CBS News berichtete unter Berufung auf mehrere Quellen, dass die USA und Israel möglicherweise eine groß angelegte Kampagne gegen Iran starten könnten; als potenzielle Zielkategorie wurde dabei Irans Energieinfrastruktur genannt. Als Zeitraum wurde „über das Wochenende“ im Vorfeld der asiatischen Markteröffnung in der kommenden Woche angegeben. Dem Bericht zufolge hätten US-Quellen erklärt, Israel sei informiert worden und koordiniere mit den USA; zugleich hieß es, der US-Präsident habe noch keine endgültigen Befehle für etwaige Angriffe erteilt.
Der gleiche Bericht zitierte einen israelischen Offiziellen mit der Aussage, Israel wisse nichts von einer Entscheidung zur Wiederaufnahme umfassender Militäroperationen und sei nicht gebeten worden, sich an Militäraktionen gegen Iran zu beteiligen. CBS News schrieb zudem, der Plan für Militärschläge sei am Freitag bei Präsident Trumps Kabinettssitzung in Camp David erörtert worden, und einige stärker politisch fokussierte Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten den Plan abgelehnt. Zwei Quellen sagten, bei der betreffenden Energieinfrastruktur handele es sich vor allem um Kraftwerke und Raffinerien als Hauptziele.
Volatilität an den Energiemärkten und Handelsstrategien
Wir müssen uns auf einen unmittelbaren und beispiellosen Anstieg der Volatilität am Energiemarkt einstellen, da die Drohung eines gemeinsamen militärischen Vorgehens gegen Irans Energieinfrastruktur dieses Wochenende überschattet. Historisch lösen selbst kleinere Störungen im Nahen Osten Schockwellen an den Energiemärkten aus – ähnlich wie die Abqaiq-Angriffe 2019 in Saudi-Arabien, die Brent-Rohöl an einem einzigen Tag um fast 20% nach oben trieben. Angesichts der Tatsache, dass Iran mehr als 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag fördert, könnte ein erfolgreicher Schlag gegen Raffinerien sofort bis zu 3% des globalen Angebots gefährden.
Für die Positionierung zur anstehenden asiatischen Markteröffnung empfehlen wir den Kauf von aus dem Geld liegenden (out-of-the-money) Call-Optionen auf Brent und WTI mit kurzen Laufzeiten. Die implizite Volatilität im Energiesektor notiert derzeit auf vergleichsweise moderaten Niveaus, was diese Optionen zu einer günstigen Absicherung gegen einen massiven Angebotsschock macht. Sollten es über das Wochenende zu Angriffen kommen, erwarten wir, dass sich der CBOE Crude Oil Volatility Index (OVX) verdoppelt – dadurch könnten Händler sowohl von der Bewegung des Basiswerts als auch von der schnellen Ausweitung der Optionsprämien profitieren.
Absicherung von Aktienportfolios und Beobachtung der Crack Spreads
Zudem sollten wir unsere breiteren Aktienportfolios gegen einen abrupten Marktrückgang absichern, indem wir Call-Optionen auf den CBOE Volatility Index (VIX) kaufen. Eine geopolitische Eskalation dieser Größenordnung löst historisch eine unmittelbare Flucht in sichere Häfen aus, belastet globale Aktienmärkte und stützt zugleich Anlagen wie Gold und den US-Dollar. Die Umsetzung von Long-Straddles auf energiegewichtete börsengehandelte Fonds (ETFs) wie den Energy Select Sector SPDR Fund (XLE) ermöglicht es uns außerdem, unabhängig von der anfänglichen Marktverwirrung starke Kursschwankungen auszunutzen.
In den kommenden Wochen müssen wir Crack Spreads eng verfolgen, die den Preisabstand zwischen Rohöl und raffinierten Produkten wie Benzin und Diesel messen. Da die ins Visier genommene Infrastruktur ausdrücklich Raffinerien und Kraftwerke umfasst, könnte sich das Angebot an raffinierten Produkten deutlich schneller verknappen als das Rohöl-Feedstock. Eine Long-Position in Optionen auf Benzin-Futures bei gleichzeitiger Short-Position in Optionen auf Rohöl als Feedstock ist ein äußerst effektiver Spread-Trade, den wir einsetzen können, um diesen spezifischen Angebotsengpass auszunutzen.
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