiht“ die andere. Bei Long EUR/USD kaufen Sie Euro und verkaufen US-Dollar. Die Zinsdifferenz zwischen beiden Währungen wird täglich über den Forex-Swap ausgeglichen. Ein Swap ist hier der technische Ausdruck für diesen Zinsausgleich.

Begriffe wie „Rollover-Zins“, „Swap-Gebühr“, „Swap-Satz“, „Overnight-Finanzierung“ und „Tom-next“ meinen sehr Ähnliches. Tom-next steht für „tomorrow-next“ und bezeichnet einen sehr kurzfristigen Interbanken-Swap, der die Zinsbasis für die Übernachtfinanzierung liefert. „Swap“ ist der Fachbegriff, der im Bank- und Interbankenmarkt üblich ist. VT Markets erklärt das auch unter Overnight Interest in Trading.

Rollover Fees Explained How Forex Swap Rates & Rollover Rates Work

Wie Forex-Rollover- und Swap-Sätze funktionieren

Forex-Rollover-Sätze leiten sich aus kurzfristigen Geldmarkt-Zinsen ab, vor allem aus Tom-next-Interbanken-Sätzen. Broker beziehen diese über Liquiditätsanbieter (Banken/Handelspartner, die Kurse stellen) und rechnen sie in standardisierte Werte um, die pro Lot in der Plattform angezeigt werden. Ein Lot ist eine Standard-Handelsgröße, im Forex meist 100.000 Einheiten der Basiswährung.

Zu jedem Währungspaar sehen Sie meist zwei Swap-Sätze:

ArtGilt für
Swap LongKaufpositionen (Long)
Swap ShortVerkaufspositionen (Short). Short heißt: auf fallende Kurse setzen.

Diese Werte stehen in den Kontraktspezifikationen (z. B. MT4/MT5) und werden oft in Punkten („Points“) oder in Kontowährung pro Standard-Lot und Nacht angegeben. Der Rollover wird pro Handelstag zum Broker-Stichtag gebucht, häufig um 17:00 Uhr New York.

Bei Hauptwährungspaaren (Major Pairs) wie EUR/USD oder GBP/USD sind Swaps oft klein. Bei Neben- und exotischen Paaren oder nach starken Zinsentscheidungen von Zentralbanken (Notenbanken, die Leitzinsen setzen) können sie deutlich größer ausfallen.

Die Rollover-Formel einfach erklärt

Die Berechnung folgt meist einem ähnlichen Grundmodell, auch wenn Broker Details anpassen:

  • Täglicher Rollover ≈ (Zins Basiswährung − Zins Kurswährung) ÷ 365 × Positionswert (Notional) × Kassakurs ± Broker-Aufschlag

Die Basiswährung ist die erste Währung im Paar, die Kurswährung (Quote Currency) die zweite. Ausgangspunkt sind meist Notenbank- oder Interbanken-Zinsen, z. B. der US-Leitzins (Fed Funds) für USD oder der EZB-Einlagensatz (Deposit Facility Rate) für EUR.

Beispiel EUR/USD: EZB-Einlagensatz ca. 2,25%, US-Leitzins ca. 5,25%. Für eine Long-Position in EUR/USD ergibt sich eine Zinsdifferenz von rund −3,00% p. a. Bei einem Standard-Lot (100.000 EUR) und einem Kassakurs (Spot, aktueller Marktpreis) von 1,09 entspricht das grob −8,96 USD pro Tag vor Broker-Aufschlag. Eine Short-Position in EUR/USD kann eher eine Gutschrift liefern, abzüglich Broker-Kosten. Wichtig: Durch Aufschläge kann ein theoretisch „günstiger“ Swap in der Praxis trotzdem negativ sein – prüfen Sie daher die Werte in Ihrer Plattform.

Rechenbeispiel: Positiver Carry

1 Lot Long NZD/USD, in einer Phase mit 5,50% Leitzins in Neuseeland (RBNZ) und 5,25% in den USA: Zinsdifferenz +0,25%. Theoretischer täglicher Rollover: (0,25% ÷ 365) × 100.000 × 0,60 ≈ +0,41 USD pro Nacht, nach Broker-Aufschlag z. B. etwa +0,35 USD. Über 30 Nächte rund +12 USD. Das ist klein, kann sich aber bei mehreren Lots summieren.

Rechenbeispiel: Negativer Carry

1 Lot Short USD/JPY kann – je nach Zinsumfeld – einen negativen Rollover von etwa −3,80 USD pro Lot und Nacht haben. Über 30 Kalendertage sind das rund −114 USD. Diese Kosten können Gewinne aus Kursbewegungen spürbar reduzieren. Deshalb gehören Swap-Kosten in die Planung, sobald eine Position mehrere Tage gehalten wird.

Handelszeiten, Rollover-Zeitpunkt und Triple-Swap-Tage

Der Devisenhandel läuft praktisch rund um die Uhr von Sonntagabend bis Freitagabend. Der Rollover wird jedoch einmal pro Handelstag zum Stichtag gebucht, meist um 17:00 Uhr ET. Jede Position, die zu diesem Zeitpunkt offen ist, löst den Swap aus – unabhängig davon, ob sie kurz davor oder Stunden zuvor eröffnet wurde.

