Silber erholt sich, da der Dollar nachgibt, doch die Falkenhaltung der Fed hält XAG/USD unter Druck

by VT Markets
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Jun 30, 2026

Silber legte am Dienstag zu, nachdem der US-Dollar frühere Gewinne wieder abgab – trotz robuster US-Konjunkturdaten. XAG/USD notierte nahe 59,70 US-Dollar und damit fast 2,5% im Tagesplus. Am Arbeitsmarkt stiegen die JOLTS-Stellenangebote im Mai auf 7,594 Mio. nach revidierten 7,585 Mio. im April und lagen damit über den Erwartungen von 7,3 Mio. Separat zog der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board im Juni auf 91,2 nach 90,6 an.

Der Rücksetzer des Dollars drückte den DXY nach einem Tageshoch bei 101,43 auf etwa 101,10, dennoch blieb der Index auf Kurs für den zweiten Monatsanstieg in Folge. Vor diesem Hintergrund lag Silber in diesem Monat nahezu 20% im Minus: Die Fed-Erwartungen stützten den Greenback und wirkten als Gegenwind für das unverzinsliche Metall. Auf Vier-Stunden-Basis blieb der Kurs unter dem 100-Perioden-SMA bei 64,32 US-Dollar und dem 200-Perioden-SMA bei 69,68 US-Dollar; Widerstände liegen bei 60 US-Dollar sowie an einem Trendlinienbereich nahe 63 US-Dollar. Der RSI festigte sich in Richtung 54, während der ADX in Richtung 38 nachgab. Auf Tagesbasis lag der RSI um 35 und der ADX nahe 37; Widerstand wurde bei 60,00 US-Dollar gesehen, danach beim 200-Tage-SMA bei 69,73 US-Dollar, dem 50-Tage-SMA bei 72,28 US-Dollar und dem 100-Tage-SMA bei 75,55 US-Dollar. Unterstützung wurde im Bereich von 50,00 US-Dollar genannt.

Bärischer Ausblick für Silber angesichts anhaltender Fed-Falkenhaftigkeit

Angesichts des heutigen Datums, dem 30. Juni 2026, werten wir die aktuelle Erholung bei Silber als trügerische Gegenbewegung innerhalb eines ausgeprägten Abwärtstrends. Das Metall ist in diesem Monat um fast 20% eingebrochen, und die fundamentalen Ursachen dieser Schwäche sind weiterhin klar vorhanden. Eine falkenhafte US-Notenbank und ein robuster US-Dollar erzeugen erheblichen Gegenwind für unverzinsliche Anlagen wie Silber.

Die Konjunkturdaten stützen unsere Einschätzung, dass die Fed die Geldpolitik nicht so bald lockern wird. Der jüngste CPI-Bericht für Mai zeigte, dass die Kerninflation mit 3,8% hartnäckig hoch bleibt, und Fed-Vertreter bekräftigten in der vergangenen Woche ihre Bereitschaft, die Zinsen hoch zu halten, bis die Inflation eindeutig unter Kontrolle ist. Dieses Umfeld spricht weiterhin für den US-Dollar zulasten der Edelmetalle.

Handelsstrategien und technische Positionierung

Für die kommenden Wochen gehen wir davon aus, dass Anstiege in Richtung der Widerstandszone 60–63 US-Dollar Gelegenheiten sind, bärische Positionen aufzubauen. Die technischen Charts zeigen dort eine dichte Widerstandsballung, die ohne eine deutlichere Verschiebung der Fed-Politik kaum nachhaltig überwunden werden dürfte. Wir erwägen daher, aus dem Geld liegende Call-Spreads mit Laufzeiten Juli und August zu verkaufen, um von einer erwarteten Deckelung der Kurse zu profitieren.

Alternativ ist für Anleger, die direkter auf fallende Kurse setzen wollen, der Kauf von Put-Optionen eine praktikable Strategie. Da das nächste größere technische Unterstützungsniveau erst im Bereich von 50 US-Dollar liegt, ist weiterer Spielraum nach unten vorhanden. Wir schauen auf August-Puts mit Basispreisen um 55 US-Dollar, die von einer Fortsetzung des primären Abwärtstrends profitieren würden.

Historisch waren Phasen hoher Zinsen für Silber belastend – ähnlich wie der scharfe Rückgang nach dem Hoch von 2011. Der jüngste Commitment-of-Traders-Report untermauert diese Sicht: Große Spekulanten haben ihre Netto-Short-Positionen in Silber-Futures die vierte Woche in Folge ausgebaut. Diese institutionelle Positionierung spricht dafür, dass wir auf der richtigen Seite des Trades stehen.

Der deutliche Rückgang in diesem Monat hat zudem die implizite Volatilität nach oben getrieben und damit den Kauf von Optionen verteuert. Die erhöhte Volatilität macht den Verkauf von Prämien – etwa über Bear-Call-Spreads – aus unserer Sicht aktuell besonders attraktiv. So lässt sich selbst dann profitieren, wenn Silber lediglich seitwärts läuft oder leicht nachgibt, während das Risiko nach oben klar begrenzt ist.

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