WTI legt bei schwächerem Dollar leicht zu, da schwache US-Arbeitsmarktdaten, Iran-Spannungen und OPEC+ im Fokus stehen

by VT Markets
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Jul 3, 2026

WTI notierte am Freitag bei rund 68,65 US-Dollar und lag damit im Tagesverlauf 0,30% im Plus, da ein schwächerer US-Dollar auf enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten folgte. Die US-Nonfarm-Payrolls wiesen für Juni einen Stellenaufbau von 57.000 aus – erwartet wurden 110.000. Dieser Fehlbetrag dämpfte die Annahmen über weitere Zinsschritte der US-Notenbank und stützte damit mechanisch in US-Dollar bepreiste Rohstoffe wie Rohöl.

Der Fokus blieb auf dem Nahen Osten, da indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran fortgesetzt wurden, nachdem die Gespräche in Doha keinen belastbaren Durchbruch gebracht hatten. Der gemeinsame militärische Führungskommando des Iran warnte zudem vor einer „entschlossenen und schnellen Reaktion“ auf jede US-Einmischung in der Straße von Hormus. Die Commerzbank erklärte, der jüngste Rückgang der Ölpreise sei eher durch Erwartungen eines künftigen Angebotsüberschusses getrieben als durch Hinweise auf einen bereits überversorgten Markt. Als mögliche Impulse nannte sie anstehende Prognosen der Energy Information Administration (EIA) sowie künftige Produktionsentscheidungen von OPEC+.

Rückenwind durch Konjunktur- und Nachfragedaten

Wir sehen die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten als einen bedeutenden Rückenwind für Rohöl in den kommenden Wochen. Der schwächere US-Dollar macht Öl für Käufer außerhalb der USA günstiger; dieser mechanische Effekt dürfte den Preisen einen soliden Boden geben. Da die Federal Reserve nun weniger wahrscheinlich weiter strafft, könnte diese Dollarschwäche anhalten.

Die jüngsten Lagerdaten der Energy Information Administration (EIA) vom vergangenen Mittwoch stützen diese Sicht: Sie zeigten überraschend einen Rückgang der Bestände um 4,5 Millionen Barrel. Das widerspricht dem Marktnarrativ eines sich anbahnenden Angebotsüberschusses, der die Preise zuletzt belastet hatte. Das deutet darauf hin, dass die aktuelle Nachfrage deutlich robuster ist, als es der Markt eingepreist hat.

Auch die globalen Nachfragesignale scheinen sich zu stabilisieren: Der jüngste globale Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im Juni auf 50,8. Das spricht für eine leichte Expansionsphase der Industrieaktivität und mindert die Sorge vor einer scharfen Konjunkturabkühlung, die den Ölverbrauch belasten würde. Wir halten die Befürchtungen einer künftigen Angebotsschwemme im Verhältnis zu den vorliegenden Daten für überzogen.

OPEC+, Geopolitik und Marktpositionierung

Mit Blick auf das nächste OPEC+-Treffen in der zweiten Juliwoche erwarten wir, dass das Kartell nach dem jüngsten Rückgang ein Interesse daran hat, die Preise zu stützen. Das aktuelle Preisniveau um 68 US-Dollar liegt deutlich unter den fiskalischen Break-even-Niveaus vieler wichtiger Produzenten, darunter Saudi-Arabien. Wir rechnen damit, dass die Tonalität des Treffens auf die Verhinderung weiterer Preisrückgänge abzielt; eine überraschende Produktionskürzung bleibt eine klare Möglichkeit.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten – insbesondere rund um den Iran und die Straße von Hormus – sind aus unserer Sicht nicht vollständig im Markt eingepreist. Dieses geopolitische Risiko ist eine bedeutende potenzielle Volatilitätsquelle und spricht für eine Positionierung auf steigende Preise. Wir haben den Eindruck, dass die Derivatemärkte die Wahrscheinlichkeit einer Angebotsunterbrechung unterschätzen, die einen schnellen Preissprung auslösen könnte.

Historisch haben WTI-Notierungen im oberen 60-US-Dollar-Bereich eine ausgeprägte Unterstützungszone dargestellt, insbesondere im Vergleich zur Spanne von 80 bis 100 US-Dollar der vergangenen Jahre. Das deutet darauf hin, dass der Markt überreagiert hat und sich eine Chance für Trader eröffnet. Wir positionieren uns für eine Gegenbewegung, indem wir über Optionen ein Aufwärtsexposure aufbauen und gleichzeitig das Risiko klar begrenzen.

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