Südkoreas Devisenreserven stiegen im Juni auf 427,36 Mrd. US-Dollar, nach 426,99 Mrd. US-Dollar im Vormonat. Das jüngste Niveau signalisiert einen moderaten Anstieg gegenüber dem Vormonat bei den externen Vermögenswerten, die von den Währungsbehörden des Landes gehalten werden.
Damit liegen die Reserven nur geringfügig höher zu Beginn der zweiten Jahreshälfte. Devisenreserven werden typischerweise in einem Mix aus Fremdwährungsanlagen und weiteren Reservekomponenten gehalten; Veränderungen können sowohl aus Bewertungseffekten als auch aus Markttransaktionen resultieren.
Won-Stabilität und Ausblick auf die Volatilität
Wir werten den leichten Anstieg der südkoreanischen Devisenreserven als Stabilitätssignal für den koreanischen Won. Dies deutet darauf hin, dass die Bank of Korea im vergangenen Monat nicht in großem Umfang US-Dollar verkaufen musste, um ihre Währung zu stützen. Das spricht dafür, dass der starke Abwärtsdruck auf den Won vorerst nachgelassen hat.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die implizite Volatilität im Währungspaar USD/KRW in den kommenden Wochen tendenziell sinken dürfte. Das Paar handelt seit Mitte Mai 2026 in einer vergleichsweise engen Spanne zwischen 1.340 und 1.375. Der Verkauf kurzfristiger Optionsstrategien wie Strangles könnte ein geeigneter Ansatz sein, um Prämien aus einer erwarteten Phase geringerer Wechselkursschwankungen zu vereinnahmen.
Gestützt wird dieser Ausblick durch breitere Konjunkturdaten, die auf einen nachlassenden US-Dollar hindeuten: Die US-Inflationsdaten für Juni 2026 fielen mit 2,5% moderat aus. Gleichzeitig verzeichnete Südkoreas Handelsbilanz den vierten monatlichen Überschuss in Folge, getragen von einer Erholung der Halbleiterexporte. Diese Faktoren liefern einen soliden fundamentalen Rückenwind für den Won.
Implikationen für Absicherung und Geldpolitik
Vor diesem Hintergrund passen wir unsere Absicherungsstrategien an. Kurzfristig scheint es weniger notwendig, Schutz gegen eine abrupt starke Abwertung des Won zu kaufen. Stattdessen sehen wir eine Chance, durch den Verkauf von aus dem Geld liegenden Call-Optionen auf USD/KRW laufende Erträge zu erzielen, da das Niveau um 1.375 als belastbare Obergrenze erscheint.
Die stabilen Devisenreserven verschaffen der Bank of Korea zudem mehr geldpolitischen Spielraum und reduzieren den Druck, die Zinsen ausschließlich zur Währungsverteidigung anzuheben. Nachdem die BOK ihren Leitzins seit dem vergangenen Jahr bei 3,50% gehalten hat, untermauert diese Entwicklung unsere Einschätzung, dass die Zinsen bis einschließlich des dritten Quartals unverändert bleiben. Entsprechend dürften die Zins-Swap-Märkte verankert bleiben.
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