Warum der Swap am Mittwoch oft dreifach ist

Bei vielen Brokern wird der Rollover am Mittwoch verdreifacht, um das Wochenende über die Abwicklungsregel T+2 abzudecken. T+2 bedeutet: Abwicklung zwei Geschäftstage nach dem Handel. Ein Trade am Mittwoch wird am Freitag abgewickelt, ein Trade am Donnerstag am Montag. Deshalb deckt die Mittwoch-Buchung drei Wertstellungstage ab (Mittwoch, Samstag, Sonntag). Beispiel: +5,50 USD pro Lot täglich wird am Mittwoch zu +16,50 USD, −3,80 USD zu −11,40 USD. VT Markets ordnet das im Beitrag the true cost of a trade: spread, swap and commission in die Gesamtkosten ein.

Rollover, Carry-Trades und Swap gezielt nutzen

Ein Carry-Trade nutzt die Zinsdifferenz: Sie verkaufen (Short) eine Währung mit niedrigeren Zinsen und kaufen (Long) eine mit höheren Zinsen. Ziel ist, über positive Rollover-Sätze laufende Zinsgutschriften zu erhalten. Klassische Beispiele waren Long AUD/JPY oder NZD/JPY, wenn Australien/Neuseeland deutlich höhere Zinsen als Japan hatten.

Um günstige Swap-Sätze zu finden, vergleichen Trader „Swap Long“ und „Swap Short“ über verschiedene Währungspaare in der Plattform. Danach wird abgewogen, ob die erwartete Zinsgutschrift die Kosten und Risiken rechtfertigt. VT Markets beschreibt Methoden im Artikel popular forex trading methods.

Wichtige Risiken bei Carry-Trades

  • Kursvolatilität (starke Schwankungen) kann die Zinseinnahmen schnell übertreffen.
  • Zentralbanken können Zinsen überraschend senken oder erhöhen. Das kann den Carry-Effekt rasch drehen.
  • Hebel verstärkt Verluste, selbst wenn der Swap positiv bleibt.
  • Sinnvoll sind oft: technische Analyse (Handel nach Kursmustern), moderater Hebel und Streuung über mehrere Paare statt Konzentration auf einen Trade.

Wichtige Hinweise zu Rollover-Sätzen

Rollover ist kein fester Tarif. Er schwankt mit globalen Zinsen, Liquidität, Broker-Regeln und Ereignissen. Wichtige Punkte:

  • Notenbank-Entscheidungen können die Zinsdifferenz schnell verändern.
  • Geringe Liquidität (wenig Handel, z. B. Feiertage) kann Tom-next-Preise verzerren und den Rollover stärker schwanken lassen.
  • Broker-Aufschläge können Swaps spürbar schlechter machen als die Modellrechnung.
  • Da sich Werte je Broker und Handelsphase unterscheiden, lohnt ein regelmäßiger Blick in die Swap-Tabelle. Auch wichtige Notenbanktermine können Swaps bewegen.

Praktische Tipps: Rollover-Kosten steuern

Wer Swaps im Blick hat, verbessert die Netto-Rendite, ohne die Handelslogik zu ändern:

  • Daytrader: Positionen vor dem täglichen Stichtag schließen, wenn die Strategie keinen Carry braucht.
  • Swing- und Positionstrader: bei längeren Haltezeiten Paare mit neutralem oder positivem Swap bevorzugen, besonders rund um Zinsentscheidungen.
  • Broker vergleichen: Swap, Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs), Ausführung und Regulierung unterscheiden sich.
  • Werkzeuge nutzen: Swap-Rechner oder Backtests mit historischen Swap-Daten helfen zu trennen, was aus Kursbewegung und was aus Rollover stammt.

Marktdaten 2026 zu Swap-Sätzen und Forex-Rollover

Zinsdifferenzen bleiben 2026 relevant. Die Bank of Japan hält den Leitzins nahe 1,00% – ein 31‑Jahres-Hoch. Das reduziert die Attraktivität klassischer Yen-Carry-Trades. Laut VT-Markets-Handelsdaten haben Carry-Positionen in Cross-Pairs (Währungspaare ohne USD, z. B. CAD/JPY) in ruhigen Marktphasen durchschnittliche Jahresrenditen im hohen einstelligen Prozentbereich geliefert – vor Kursgewinnen. Das zeigt: Rollover kann die Gesamtrendite über Wochen und Monate deutlich beeinflussen. Details zum Paar CAD/JPY im CAD/JPY trading guide.

Häufige Fragen zu Rollover-Gebühren

1. Was sind Rollover-Gebühren im Forex-Handel?

Rollover-Gebühren sind tägliche Zinsbelastungen oder Zinsgutschriften, wenn eine Devisenposition über Nacht den Broker-Stichtag überschreitet (meist 17:00 Uhr ET). Sie spiegeln die Zinsdifferenz zwischen den zwei Währungen im Paar wider.

2. Wie werden Forex-Rollover-Sätze berechnet?

Forex-Rollover-Sätze ergeben sich aus der Zinsdifferenz zwischen Basiswährung und Kurswährung, geteilt durch 365, multipliziert mit dem Positionswert (Notional) und dem Wechselkurs, plus Broker-Aufschlag.

3. Warum werden Rollover-Sätze am Mittwoch verdreifacht?

Wegen T+2 (Abwicklung zwei Geschäftstage nach Handel): Ein Trade am Mittwoch wird am Freitag abgerechnet, ein Trade am Donnerstag am Montag. Daher deckt der Mittwoch-Rollover drei Wertstellungstage ab und ist meist dreifach.

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