WTI blieb unter Verkaufsdruck, da sich die CTA-Liquidationen ihrem Ende nähern – obwohl die Rohölexporte durch die Straße von Hormus in den vergangenen zwei Wochen bei 6–6,5 Mio. bpd stabil geblieben sind. Iranische Lieferungen machen mittlerweile fast die Hälfte dieser Hormus-Transite aus, während der schwimmende Rohölbestand im Persischen Golf des Nahen Ostens im gleichen Zeitraum schnell geschrumpft ist – um nahezu 30 Mio. Barrel. Bei noch rund 40 Mio. Barrel schwimmender Versorgung im Golf wird das aktuelle Fluss-Tempo als nur etwa eine weitere Woche tragfähig eingestuft; danach würden die Volumina stärker von iranischen Exporten und höherer Produktion abhängen, was ein geringeres Durchsatzniveau impliziert.
Gleichzeitig wird die physische Bilanz als zunehmend angespannt beschrieben, da die globalen Lagerbestände mit hoher Geschwindigkeit sinken. Da SPR-Flüsse und US-Exporte bis in den Juli hinein voraussichtlich nachlassen, dürften sich die Lagerabbauten außerhalb der USA beschleunigen. Auch die Produktmärkte sind fest: Die Crack-Spreads (Raffineriemargen) sollen angesichts anhaltend starker Nachfrage robust bleiben und damit hohe Raffinerieauslastungen stützen.
Fokus auf Flüsse durch die Straße von Hormus und technikgetriebene Verkäufe
Wir sehen, dass der Markt derzeit stark auf die hohen Ölströme aus der Straße von Hormus fokussiert ist, was die Preise nach oben begrenzt. Diese bärische Stimmung wird durch technisch getriebene Verkäufe von Fonds verstärkt, wir halten diesen Druck jedoch für nahezu ausgereizt. Das Muster erinnert an den Ausverkauf Ende 2025, der kurz vor einer deutlichen Preiserholung einsetzte, nachdem die technischen Verkäufe abgearbeitet waren.
Wir beobachten besonders die auf Tankern gelagerten Rohölmengen im Persischen Golf des Nahen Ostens, die in den letzten Wochen um fast 30 Mio. Barrel eingebrochen sind. Das deutet darauf hin, dass die derzeit hohe Exportrate nicht viel länger durchzuhalten ist – wahrscheinlich nur noch etwa eine Woche. Sobald diese schwimmenden Bestände weitgehend abgebaut sind, sollte sich das sichtbare Ölangebot für den Markt spürbar verknappen.
Preisausblick und Chancen bei der Positionierung
Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten sprechen klar für eine Aufwärtsbewegung, da die globalen Lagerbestände weiter fallen; der jüngste wöchentliche Bericht der US-Regierung wies einen Rückgang um 2,5 Mio. Barrel aus. Gleichzeitig bleiben die Raffineriemargen (Crack-Spreads) mit über 28 US-Dollar je Barrel angesichts der starken Sommernachfrage nach Kraftstoffen robust. Das schafft für Raffinerien einen starken Anreiz, weiterhin Rohöl zur Verarbeitung zu kaufen, was die Preise stützen sollte.
Daher werten wir die aktuelle Preisschwäche als Gelegenheit, sich für höhere Preise in den WTI-Kontrakten Juli und August zu positionieren. Dies könnte den Kauf von Call-Optionen umfassen, um von einer potenziellen Erholung zu profitieren und gleichzeitig das Risiko zu begrenzen. Entscheidend ist, zu handeln, bevor sich der Marktfokus von der temporären Angebotsflut hin zur stärkeren Geschichte sinkender globaler Lagerbestände verlagert.
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