Das Pfund Sterling legte um 0,40% zu, nachdem Andy Burnham erklärt hatte, er werde den fiskalpolitischen Regeln von Schatzkanzlerin Rachel Reeves sowie dem Labour-Wahlprogramm 2024 folgen, zugleich jedoch Ankündigungen zu Regierungsbesetzungen bis zum Abschluss des Wahlprozesses verschieben. GBP/USD notierte bei 1,3244, nachdem das Paar zuvor bis 1,3191 gefallen war; unterstützt wurde die Bewegung zudem durch einen schwächeren US-Dollar: Der DXY lag 0,20% tiefer bei 101,15 und begünstigte damit eine Erholung aus dem Bereich um 1,3200.
Nun richtet sich der Blick auf das britische BIP für das 1. Quartal 2026 sowie auf eine US-Datenserie mit unter anderem ISM-Einkaufsmanagerindex (verarbeitendes Gewerbe) und den Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) am Donnerstag; am Freitag bleiben die US-Börsen wegen des Independence Day geschlossen. Fed-Chef Kevin Warsh wird beim EZB-Symposium in Sintra erwartet, während Händler nach Hinweisen zur Geldpolitik suchen; die Geldmärkte hatten laut Prime Terminal bis Ende 2026 insgesamt 30 Basispunkte Fed-Straffung eingepreist. Aus technischer Sicht wurde GBP/USD bei 1,3249 genannt und liegt damit unter den 50-, 100- und 200-Tage-Linien, die gebündelt nahe 1,3424 verlaufen; die gebrochene Trendlinie bei 1,3529 bleibt als Widerstand darüber, während der RSI (14) bei 41,9 lag und Unterstützung nahe 1,3159 markiert wurde.
Herausforderungen für die Stabilität des Pfunds
Mit dem Versprechen des neuen Premierministers, fiskalische Disziplin zu wahren, sehen wir eine gewisse kurzfristige Entlastung beim Pfund. Diese Stabilität wirkt jedoch fragil, da das Währungspaar GBP/USD weiterhin deutlich unter dem wichtigen technischen Widerstand um 1,3424 notiert. Wir betrachten die aktuelle Erholung eher als potenzielle Verkaufsgelegenheit denn als Beginn eines neuen Aufwärtstrends.
Die anstehenden britischen BIP-Daten für das erste Quartal 2026 sind ein zentrales Risikoereignis, das diese Gewinne rasch wieder auslöschen könnte. Jüngste Daten des Office for National Statistics zeigten ein moderates Wachstum von 0,2%; ein weiterer schwacher Wert würde das zugrunde liegende bärische Sentiment untermauern. Daher halten wir den Kauf kurzfristiger Put-Optionen auf das Pfund für einen umsichtigen Weg, um sich gegen eine negative Überraschung abzusichern.
Wichtige US-Daten und Fed-Ausblick
Der Fokus in dieser Woche wird sich deutlich auf die USA verlagern: Am Donnerstag stehen die Nonfarm Payrolls vor dem Feiertag an. Der Konsens rechnet mit etwa 210.000 neu geschaffenen Stellen; eine starke Zahl könnte den Dollar spürbar stützen. Wir erwarten, dass die implizite Volatilität im Vorfeld der Veröffentlichung anzieht, was Optionsstrategien, die von stärkeren Kursschwankungen profitieren, attraktiver macht.
Auch die Kommentare des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh stellen eine erhebliche Gefahr für die Erholung des Pfunds dar. Der Markt preist derzeit bis Jahresende lediglich 30 Basispunkte an Zinserhöhungen ein, was erheblichen Raum für eine hawkishe Überraschung lässt. Jeder Hinweis auf einen aggressiveren Straffungspfad dürfte GBP/USD nach unten drücken und einen Test der Unterstützung bei etwa 1,3159 auslösen.
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