Die fünfjährige Inflationserwartung der US-Verbraucher ist im Juni gesunken und lag damit unter den Markterwartungen. Der Index der University of Michigan notierte bei 3,3% und damit unter der Prognose von 3,4%.
Die Veröffentlichung deutet auf etwas weichere längerfristige Preiserwartungen hin, als Analysten für den Monat veranschlagt hatten. Eine weitere Aufschlüsselung wurde in den zitierten Daten nicht angegeben.
Implikationen für die Geldpolitik der Federal Reserve und die Positionierung bei Zinsen
Die jüngste fünfjährige Inflationserwartung von 3,3% ist für uns eine bemerkenswerte Entwicklung. Sie signalisiert, dass die Sorgen der Verbraucher vor steigenden Preisen leicht nachlassen – ein wichtiges Signal, das die Federal Reserve genau beobachten dürfte. Angesichts der jüngsten Betonung der Fed, nach der Zinspause in diesem Monat datenabhängig zu agieren, könnte dieser weichere Wert die Erwartungen an eine weitere Straffung dämpfen.
Wir halten dies für unterstützend für eine Positionierung in Richtung niedrigerer Zinsen in den kommenden Wochen. Händler sollten erwägen, Derivate auf künftige Leitzinsen zu kaufen, etwa SOFR-Futures, da der Markt eine dovishere Fed einpreist. Daten aus dem CME FedWatch Tool zeigen bereits, dass der Markt eine Wahrscheinlichkeit von 65% für mindestens eine Zinssenkung bis Ende 2026 einpreist – und diese neuen Daten dürften diese Sichtweise eher untermauern.
Chancen in Aktien-, Volatilitäts- und Devisenmärkten
Für die Aktienmärkte ist das ein bullisches Signal, insbesondere für wachstumsorientierte Sektoren, die sensitiv auf längerfristige Zinsen reagieren. Wir sehen darin eine Gelegenheit, das Exposure über Call-Optionen auf den Nasdaq 100 zu erhöhen oder Put-Optionen auf den S&P 500 zu verkaufen. Da der Volatilitätsindex VIX derzeit mit rund 16 auf einem vergleichsweise ruhigen Niveau handelt, könnte der Rückgang der Inflationsunsicherheit zudem Strategien wie das Verkaufen von Volatilität attraktiver machen.
Ein weniger aggressiver Ausblick der Federal Reserve übt typischerweise Abwärtsdruck auf den US-Dollar aus. Entsprechend erwarten wir potenzielle Schwäche im Dollar-Index (DXY), der zuletzt Mühe hatte, Gewinne oberhalb der Marke von 104 zu halten. Denkbare Derivate-Strategien wären der Kauf von Calls auf EUR/USD oder Short-Positionen in DXY-Futures.
Die Situation erinnert an Ende 2023, als Anzeichen eines Hochpunkts bei den Inflationserwartungen eine deutliche Rally sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen begünstigten. Historisch ging ein Rückgang dieses spezifischen langfristigen Indikators häufig Phasen geringerer Marktvolatilität und Kursgewinnen bei Risikoanlagen voraus. Wir werten dies als Frühindikator, der die Marktstimmung für den Rest des Sommers prägen könnte.
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