USD/CAD konnte nicht an eine moderate Erholung von einem nahezu zweiwöchigen Tief anknüpfen und gab nach einem Anstieg in der Asien-Session Richtung 1,4200 zum zweiten Mal in Folge nach. Das Paar pendelte nahe dem nächtlichen Tief um die mittleren 1,1400er und steuerte damit auf den ersten Wochenverlust seit fünf Wochen zu. Belastend wirkte, dass der US-Dollar in der Nähe eines Zweiwochentiefs verharrte, nachdem schwächere US-Arbeitsmarktdaten die Märkte dazu veranlassten, die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve zurückzunehmen.
Die Nonfarm Payrolls für Juni wiesen einen Stellenaufbau von 57.000 gegenüber einer Prognose von 110.000 aus; zudem wurde der Mai-Wert von 172.000 auf 129.000 nach unten revidiert, während die Arbeitslosenquote leicht auf 4,2% sank. Da sich Rohöl von seinem niedrigsten Stand seit Ende Februar erholte, nachdem Iran vor einer „entschlossenen und schnellen Reaktion“ auf jegliche US-Einmischung in der Straße von Hormus gewarnt hatte, erhielt der Kanadische Dollar Unterstützung. Kanadas Währung reagiert zudem auf die Rahmenbedingungen der Bank of Canada, die eine Inflation von 1–3% anpeilt, sowie auf Ölpreise, Wachstumsdaten und die Handelsbilanz; eine geringere Liquidität wegen des US-Feiertags bremste die Anschlussdynamik.
US-Arbeitsmarktdaten und Erwartungen an die Federal Reserve
Wir gehen davon aus, dass sich der Rückgang im USD/CAD in den kommenden Wochen fortsetzen dürfte. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht mit einem enttäuschenden Stellenaufbau von nur 57.000 im Juni hat die Markterwartungen fundamental verändert. Die schwachen Daten bestätigen eine Abkühlung des Arbeitsmarkts und veranlassen uns, den weiteren Kurs der Federal Reserve für den Rest des Jahres neu zu bewerten.
In der Folge hat sich die Zinsbepreisung am Markt deutlich verschoben: Fed-Funds-Futures signalisieren inzwischen eine nahezu Null-Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen im Jahr 2026. Daten des FedWatch Tools der CME Group deuten nun auf eine Wahrscheinlichkeit von über 60% für mindestens eine Zinssenkung bis zum Jahresende hin – eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Situation vor nur einem Monat. Für Derivatehändler spricht dies dafür, Put-Optionen auf USD/CAD zu kaufen, um sich für weiteres Abwärtspotenzial zu positionieren.
Unterstützung für den Kanadischen Dollar und Handelsstrategien
Auf der anderen Seite des Währungspaars erhält der Kanadische Dollar kräftigen Rückenwind durch steigende Energiepreise. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist wieder über 80 US-Dollar je Barrel gestiegen, gestützt durch erneute geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus. Historisch war ein nachhaltig über diesem Niveau liegender Ölpreis stark mit einem festeren „Loonie“ korreliert und stellt damit einen deutlichen Gegenwind für den USD/CAD-Wechselkurs dar.
Wir räumen ein, dass die Bank of Canada ihren eigenen Lockerungszyklus bereits begonnen hat und den Leitzins im vergangenen Monat um 25 Basispunkte auf 4,75% gesenkt hat. Der Markt scheint jedoch derzeit den dovishen Schwenk der US-Notenbank stärker zu gewichten. Die Divergenz bei den Konjunkturüberraschungen – mit stärker als erwartet nachlassenden US-Daten – ist aktuell der dominierende Treiber für die Richtung des Paares.
Angesichts dieser gegenläufigen Kräfte erwarten wir, dass eine erhöhte Volatilität ein zentrales Marktmerkmal sein wird. Händler könnten den Einsatz von Optionsstrategien wie Straddles erwägen, wenn sie mit einer starken Bewegung rechnen, sich beim Timing jedoch unsicher sind – auch wenn unser Basisszenario weiter bearish bleibt. Wir werden Kanadas anstehenden Inflationsbericht genau beobachten, um Hinweise zu erhalten, die den Kurs der Bank of Canada verändern und dem Paar neue Impulse geben könnten.
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