New York-Fed-Präsident John Williams sagte, die Geldpolitik sei für die aktuellen Bedingungen „gut aufgestellt“, warnte jedoch, dass die Inflation möglicherweise länger als erwartet braucht, um zum 2%-Ziel der US-Notenbank zurückzukehren. In dem am Donnerstag veröffentlichten Redetext verschob er seinen erwarteten Zeitpunkt für das Erreichen von 2% von 2027 auf 2028, bezeichnete die Wiederherstellung der Preisstabilität jedoch weiterhin als „zwingend erforderlich“. Williams erwartet, dass sich die Inflation in diesem Jahr auf etwa 3,5% abschwächt, wobei der Preisdruck danach nur allmählich nachlässt.
Er sagte, die US-Wirtschaft habe sich gegenüber den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten widerstandsfähig gezeigt, und argumentierte, dass eine baldige Beilegung der konfliktbedingten Störungen einen Teil des Inflationsdrucks verringern könnte. Williams rechnet mit einem Wachstum von rund 2,25% und sieht die Arbeitslosigkeit bis 2028 auf 4% sinken. Zudem sagte er, die Standing-Repo-Operationen blieben ein zentrales Instrument, um Druck auf die Zinsen nach oben zu begrenzen, und ergänzte, die Fed werde die Käufe zur Reservensteuerung bei Bedarf anpassen. Der FXS Speech Tracker lag bei 6/10 gegenüber einer Basislinie von 5,7/10, während der FXS Fed Sentiment Index unverändert bei 121,05 blieb.
Fed signalisiert länger anhaltend hohe Zinsen
Wir sehen, dass die Federal Reserve eine längere Phase hoher Zinsen signalisiert. Da das 2%-Inflationsziel nun auf 2028 verschoben wurde, ist die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinssenkungen deutlich gesunken. Diese restriktive Haltung unterstreicht, dass die Fed bereit ist, eine starke Konjunktur zu tolerieren, um die Inflation nachhaltig zu besiegen.
Gestützt wird dieser Ausblick durch die jüngsten Konjunkturdaten. Der CPI-Bericht für Mai 2026 wies eine hartnäckige Kerninflation von 3,6% aus, während der Arbeitsmarktbericht solide 215.000 neue Stellen zeigte. Diese Zahlen geben der Fed kaum Anlass, über eine Lockerung der Politik nachzudenken.
Marktimplikationen und Handelsstrategien
Für Optionshändler deutet dies auf eine Strategie hin, Volatilität auf Zinsfutures zu verkaufen, da der Kurs der Fed vorerst festgezurrt erscheint. Wir erwarten eine Phase seitwärts gerichteten Handels, allerdings sollten Händler angesichts möglicher Volatilitätsspitzen rund um wichtige Veröffentlichungen zu Inflation und Beschäftigung vorsichtig bleiben. Der hohe „Carry“ aufgrund der erhöhten kurzfristigen Zinsen macht kurzlaufende Optionen besonders teuer.
Entsprechend позиtionieren wir uns für anhaltende Stärke des US-Dollar gegenüber Währungen mit deutlich dovish ausgerichteten Notenbanken. Dieses Umfeld erinnert an die Jahre 2023–2024, in denen Wetten gegen einen starken Dollar wiederholt falsch lagen. Derivatepositionen, die von einer flachen oder inversen Zinskurve profitieren, erscheinen ebenfalls attraktiv.
Der Markt passt sich nun dieser Realität an, wobei Fed-Funds-Futures diese restriktiven Aussagen widerspiegeln. Das CME FedWatch Tool signalisiert mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von unter 20% für eine Zinssenkung vor Ende 2026. Wir gehen davon aus, dass diese Neubewertung weiter Druck auf Anlageklassen ausübt, die besonders sensitiv auf langfristige Zinsen reagieren.
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