US-Präsident Donald Trump schrieb am Freitag auf Truth Social, dass der Iran die Waffenruhe gebrochen habe, nachdem Drohnen auf Schiffe in der Straße von Hormus abgefeuert worden seien; eine davon habe das Oberdeck eines großen Frachtschiffs getroffen. Als Quelle wurde Truth Social genannt; der Beitrag floss in die breitere Marktpositionierung rund um „Risk-on“- und „Risk-off“-Phasen ein – Begriffe, die einen schwankenden Risikoappetit über verschiedene Anlageklassen hinweg beschreiben.
Nach dem Post erholte sich WTI von einem Intraday-Tief bei 68,56 US-Dollar und kletterte wieder über 69,00 US-Dollar, lag auf Tagessicht jedoch weiterhin 3,54% im Minus. Gold stieg in Richtung eines Zweitageshochs bei 4.096 US-Dollar, blieb aber unter der Marke von 4.100 US-Dollar. In Risk-on-Phasen tendieren Aktien, die meisten Rohstoffe (mit Ausnahme von Gold), rohstoffnahe Währungen wie AUD, CAD und NZD sowie Krypto-Assets zur Stärke; in Risk-off-Phasen werden typischerweise Anleihen, Gold und Safe-Haven-Währungen einschließlich USD, JPY und CHF bevorzugt.
Strategiewechsel angesichts geopolitischer Unsicherheit
Angesichts der Nachrichten vom 26. Juni 2026 stellen wir unsere Strategie für die kommenden Wochen klar auf „Risk-off“. Der Drohnenangriff in der Straße von Hormus erhöht die geopolitische Unsicherheit deutlich – ein Umfeld, in dem Investoren typischerweise in den Sicherheitsmodus schalten. Jede Störung dieser kritischen Wasserstraße, durch die rund 21% der globalen flüssigen Erdölprodukte transportiert werden, wirkt sich unmittelbar auf die Preisbildung an den Märkten aus.
Wir sehen die unmittelbare Erholung bei WTI-Rohöl erst als Anfang und halten eine Positionierung auf steigende Energiepreise für sinnvoll. Historisch haben vergleichbare Spannungen in der Region – etwa die Tankerangriffe 2019 – kurzfristig Ölpreissprünge von über 4% an einem einzigen Handelstag ausgelöst. Wir prüfen Call-Optionen auf WTI- und Brent-Futures und erwarten als erstes Ziel einen Vorstoß in den mittleren 70-Dollar-Bereich.
Safe-Haven-Assets und defensives Positionieren
Das Ereignis spricht klar für Gold als primären „sicheren Hafen“. Der Anstieg in Richtung 4.096 US-Dollar zeigt, dass Marktteilnehmer bereits Absicherungen gegen Unsicherheit aufbauen; wir halten nun einen nachhaltigen Ausbruch über 4.100 US-Dollar für wahrscheinlich. Long-Positionen in Gold-Futures oder entsprechenden ETFs sind aus unserer Sicht geeignet, um von dieser Flucht in Sicherheit zu profitieren.
Wir rechnen mit einem Volatilitätsschub; der VIX ist bereits von etwa 14 auf über 18 gestiegen und signalisiert wachsende Nervosität. Derivatehändler sollten erwägen, Schutz gegen einen möglichen Aktienmarktrückgang zu kaufen. Put-Optionen auf große Indizes wie den S&P 500 können Portfolios gegen einen Abverkauf absichern, wenn Kapital aus Aktien in sicherere Anlagen umgeschichtet wird.
Am Devisenmarkt erwarten wir Stärke beim US-Dollar, beim japanischen Yen und beim Schweizer Franken. Der US-Dollar-Index (DXY) steigt bereits in Richtung der Marke von 106 und bestätigt diesen Trend. Wir sehen Chancen, rohstoffgetriebene Währungen wie den Australischen Dollar angesichts zunehmender globaler Wachstumssorgen gegenüber dem US-Dollar zu verkaufen (AUD/USD).
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