GBP/USD machte in der asiatischen Sitzung am Donnerstag etwas Boden gut und notierte um 1,3175, wobei das Paar oberhalb von 1,3150 blieb, während die Märkte auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai blickten. Erwartungen weiterer US-Zinserhöhungen und eine restriktivere Federal Reserve stützten den Dollar, während politische Unsicherheit in Großbritannien den Gegenwind für das Pfund verstärkte – nach dem Rücktritt von Premierminister Keir Starmer am Montag, nachdem Andy Burnham die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield gewonnen hatte und die Labour Party damit gezwungen ist, einen neuen Vorsitzenden zu wählen.
Aus technischer Sicht rutschte das Paar am Mittwoch auf ein Tief knapp unter 1,3150, bevor es zu einer moderaten Erholung zum späten Handel kam – der Kurs bleibt damit nahe den jüngsten Tiefs. Der Tageschart zeigt, dass GBP/USD unter sowohl den 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) als auch den 200-Tage-EMA gefallen ist, die sich nahe 1,3400 zusammengeschoben haben und als Widerstand fungieren – rund 225 Pips oberhalb. Unterhalb der aktuellen Niveaus gilt als nächste wichtige Marke 1,3000, während der tägliche Stochastic Relative Strength Index (Stoch RSI) im Mittelfeld liegt und nicht im überverkauften Bereich.
Politische Unsicherheit befeuert bearisches Sentiment in GBP/USD
Angesichts der aktuellen politischen Instabilität im Vereinigten Königreich halten wir die jüngste Erholung des Pfund für fragil und wenig nachhaltig. Der Rücktritt des Premierministers hat erhebliche Unsicherheit ausgelöst und sorgt für einen bearischen Ausblick für GBP/USD. Jede Stärke zurück in Richtung 1,3200 sollte mit Vorsicht betrachtet werden.
Wir sehen, dass sich diese Unsicherheit bereits im Markt widerspiegelt. Fitch hat den Ausblick für das britische Rating „AA-“ gerade auf negativ gesetzt, und die jüngste Umfrage der Confederation of British Industry (CBI) zeigt, dass die Investitionsabsichten der Unternehmen auf den niedrigsten Stand seit 2023 gefallen sind. Gleichzeitig bleibt die US-Wirtschaft robust: Der jüngste Non-Farm-Payrolls-Bericht wies einen soliden Zuwachs von 210.000 Stellen aus und untermauert damit den restriktiven Kurs der Federal Reserve.
Positionierung für weitere Abwärtsrisiken und historische Parallelen
Für die kommenden Wochen positionieren wir uns für eine weitere Abwärtsbewegung bei GBP/USD mit Ziel der psychologisch wichtigen Unterstützung bei 1,3000. Zur Umsetzung dieser Einschätzung kaufen wir Put-Optionen, zumal die implizite Volatilität auf ein Drei-Monats-Hoch von 9,5% gestiegen ist – ein Hinweis darauf, dass der Markt sich auf eine größere Bewegung einstellt. Diese Strategie ermöglicht es uns, das Risiko klar zu begrenzen und zugleich von einem möglichen Rückgang zu profitieren.
Die Lage erinnert an frühere politische Schocks, die das Pfund stark belastet haben. Während der politischen Turbulenzen nach dem Brexit-Votum 2016 und in der Mini-Budget-Krise 2022 kam es zu schnellen und kräftigen Abwertungen gegenüber dem Dollar. Die Historie legt nahe, dass politische Unsicherheit ein starker Treiber für Währungsschwäche in Großbritannien ist.
Das technische Bild bestätigt unsere bearische Tendenz: Rund um 1,3400 zeigt sich ein breiter Widerstandsbereich, in dem zentrale gleitende Durchschnitte zusammenlaufen. Nennenswerte technische Unterstützung sehen wir erst wieder an der 1,3000er-Marke, und die Indikatoren sind noch nicht im überverkauften Bereich – es bleibt also Spielraum für weitere Verluste. Die anstehenden US-PCE-Inflationsdaten sind der nächste wesentliche Katalysator und könnten den Abwärtstrend beschleunigen, falls sie heiß ausfallen.
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