Der malaysische Ringgit entwickelte sich besser als regionale Vergleichswährungen und legte gegenüber dem US-Dollar um 0,4% zu, nachdem die Bank Negara Malaysia (BNM) erneut eine FX-Stützungsmaßnahme nach Vorbild 2024 eingeführt hat. Ziel ist es, staatlich verbundene Unternehmen dazu zu bewegen, Auslandsgewinne zu repatriieren und in Landeswährung umzutauschen. USD/MYR kam von rund 4,15 zurück, was darauf hindeutet, dass die Maßnahme bereits erste Wirkung entfalten könnte – auch wenn der übergeordnete Dollarton weiter unterstützt bleibt.
Ein robustes US-Datenumfeld und die verzögerte Lockerung durch die US-Notenbank haben günstige Zinsdifferenzen zugunsten des Dollars stabilisiert. Viele asiatische Währungen sehen sich weiterhin niedrigeren, teils sogar weiter auseinanderlaufenden Renditedifferenzen gegenüber den USA ausgesetzt, was den Spielraum für eine nachhaltige Aufwertung begrenzt. Unter der Erwartung weiterer Fed-Straffung und eines „higher-for-longer“-Zinsniveaus dürfte der externe Druck auf den Ringgit anhalten: Das dämpft zwar Abwärtsrisiken, begrenzt aber auch das Potenzial für deutliche Aufwärtsbewegungen.
—Unmittelbare Ringgit-Stärke und Wirkung der Intervention
Der malaysische Ringgit hat nach dem Schritt der Bank Negara Malaysia zur Förderung der Repatriierung zugelegt; das Währungspaar USD/MYR fiel vom Niveau um 4,15 auf heute etwa 4,12. Das erinnert an die erfolgreiche Intervention im Jahr 2024. Allerdings ist das globale Umfeld diesmal deutlich anders.
Der wichtigste Gegenwind ist der starke US-Dollar, gestützt durch Erwartungen weiterer Straffungen der Federal Reserve. Nachdem die jüngsten US-Inflationsdaten für Mai 2026 mit 3,9% deutlich über den Erwartungen lagen, dürften die Zinsdifferenzen weiterhin zugunsten des Dollars und zulasten von Emerging-Market-Währungen ausfallen. Damit bleibt das Umfeld für eine nachhaltige Ringgit-Aufwertung anspruchsvoll.
Im Inland bieten Malaysias Fundamentaldaten eine gewisse Unterstützung für die Währung. Das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026 lag solide bei 4,5%, und die jüngsten Inflationszahlen bleiben mit 2,8% beherrschbar. Das spricht für eine robuste Konjunktur und sollte einen starken Abverkauf des Ringgit begrenzen.
—Ausblick: Begrenztes Aufwärtspotenzial und Handel in einer Spanne
Vor diesem Hintergrund erwarten wir in den kommenden Wochen eine Seitwärtsbewegung des Ringgit. Während die Maßnahmen der BNM eine Schwäche über den Bereich 4,15–4,18 hinaus begrenzen sollten, dürfte die starke Dollar-Story nennenswerte Gewinne unterhalb von 4,10 deckeln. Dieses Umfeld ist günstig für Strategien, die von niedriger Volatilität profitieren, etwa den Verkauf von Strangles oder Straddles auf USD/MYR.
Anders als 2024, als die Märkte künftige Fed-Zinssenkungen einpreisten, deutet der aktuelle Konsens klar in Richtung weiterer Straffung. Dieser fundamentale Unterschied spricht dafür, dass die Zentralbank zwar Volatilität glätten, den übergeordneten, von der US-Geldpolitik getriebenen Trend aber nicht drehen kann. Entsprechend ist nicht mit einer Wiederholung der anhaltenden Ringgit-Rally wie in der damaligen Phase zu rechnen.
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