NZD/USD-Rally nach Waffenruhe im Nahen Osten wirkt fragil – Fed-Falken und Kiwi-Schwäche belasten

by VT Markets
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Jun 29, 2026

NZD/USD gab nach einer bullischen Eröffnungslücke leicht nach und notierte in den asiatischen Handelsstunden nahe 0,5640, da der US-Dollar wegen geringerer Safe-Haven-Nachfrage schwach blieb. Auslöser waren Berichte, wonach Washington und Teheran vereinbart haben, Angriffe auszusetzen, bevor die Gespräche in dieser Woche in Doha wieder aufgenommen werden. Die Vorsicht bleibt jedoch hoch, da sich die Nachrichtenlage schnell ändern kann: Die jüngste diplomatische Öffnung folgt auf Vergeltungsschläge, die am Donnerstag begannen, nachdem ein iranisches Projektil ein Frachtschiff getroffen hatte, und beide Seiten warfen sich vor, die interimistische Waffenruhe vom 17. Juni gebrochen zu haben. Offizielle Delegationen sollen sich am Dienstag in Katar treffen, um über ein Ende des Konflikts zu verhandeln.

Unterstützung erhält der Greenback zudem durch Erwartungen an eine restriktive US-Notenbank. Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 59,7% für eine Zinserhöhung bereits im September 2026 einpreisen. Der Fokus richtet sich auf US-Arbeitsmarktdaten, die am Donnerstag im Nonfarm-Payrolls-Bericht gipfeln. Die Prognosen deuten auf ein Beschäftigungsplus von 114.000 im Juni, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3% erwartet wird. In Neuseeland belastet ein nachlassender Wachstumsausblick den Kiwi vor den Juni-Stimmungsdaten nach schwachen Mai-Werten; zudem hat sich die Marktbepreisung für eine Straffung durch die Reserve Bank of New Zealand von drei auf zwei Zinsschritte in diesem Jahr reduziert.

Geopolitische Relief-Rally dürfte nur von kurzer Dauer sein

Wir halten den aktuellen Sprung im NZD/USD, ausgelöst durch Deeskalationsnachrichten aus dem Nahen Osten, für eine vorübergehende und potenziell irreführende Bewegung. Diese Relief-Rally treibt das Währungspaar in Niveaus, die unseres Erachtens eine bessere Gelegenheit bieten, sich für einen Rückgang zu positionieren. Die geopolitische Lage bleibt äußerst unsicher, und negative Schlagzeilen aus den Gesprächen in Doha könnten die Risk-on-Stimmung rasch drehen.

US-Dollar-Stärke und schwache neuseeländische Fundamentaldaten signalisieren Abwärtsrisiko

Die zugrunde liegende Stärke des US-Dollars bleibt das dominierende Thema, getragen von Erwartungen an eine restriktive Federal Reserve. Da die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 60% für eine Zinserhöhung bis September einpreisen, hat der Dollar ein solides fundamentales „Sicherheitsnetz“. Unser Augenmerk liegt vollständig auf den Nonfarm Payrolls am Donnerstag: Ein Wert über der niedrigen Prognose von 114.000 dürfte die Fed-Haltung untermauern und Dollar-Käufe anstoßen.

Diese restriktive Fed-Sicht wird durch hartnäckige Inflation gestützt, nachdem die jüngsten Kern-PCE-Daten im Jahresvergleich um 2,8% pendelten und damit weiterhin deutlich über dem Ziel der Notenbank liegen. Historisch war die Fed zurückhaltend mit Lockerungen, solange kein nachhaltiger Trend Richtung 2% erkennbar ist. Ein solider Arbeitsmarktbericht würde daher die Robustheit der US-Konjunktur bestätigen und „höhere Zinsen für länger“ rechtfertigen.

Auf der anderen Seite des Paares wächst unsere Sorge über den sich eintrübenden Ausblick für Neuseelands Wirtschaft. Die Reserve Bank of New Zealand wirkt bereits weniger aggressiv, da die Erwartungen an Zinserhöhungen in diesem Jahr zurückgenommen wurden. Die anstehenden Unternehmens- und Verbraucher-Stimmungsdaten für Juni werden entscheidend sein; ein weiteres schwaches Zahlenpaket dürfte den Kiwi-Dollar deutlich belasten.

Die Schwäche in Neuseeland ist nicht nur ein Stimmungsproblem: Die Wirtschaft expandiert kaum und verzeichnete im ersten Quartal 2026 lediglich ein mageres BIP-Wachstum von 0,2%, womit eine Rezession nur knapp vermieden wurde. Zudem schwächeln die Milchpreise, eine zentrale Quelle von Exporterlösen: Der Global-Dairy-Trade-Index fiel in drei der letzten vier Auktionen. Diese Kombination aus nachlassendem Wachstum und weicheren Exportpreisen zeichnet ein schwieriges Bild für den NZD.

Diese zunehmende Divergenz zwischen einer straffen US-Geldpolitik und einem schwächer werdenden neuseeländischen Konjunkturumfeld schafft deutlichen Gegenwind für NZD/USD. Wir sehen in den kommenden Wochen den Weg des geringsten Widerstands nach unten. Die aktuelle Stärke betrachten wir als Chance, bearishe Positionen aufzubauen, in Erwartung einer Wende, sobald der Markt den Fokus wieder stärker auf diese fundamentalen Faktoren richtet.

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