Nomuras FX-Strategen erklärten, die jüngsten Zugewinne der AfD bei deutschen Landtagswahlen hätten bislang nur geringe Auswirkungen auf EUR/USD gehabt. Die Märkte behandelten das Ergebnis als lokales Ereignis und sähen nur begrenzte Spillover-Effekte auf die Bundespolitik. Das Währungspaar finde weiterhin Unterstützung durch eine vergleichsweise restriktive Europäische Zentralbank (EZB), nachlassenden US-Exzeptionalismus und sich verbessernde Portfoliozuflüsse in den Euroraum. Zugleich betonten sie, dass die Politik in Deutschland und Frankreich ein Abwärtsrisiko bleibe, während Italien weniger ins Gewicht falle.
Negative Implikationen für den Euro würden aus ihrer Sicht erst dann klarer, wenn sich die regionale Dynamik der AfD in eine konkrete nationale Verschiebung übersetze – etwa durch vorgezogene Neuwahlen –, bei der die Partei in die Position käme, stärkste Kraft im Parlament zu werden und sich eine Risikoprämie aufzubauen begänne. Zudem entspreche das Wochenendergebnis in groben Zügen den Umfragen, was die Marktreaktion gedämpft habe; weitere regionale Zugewinne könnten jedoch eine genauere Beobachtung auslösen. Nomura bleibt bei einer Long-Position in EUR/USD und ergänzte, dass die Positionierung über verschiedene Messgrößen hinweg weiterhin leicht EUR-short sei.
EUR/USD-Unterstützung trotz politischer Unsicherheit
Wir empfehlen Derivatehändlern, in den kommenden Wochen eine bullische Grundhaltung in EUR/USD beizubehalten, da das Währungspaar trotz der jüngsten politischen Störgeräusche in Europa fundamental unterstützt bleibt. Zwar hat die rechtsgerichtete AfD bei jüngsten Landtagswahlen bemerkenswerte Zugewinne erzielt, der Devisenmarkt hat dies jedoch weitgehend als regional begrenztes Thema abgetan. Vorerst sehen wir den Euro in einer Spanne von 1,10 bis 1,12 stabil, gestützt durch solide Kapitalzuflüsse in die Eurozone.
Der wichtigste Treiber dieser Aufwärtsdynamik ist eine im Vergleich restriktivere EZB gegenüber einer weicher werdenden US-Notenbank. Da die Fed die Zinsen senkt, um eine abkühlende US-Konjunktur zu stützen, hat sich der Renditeabstand zwischen 10-jährigen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen in Richtung 140 Basispunkte verengt – der niedrigste Abstand seit über einem Jahr. Diese Verschiebung der Zinsdifferenz erhöht die Attraktivität des Euro, zumal die Portfoliozuflüsse in europäische Aktien ein Mehrmonatshoch erreicht haben.
Optionsstrategien und Risikomanagement
Um von diesem Trend zu profitieren, schlagen wir vor, EUR/USD-Call-Optionen zu nutzen – konkret mit einem Ausübungspreis von 1,13 und Laufzeiten von ein bis zwei Monaten. Der Kauf von Calls ermöglicht die Partizipation an einer Euro-Aufwärtsbewegung bei gleichzeitig strikt begrenztem Risiko, falls politische Spannungen plötzlich eskalieren. Historisch steigt die implizite Volatilität in EUR/USD im Vorfeld größerer politischer Verschiebungen; das derzeit niedrige Volatilitätsniveau ist daher für Optionskäufer ein vergleichsweise günstiger Einstiegspunkt.
Gleichzeitig müssen die nationalen politischen Entwicklungen in Deutschland und Frankreich als zentrale Abwärtsrisiken für dieses Szenario sehr genau beobachtet werden. Sollte Instabilität auf Länderebene beginnen, die Bundesregierung von Kanzler Merz zu gefährden oder Spekulationen über vorgezogene Bundestagswahlen auszulösen, würde eine negative Risikoprämie rasch in den Euro eingepreist. Zur Absicherung dieses Tail-Risikos empfehlen wir, günstige, weit aus dem Geld liegende EUR/USD-Put-Optionen um das Niveau von 1,08 zu halten.
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