USD/JPY setzte die dreitägige Erholung in der europäischen Sitzung am Donnerstag bis auf etwa 157,80 fort, da der Yen nach dem kräftigen Anstieg der Vorwoche aufgrund von Gewinnmitnahmen nachgab. Auslöser der Yen-Stärke war eine koordinierte Währungsintervention der USA und Japans, die auf die Eindämmung übermäßiger Volatilität und ungeordneter Bewegungen abzielte. Die Märkte warten auf weitere Hinweise, dass die interventionsgetriebene Yen-Stärke Bestand haben kann; der Fokus richtet sich dabei auf die innenpolitische Nachsteuerung. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, das Land werde „nicht zögern“, gemeinsam mit den USA zusätzliche Devisenmarktinterventionen durchzuführen. Die kurzfristige Richtung des US-Dollar dürfte derweil maßgeblich von den US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) für Juli abhängen, die am Freitag anstehen.
BNY Mellon erklärte, die koordinierte Aktion habe „Zeit gekauft“, die Auslandsbestände an Yen jedoch nicht substanziell erhöht. Die Positionierung sei weiterhin netto long, liege aber unter den Niveaus des ersten Halbjahres 2026 und dürfte sich ohne eine Straffung durch die Bank of Japan, fiskalische Konsolidierung und Strukturreformen kaum wieder deutlich aufbauen. Aus Sicht der Asset-Allokation wurden japanische Aktien als weitgehend passiv und unzureichend unterstützt beschrieben, während japanische Staatsanleihen die klarste marginale Nachfrage verzeichneten. Technisch notierte USD/JPY nahe 157,83 und damit unter dem 20-Tage-EMA bei 160,55; Widerstand liegt bei 160,55, Unterstützung am Zweimonatstief bei 155,23 und anschließend um 154,00, dem Tief vom 23. Februar.
Derivate-Handelsstrategien vor den Payrolls
Wir empfehlen Derivatehändlern, sich auf erhöhte Volatilität vorzubereiten, da USD/JPY vor der morgigen, wichtigen Veröffentlichung der US-Nonfarm-Payrolls um 157,80 pendelt. Da das Paar unter seinem 20-Tage-EMA von 160,55 handelt, bleibt das kurzfristige Momentum nach unten gerichtet. Wir raten zum Aufbau bärischer Optionsstrategien, etwa durch den Kauf von Put-Optionen mit Ziel in Richtung des Zweimonatstiefs nahe 155,00.
Risiken und taktische Ausrichtung
Unsere bärische Einschätzung wird stark durch Japans nachgewiesene Bereitschaft gestützt, die Schwelle von 160,00 zu verteidigen – historisch untermauert durch massive Interventionen, wie etwa die 9,8 Billionen Yen (62 Mrd. US-Dollar), die bei früheren Stützungsaktionen eingesetzt wurden. Da Tokio jüngst seine Bereitschaft zu gemeinsamen Interventionen mit den USA bekräftigt hat, bietet jeder Anstieg in Richtung 160,00 ein besonders attraktives Chance-Risiko-Verhältnis für Short-Positionen. Trader können Short-Call-Spreads nutzen, um Prämien zu vereinnahmen und das Risiko knapp oberhalb des Widerstands bei 160,55 zu begrenzen.
Für das unmittelbare Payrolls-Risiko morgen bevorzugen wir den Kauf kurzfristiger Straddles, um von einem starken Ausbruch in beide Richtungen zu profitieren. Historische Beispiele zeigen, dass deutliche Überraschungen am US-Arbeitsmarkt in Kombination mit aktiven Drohkulissen von Zentralbanken binnen Stunden problemlos Bewegungen von 200 bis 300 Pips auslösen können. Bleiben die Payrolls-Daten hinter den Erwartungen zurück, erwarten wir einen schnellen Rückgang in Richtung der Schlüsselunterstützungen bei 155,23 und möglicherweise 154,00.
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