Die Tokioter CPI-Daten für Juni deuteten auf kaum Veränderung im japanischen Inflationsimpuls gegenüber Mai hin, obwohl die Gesamt- und Kernraten leicht höher ausfielen. Der Anstieg gegenüber dem Vormonat hing mit dem nachlassenden Effekt der Tokioter Befreiung von Wassergebühren zusammen und nicht mit einem breiter angelegten landesweiten Preisdruck. Nicht-frische Lebensmittel folgten weiterhin einem disinflationären Pfad, schienen jedoch nahe an einem Tiefpunkt zu liegen. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte dürften auslaufende negative Basiseffekte zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugen.
Die Lebensmittelpreise gaben zwar weiter nach, doch Umfrageindikatoren signalisierten zunehmenden Preisdruck bis in den Spätsommer hinein. Eine Teikoku-Databank-Umfrage vom Juni zeigte eine Aufwärtsverschiebung bei geplanten Anpassungen der Lebensmittelpreise. Energiekosten waren noch nicht vollständig an die Verbraucherpreise weitergegeben worden, was sich jedoch im weiteren Verlauf des Sommers ändern dürfte, sobald Produzenten höhere Inputkosten durchreichen. Die Dienstleistungsinflation wurde als weiterhin robust beschrieben, getragen von Lohnzuwächsen nach starken Lohnabschlüssen und widerstandsfähigem Dienstleistungskonsum.
Signale der zugrunde liegenden Inflation und Marktauswirkungen
Die jüngsten Tokioter CPI-Daten offenbaren eine trügerische Stabilität der japanischen Inflation. Während die Headline-Zahlen durch temporäre Faktoren verzerrt sind, sehen wir klare Signale, dass sich der zugrunde liegende Preisdruck in der zweiten Jahreshälfte aufbauen dürfte. Das deutet darauf hin, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Kursänderung der Bank of Japan (BoJ) vor Jahresende zu niedrig ansetzt.
Die Dienstleistungsinflation bleibt die entscheidende Komponente, gestützt durch solides Lohnwachstum. Da die endgültige Auswertung der Shunto-Frühjahrslohnrunde einen durchschnittlichen Anstieg von 4,1% ausweist – den höchsten seit über 30 Jahren –, erwarten wir, dass dies weiterhin in robusten Konsumausgaben und höheren Dienstleistungspreisen sichtbar wird. Diese fundamentale Stärke liefert nach vorn einen belastbaren Boden für die Inflation.
Strategische Positionierung für steigende Renditen, Yen-Stärke und Volatilität
Wir sehen einen wichtigen Katalysator bei den Lebensmittelpreisen, die ihren Tiefpunkt offenbar erreicht haben. Erzeugerpreisdaten für Mai zeigten, dass die Energiekosten als Vorleistungen um 8,5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind – ein Kostenanstieg, der im Spätsommer zwangsläufig an die Verbraucher weitergegeben wird. Das deckt sich mit Umfragedaten, wonach Produzenten in den kommenden Monaten erhebliche Preisanpassungen planen.
Folglich positionieren wir uns für höhere Renditen japanischer Staatsanleihen in den Quartalen drei und vier. Der Markt preist derzeit nur eine 40%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis Oktober ein, was wir für zu niedrig halten. Wir kaufen Payer in kurzfristigen Zins-Swaps und prüfen Short-Positionen in JGB-Futures mit Verfall im September und Dezember.
Eine restriktivere BoJ dürfte direkt in einen stärkeren Yen münden, der unterbewertet wirkt. Wir bauen Long-Positionen im Yen auf, indem wir aus dem Geld liegende USD/JPY-Put-Optionen kaufen. Das bietet eine kosteneffiziente Möglichkeit, von einer potenziell scharfen Aufwertung der Währung zu profitieren, wenn Zinserwartungen neu eingepreist werden.
Die Diskrepanz zwischen den derzeit ruhigen Daten und den sich aufbauenden Inflationskräften schafft ein ideales Umfeld für steigende Volatilität. Wir kaufen Nikkei-Volatilität über Futures und Optionen mit Verfall gegen Ende des dritten Quartals. Diese Strategie profitiert von der Unsicherheit am Markt, sobald Investoren beginnen, einen Normalisierungszyklus der Geldpolitik vorwegzunehmen.
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