US-Aktienindex-Futures legten am Montag in den europäischen Handelsstunden zu, nachdem sich die Risikoneigung angesichts von Berichten über nachlassende Spannungen zwischen Washington und Teheran verbessert hatte. Dow-Jones-Futures stiegen um 0,33% auf etwa 52.400 Punkte, während S&P-500-Futures um 0,65% auf rund 7.450 zulegten; Nasdaq-100-Futures übertrafen den Markt mit einem Plus von 0,90% auf knapp 29.630.
Auslöser waren Hinweise auf eine vorübergehende Pause der Kampfhandlungen im Vorfeld von Friedensgesprächen in Doha in dieser Woche – nach Vergeltungsschlägen, die am Donnerstag begonnen hatten, als ein iranisches Geschoss ein Frachtschiff traf. Delegationen sollen am Dienstag in Katar zusammenkommen, auch wenn beide Seiten einander vorwerfen, die Zwischen-Waffenruhe vom 17. Juni gebrochen zu haben. Im Fokus steht zudem die US-Notenbank: Laut CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember bei 79,5%. Für den Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) am Donnerstag wird für Juni ein Stellenaufbau von 114.000 sowie eine Arbeitslosenquote von 4,3% erwartet. In der Vorwoche gewann der Dow 0,6%, während der S&P 500 um 1,95% fiel und der Nasdaq Composite um 4,6% nachgab; Nvidia und Alphabet verloren mehr als 8%, Apple, Amazon und Meta büßten über 4% ein, und SpaceX sackte nach dem Börsendebüt am 12. Juni um 17% ab.
Kurzfristige Erholungsrally und Optionsstrategien
Mit dem Abklingen der geopolitischen Spannungen sehen wir eine Chance auf eine kurzfristige Erholungsrally, insbesondere im Technologiesektor, der in der vergangenen Woche stark abverkauft wurde. Wir erwägen kurzfristige Call-Optionen auf den Nasdaq 100, um von dieser Gegenbewegung zu profitieren. Die aktuelle Aufwärtsbewegung bei den Futures deutet darauf hin, dass die positive Stimmung in die US-Handelssitzung hineintragen könnte.
Der CBOE Volatility Index (VIX), oft als „Angstbarometer“ des Marktes bezeichnet, hat sich wohl von den jüngsten Hochs über 20 zurückgezogen, die während der Eskalation in der vergangenen Woche erreicht wurden. Ein VIX näher bei 17 verbilligt Optionen und bietet damit einen günstigen Einstiegspunkt für Händler, die sich absichern oder neue Positionen aufbauen wollen. Der Rückgang spiegelt die – zumindest vorerst – geringere Nervosität des Marktes mit Blick auf die Lage zwischen Washington und Teheran wider.
Anstehende Risiken und breiterer Marktausblick
Unser unmittelbarer Fokus liegt jedoch auf dem Nonfarm-Payrolls-Bericht am Donnerstag. Eine deutlich über den erwarteten 114.000 liegende Zahl könnte die Neigung der Fed zu Zinserhöhungen untermauern und diese Rally voraussichtlich deckeln. Historisch haben starke Arbeitsmarktdaten in einer Straffungsphase die Anleiherenditen steigen und Aktienmärkte fallen lassen – ein Risiko, das wir vor der Veröffentlichung im Blick behalten müssen.
Die Rotation in der vergangenen Woche fiel heftig aus: Der Nasdaq 100 entwickelte sich um mehr als fünf Prozentpunkte schwächer als der Dow Jones. Wir sehen die Tech-Erholung in dieser Woche als mögliche Gelegenheit zu prüfen, ob sich dieser Trend fortsetzt. Sollten sich im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten Schwächesignale zeigen, könnten wir den Kauf von Puts auf Tech-ETFs in Betracht ziehen.
Auf längere Sicht deutet die vom Markt eingepreiste nahezu 80%-Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf einen strukturellen Gegenwind für Aktien hin. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf die Fed-Politik reagiert, hält sich derzeit stabil bei rund 4,9% und spiegelt diese restriktiven Erwartungen wider. In diesem Umfeld erwägen wir den Verkauf aus dem Geld liegender Call-Spreads auf den S&P 500 für das dritte Quartal, um Prämieneinnahmen zu erzielen und gleichzeitig das Risiko klar zu begrenzen.
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