MUFG erklärte, EUR/USD könne Unterstützung finden, wenn der US-Dollar nachgibt und die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrem restriktiven Kurs bleibt. Die Zinskurve preist weiterhin eine weitere Anhebung ein, selbst wenn US-Renditen aufgrund geringerer Zinserwartungen an die Federal Reserve nach dem Arbeitsmarktbericht nachgeben. Die Bank verknüpfte das Inflationsumfeld im Euroraum mit den Energiemärkten und argumentierte, dass die Inflationsrisiken in Europa nachgelassen hätten, aber weiterhin höher seien als vor dem Konflikt.
Brent-Rohöl hat seinen Anstieg nach Ausbruch des Konflikts vollständig wieder abgegeben, doch die LNG-Preise liegen weiterhin 40% über dem Vorkriegsniveau und halten die energiegetriebenen Inflationsrisiken für die Eurozone im Fokus. MUFG erwartet, dass die EZB den Rückgang der Energiepreise nach der Verlängerung der Waffenruhe und der Wiederöffnung der Straße von Hormus aufmerksam verfolgt. Die bisherige Bewegung reiche jedoch nicht aus, um energiebedingte Inflationsrisiken auszuräumen – daher bleibt die Bank in Richtung einer weiteren Zinserhöhung positioniert.
Fed-Pause und Dollar-Schwäche
Wir sehen den jüngsten US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls), der mit 155.000 Stellen unter den Erwartungen von 180.000 lag, als zentralen Treiber für eine Dollar-Schwäche. Dies untermauert die Einschätzung, dass die Federal Reserve ihren Straffungszyklus pausiert, was die US-Renditen sinken lässt. Entsprechend sollten Derivatehändler Strategien in Betracht ziehen, die von einem fallenden Dollar profitieren – insbesondere gegenüber dem Euro.
Inflation im Euroraum und geldpolitische Divergenz
Im Euroraum bleibt die Inflation trotz des Rückgangs von den Höchstständen ein Thema. Der jüngste Wert des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 2,8% liegt weiterhin deutlich über dem EZB-Ziel von 2%. Diese persistente Teuerung hält die EZB tendenziell auf Kurs für eine weitere mögliche Zinserhöhung.
Ein zentrales Inflationsrisiko kommt von der Energiekomponente, insbesondere von den Preisen für verflüssigtes Erdgas (LNG). Während sich Rohöl stabilisiert hat, halten sich die europäischen TTF-Erdgas-Futures nahe 35 € je Megawattstunde – deutlich erhöht im Vergleich zum Niveau vor 2022. Wir gehen davon aus, dass die EZB dies eng beobachtet, da es eine fortbestehende Gefahr darstellt und eine vollständige Kehrtwende in Richtung eines deutlich dovishen Kurses erschwert.
Diese geldpolitische Divergenz – eine pausierende Fed versus eine weiterhin restriktive EZB – schafft ein unterstützendes Umfeld für EUR/USD, das derzeit die Marke von 1,1050 testet. Wir erwarten, dass Optionshändler eher den Kauf von Euro-Calls oder die Umsetzung von Bull-Call-Spreads bevorzugen, um von möglichem Aufwärtspotenzial im Währungspaar zu profitieren. Diese Positionierung spiegelt das wachsende Zinsdifferenzial wider, das den Euro kurzfristig begünstigt.
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