NZD/USD setzte seine Aufwärtsbewegung am Dienstag den zweiten Tag in Folge fort und notierte während der europäischen Handelsstunden nach einer Erholung der inländischen Stimmung nahe 0,5650. Der ANZ Business Outlook Index stieg im Juni von 10,0 im Vormonat auf 36,6 – der stärkste Wert seit Februar –, während nachlassende globale Ölpreise infolge einer Nuklearvereinbarung zwischen den USA und dem Iran die kurzfristigen Inflationssorgen dämpften. Gleichwohl stehen diese Zugewinne neben Warnungen vor einer schwächeren Aktivität nach dem früheren Energieschock; Neuseelands vier größte Banken rechnen für das zweite Quartal mit einer Kontraktion.
Die Zinserwartungen haben sich entsprechend abgekühlt. Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 66% für eine Anhebung durch die RBNZ im Juli ein, nach über 80% vor einigen Wochen, und sie erwarten in diesem Jahr zwei statt drei Schritte. Die Oberseite dürfte durch robustere USD-Unterstützung begrenzt werden, da die Marktbepreisung auf einen restriktiveren Kurs der US-Notenbank hindeutet; das CME FedWatch-Tool weist eine Wahrscheinlichkeit von über 60% für eine Zinserhöhung bis September aus. Der Blick richtet sich auf die US-ADP-Veröffentlichung am Mittwoch und den NFP-Bericht am Donnerstag, die ein „higher for longer“-Zinsumfeld untermauern und risikosensitive Währungen belasten könnten.
Kurzfristige Rally steht im Kontrast zum übergeordneten Abwärtstrend
Wir sehen die aktuelle Stärke im NZD/USD um 0,5650 als kurzfristige Rally innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Zwar war der ANZ Business Outlook im Juni ein Lichtblick, er steht jedoch im Widerspruch zur wirtschaftlichen Grundrealität. Diese Erholung dürfte eher eine bessere Verkaufsgelegenheit darstellen als den Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung.
Notenbank-Divergenz und externer Gegenwind signalisieren weiteres Abwärtspotenzial
Die fundamentale Divergenz zwischen den Notenbanken bleibt unsere Kernthese für einen schwächeren Kiwi. Die jüngsten Quartalsdaten zum Verbraucherpreisindex (CPI) von Stats NZ zeigten, dass die Inflation auf 3,8% zurückgegangen ist – ein Signal, das die RBNZ dazu veranlassen könnte, ihren Ton bei künftigen Zinserhöhungen zu mildern. Im Gegensatz dazu bleiben die Erwartungen an die US-Notenbank restriktiv, insbesondere nachdem die Kern-PCE-Inflationsdaten der vergangenen Woche mit 3,1% zäh geblieben sind.
Auch externe Faktoren belasten den Neuseeland-Dollar und stützen unseren vorsichtigen Ausblick. Die jüngste Global-Dairy-Trade-Auktion zeigte einen Rückgang der Preise für Vollmilchpulver um 1,2% und signalisiert eine nachlassende Nachfrage aus wichtigen Absatzmärkten. Zudem rutschten die jüngsten Einkaufsmanagerdaten (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China, Neuseelands wichtigstem Handelspartner, mit 49,8 in den kontraktiven Bereich und dämpften damit die Nachfrage nach rohstoffnahen Währungen.
Vor diesem Hintergrund wollen wir uns in den kommenden Wochen für einen Rückgang positionieren – zumal wichtige US-Arbeitsmarktdaten anstehen. Ein starker Nonfarm-Payrolls-Bericht am Donnerstag würde den restriktiven Fed-Kurs untermauern, den US-Dollar voraussichtlich stärken und das NZD/USD-Paar unter Druck setzen. Der Kauf von Put-Optionen mit Laufzeit bis Juli oder August könnte ein effektiver Weg sein, um von einer möglichen Abwärtsbewegung zu profitieren und zugleich das Risiko rund um diese Datenveröffentlichung zu steuern.
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