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USA und Iran setzen Angriffe aus: Gespräche über die Straße von Hormus werden wieder aufgenommen – Öl stabil, während KI-getriebene Inflationsrisiken zunehmen

by VT Markets
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Jun 29, 2026

Die USA und der Iran haben sich darauf geeinigt, ihre gegenseitigen Angriffe vor den in dieser Woche wieder aufgenommenen Gesprächen über die Straße von Hormus und verwandte Themen auszusetzen, nachdem mehrere Tage von Vergeltungsschlägen einen Zwischenfrieden belastet hatten. Die technischen Gespräche über das in diesem Monat erzielte Memorandum of Understanding werden fortgesetzt, und beide Seiten treten vorerst einen Schritt zurück, sodass die Schifffahrt wieder freier verkehren kann. Die jüngste Konfrontation begann mit einem iranischen Angriff auf ein Containerschiff, gefolgt von einer US-Vergeltungsaktion und weiteren gegenseitigen Eskalationsschritten, darunter Angriffe auf Schiffe.

Die Märkte reagierten vorsichtig, als die Spannungen nachließen: Brent legte um 0,903 % auf 72,64 zu und WTI stieg um 1,228 % auf 70,08, während omanisches Rohöl um 3,847 % auf 66,69 sprang; im Gegensatz dazu fiel Dubai-Rohöl um 0,575 % auf 79,214. Die Bank erklärte, dass sich normalisierende Energiemärkte dämpfend auf die Sensitivität der Inflation gegenüber Entwicklungen im Golf auswirkten, auch wenn der durch Öl getriebene Preisdruck nachgelassen habe. Zugleich verwies sie auf entstehende angebotsseitige Engpässe im Zusammenhang mit dem globalen Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz und nannte Südkoreas öffentlich-privates Programm über ₩1,350 Bn. (rund 1 Bio. US-Dollar) für seinen Halbleitersektor als Beleg für die Größenordnung der erforderlichen Investitionen. Zudem wurde das Sintra-Forum als Ort hervorgehoben, an dem Fed-Chef Kevin Warsh und andere Zentralbanker eine harte Linie gegen Inflation bekräftigen könnten.

Auswirkungen der Deeskalation auf Ölmärkte und Volatilität

Wir sehen die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran als eine vorübergehende Reduzierung der geopolitischen Risikoprämie, die in den Rohölpreisen eingepreist ist. Da täglich rund 21 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus transportiert werden — das entspricht etwa 20 % des globalen Verbrauchs — senkt diese Deeskalation die unmittelbare Gefahr eines größeren Angebotsschocks deutlich. Das deutet darauf hin, dass in den kommenden Wochen eine Strategie, aus dem Geld liegende Call-Optionen auf Brent und WTI zu verkaufen, wirksam sein könnte, da die Angst vor einem plötzlichen Preissprung nachlässt.

Diese Lage steht in scharfem Kontrast zu historischen Ereignissen, etwa den Angriffen in der Region 2019, die Brent-Futures innerhalb eines einzigen Tages um nahezu 20 % nach oben trieben. Der aktuelle Waffenstillstand impliziert, dass die Volatilität am Ölmarkt zurückgehen dürfte, wodurch Short-Volatilitäts-Positionen am Optionsmarkt attraktiver werden. Wir werden genau beobachten, ob die Gespräche scheitern — dies wäre ein Signal, diese Positionen zügig abzubauen.

Strukturelle Inflationsrisiken und Zinsausblick

Die Entspannung an der Energiefront wirkt jedoch eher wie eine Ablenkung von einem hartnäckigeren Inflationstreiber. Unser Fokus liegt auf neuen Angebotsengpässen, die aus dem KI-Investitionszyklus entstehen, wie jüngste Daten zeigen: Der Erzeugerpreisindex für fortgeschrittene Halbleiter ist im Jahresvergleich um über 15 % gestiegen. Das deutet darauf hin, dass sich eine neue, strukturelle Inflationsquelle aufbaut, die Notenbanken nicht ignorieren können.

Dieser zugrunde liegende Preisdruck bedeutet, dass jede Entlastung für Zentralbanken nur von kurzer Dauer sein dürfte, was unsere Einschätzung untermauert, dass die Zinsen länger hoch bleiben werden. Die Marktpreise, die derzeit eine nahezu 50%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der US-Notenbank bis Dezember implizieren, wirken zunehmend optimistisch. Wir sehen eine Chance in SOFR-Futures und -Optionen (Secured Overnight Financing Rate), die darauf setzen, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende unverändert lässt.

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