Das Pfund Sterling legte am Dienstag gegenüber dem US-Dollar wieder zu: GBP/USD stieg um 0,14 % auf 1,3451, nachdem das Paar von 1,3419 aus nach oben drehte. Schwächere US-Konjunkturdaten und sinkende Ölpreise belasteten den Greenback. Die JOLTS-Stellenangebote für Juni gingen auf 7,359 Mio. von 7,537 Mio. zurück und lagen damit unter der Prognose von 7,4 Mio. Gleichzeitig verringerte sich das US-Handelsbilanzdefizit auf -73,3 Mrd. US-Dollar nach -77,6 Mrd. US-Dollar, lag damit aber leicht über der Schätzung von -73 Mrd. US-Dollar. West Texas Intermediate fiel um 4 % auf 76,73 US-Dollar je Barrel, nachdem Berichte auf mögliche Fortschritte bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus hingedeutet hatten, und der Dollar-Index gab um 0,04 % auf 99,94 nach. Auch die Markterwartungen zur US-Notenbank verschoben sich: Bis Jahresende werden laut Prime-Terminal-Daten nur noch rund 20 Basispunkte an Straffung eingepreist – vier Basispunkte weniger als am Vortag.
In Großbritannien blieb der Datenkalender leer, sodass der Fokus auf der Fiskalpolitik unter Premierminister Andy Burnham lag, nachdem Schatzkanzler John Healey die Minister aufgefordert hatte, Budgets zu kürzen. Charttechnisch behauptete sich GBP/USD oberhalb einer Unterstützung um 1,3445 sowie über einem Cluster aus einfachen gleitenden Durchschnitten nahe 1,3364; ein weiteres Niveau liegt bei 1,3308. Der RSI (14) stand bei 56,5. Widerstände wurden bei 1,3526 und 1,3548 genannt, während der US-Kalender am Donnerstag Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und am Freitag die Nonfarm Payrolls vorsieht.
GBP/USD-Ausblick und Derivate-Strategien
Wir sind der Ansicht, dass Derivatehändler sich in den kommenden Wochen auf einen bullischen Ausbruch in GBP/USD in Richtung des Widerstands bei 1,3526 einstellen sollten. Da die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen zuletzt aufgrund nachlassender Arbeitskräftenachfrage in Richtung 3,90 % gefallen ist, nimmt der Abwärtsdruck auf den Greenback zu. Wir empfehlen den Kauf kurzfristiger Call-Optionen mit einem Ausübungspreis von 1,3500, um von dieser Aufwärtsdynamik zu profitieren.
Zur Risikosteuerung muss das zentrale Unterstützungsniveau bei 1,3364 im Blick bleiben, das mit dem Dreifach-Cluster einfacher gleitender Durchschnitte zusammenfällt. Derivatehändler können Bull-Call-Spreads strukturieren, um die Prämienkosten zu begrenzen und sich zugleich gegen mögliche überraschend restriktive Signale der US-Notenbank abzusichern. Historisch ist das Handelsvolumen im August geringer, wodurch plötzliche Liquiditätsrückgänge starke Kursschwankungen auslösen können – klar definierte Optionsstrategien mit begrenztem Risiko sind daher vorzuziehen.
Multi-Asset-Positionierung und bevorstehende Volatilität
Der 4%ige Rückgang von WTI-Rohöl auf 76,73 US-Dollar unterstreicht eine zunehmende positive Korrelation zwischen schwächeren Ölpreisen und einem weicheren US-Dollar-Index, der derzeit knapp unter 100 liegt. Wir regen an, Multi-Asset-Optionen in Betracht zu ziehen – etwa durch die Kombination von Long-Positionen in GBP/USD mit Short-Positionen in Rohöl-Futures, um gegen breitere geopolitische Veränderungen im Nahen Osten zu hedgen. Dieser zweigleisige Ansatz hilft, Portfolios abzufedern, falls diplomatische Gespräche zur Straße von Hormus unerwartete Hürden nehmen.
Mit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) an diesem Freitag erwarten wir, dass die implizite Volatilität bei Währungsoptionen aus dem derzeit ruhigen Niveau anzieht. Händler sollten erwägen, vor der Veröffentlichung Straddles zu kaufen, um von starken Ausschlägen in beide Richtungen zu profitieren. Sobald die Payroll-Daten verarbeitet sind, kann wieder auf trendfolgende Strategien umgestellt werden – mit Blick auf die sich weiterentwickelnde Fiskalpolitik Großbritanniens unter der neuen Regierung.
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