Ein festerer Dollar und nachgebende Ölpreise haben die Märkte dazu veranlasst, die meisten erwarteten Zinserhöhungen in Polen und Tschechien auszupreisen – der Druck auf schwächere CEE-Währungen nimmt damit zu. Nach der negativen Überraschung im Mai richtet sich der Fokus am Dienstag auf Polens Inflationszahl für Juni. Die Prognosen deuten auf einen Rückgang von 3,1% auf 2,9% hin, vor allem getrieben durch niedrigere Kraftstoffpreise. Die Konsequenz: Die Leitzinsen der Polnischen Nationalbank dürften in diesem Jahr unverändert bleiben.
Die türkische Inflation für Juni wird am Freitag veröffentlicht. Die monatliche Teuerung dürfte sich auf 0,8% abschwächen, was die Jahresinflation auf 31,9% von zuvor 32,6% drücken würde. Unabhängig davon wurden die Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten am Wochenende als gemischt beschrieben, was zusammen mit dem stärkeren Dollar einen vorsichtigen Grundton untermauert. EUR/PLN dürfte 4,290 erneut testen, während 4,300 als kurzfristiger Widerstand gilt.
Auswirkungen eines stärkeren US-Dollars auf CEE-Währungen
Ein stärkerer US-Dollar erhöht den Druck auf regionale Währungen. Nachdem der Dollarindex (DXY) nach einem robusten US-Arbeitsmarktbericht zuletzt auf ein Dreimonatshoch von 106,50 gestiegen ist, haben die Märkte weitere Zinserhöhungen in Polen und Tschechien nahezu vollständig ausgepreist. Das schafft ein schwierigeres Umfeld für Währungen wie den Złoty.
Wir beobachten die polnischen Inflationsdaten für Juni in dieser Woche sehr genau. Der Konsens erwartet einen Rückgang auf 2,9%, primär getrieben durch niedrigere Kraftstoffkosten, da WTI-Rohöl auf knapp 75 US-Dollar je Barrel gefallen ist. Dieser Wert dürfte die Erwartung zementieren, dass die Polnische Nationalbank ihren Leitzins bis Jahresende stabil hält.
Damit rechnen wir mit erneuten Aufwärts-Tests der Marke 4,290 in EUR/PLN. Wir gehen davon aus, dass 4,300 als starke Obergrenze wirkt – gestützt durch einen deutlichen Aufbau des Open Interest bei Call-Optionen auf dieses Strike-Niveau mit Juli-Fälligkeiten. Das Aufwärtspotenzial erscheint vorerst begrenzt.
Marktstrategie und Ausblick für CEE-FX
Daher erwägen wir Strategien, die von dieser erwarteten Handelsspanne profitieren – etwa den Verkauf von EUR/PLN-Call-Spreads mit einem oberen Strike bei oder knapp über 4,300. Diese Konstellation erinnert an Ende 2024, als die Kombination aus Dollarstärke und fallenden Energiepreisen zu einer Phase begrenzter Złoty-Schwäche führte.
Ebenfalls im Kalender steht am Freitag die türkische Inflation, die sich unseren Erwartungen zufolge auf 31,9% abschwächen wird. Das könnte die Stimmung gegenüber Emerging Markets kurzfristig stützen, doch der maßgebliche Treiber für CEE-Devisen bleibt in den kommenden Wochen der stärkere US-Dollar.
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