Das Pfund Sterling gab am Mittwoch im europäischen Handel gegenüber dem US-Dollar nach. GBP/USD fiel um 0,38 % auf etwa 1,3150, nachdem es dem Paar nicht gelungen war, seine Ausbruchszone nach unten aus dem Dreieck zu verteidigen. Das Währungspaar blieb unter Druck, da der Dollar angesichts restriktiver (hawkisher) Erwartungen an die US-Notenbank Fed zulegte. Der US-Dollar-Index (DXY) stieg um 0,3 % auf rund 101,70 und erreichte damit den höchsten Stand seit über einem Jahr.
Zuvor hatte GBP/USD in der Sitzung noch nahe 1,3195 notiert, blieb jedoch unter 1,3200, da politische Unsicherheit in Großbritannien das Pfund belastete – nach dem Rücktritt von Keir Starmer als Premierminister am Montag. Zudem positionieren sich die Märkte für den US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai, der später am Donnerstag veröffentlicht wird. Unterdessen steht der Labour Party nach Andy Burnhams Sieg bei der Nachwahl in Makerfield in der vergangenen Woche ein Führungswechsel bevor.
Auswirkungen britischer politischer Instabilität und der Stärke des US-Dollars
Mit dem Rücktritt von Keir Starmer sehen wir unmittelbaren und erheblichen Druck auf das Pfund, der es klar unter die Marke von 1,3200 drückt. Die Kombination aus politischer Instabilität in Großbritannien und einem starken US-Dollar zeichnet einen klaren Abwärtspfad für das Währungspaar. Vorerst ist die Marke von 1,3150 das zentrale Schlachtfeld, an dem sich in den kommenden Tagen weitere Schwäche entscheiden dürfte.
Dieses Führungsvakuum im Vereinigten Königreich sorgt für erhebliche politische Unsicherheit, die Sterling historisch stark belastet. Ein Blick zurück auf die Marktverwerfungen nach dem Mini-Budget im September 2022 genügt: Politische Turbulenzen ließen GBP/USD damals in Richtung Parität abrutschen. Folglich erwarten wir, dass das Vertrauen internationaler Investoren in britische Vermögenswerte nachlässt, bis ein neuer Spitzenkandidat bestätigt ist.
Auf der anderen Seite des Trades wird die Stärke des US-Dollars durch Erwartungen an eine restriktive Federal Reserve gestützt. Jüngste Daten zeigen, dass die US-Kerninflation mit 2,8 % hartnäckig über dem Fed-Ziel liegt – was die Einschätzung untermauert, dass Zinssenkungen nicht unmittelbar bevorstehen. Diese deutliche Zinsdifferenz zwischen den USA und Großbritannien dürfte weiterhin Kapital in Richtung Dollar lenken.
Volatilität, Handelsstrategien und Fokus auf US-PCE-Daten
Wir sehen einen spürbaren Anstieg der erwarteten Kursschwankungen: Die implizite Einmonats-Volatilität von GBP/USD-Optionen handelt inzwischen über 9,0 % – ein deutlicher Sprung gegenüber der Vorwoche. Dieses Umfeld wird zunehmend günstiger für Strategien, die von scharfen, richtungsgebundenen Bewegungen profitieren können. Händler sollten damit rechnen, dass die erhöhte Volatilität während des gesamten Führungswettbewerbs anhält.
Angesichts dieses bärischen Ausblicks positionieren wir uns über Derivatemärkte, um auf weitere Rückgänge zu setzen. Der Kauf von GBP/USD-Put-Optionen mit Strikes um 1,3000 bietet eine risikodefinierte Möglichkeit, von dem erwarteten Abwärtstrend zu profitieren. Der Verkauf von aus dem Geld liegenden Call-Spreads ist eine weitere praktikable Strategie, um Prämien zu vereinnahmen und zugleich eine bärische Grundausrichtung beizubehalten.
Alle Augen richten sich nun auf die US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag. Ein höher als erwarteter Inflationswert würde den Rückgang des Pfunds sehr wahrscheinlich beschleunigen und könnte einen Bruch der Unterstützung bei 1,3100 auslösen. Wir müssen auf eine deutliche Marktreaktion nach dieser entscheidenden Datenveröffentlichung vorbereitet sein.
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