MUFG erklärte, schwächere US-Arbeitsmarktdaten könnten die Märkte dazu veranlassen, die Erwartung an die Geldpolitik der Federal Reserve weg von weiteren Straffungen und hin zu einem erhöhten Risiko von Zinssenkungen neu zu bewerten. Die Bank verwies auf nachlassende Trends bei den Nonfarm Payrolls, eine Eintrübung bei Stimmungsindikatoren und nachlassende Inflationsrisiken, erwartet zugleich jedoch, dass die Fed zunächst abwartet und die jüngste Rally des US-Dollar wieder teilweise zurückläuft.
MUFG verwies auf die Marktbepreisung, die bis März 2027 nahezu zwei Zinsschritte nach oben eingepreist hatte, und argumentierte, der Arbeitsmarktbericht für Juni sollte als Katalysator für eine Neubewertung dienen. Dabei wurde angeführt, dass zuvor neun FOMC-Mitglieder die Notwendigkeit mindestens einer weiteren Zinserhöhung signalisiert hätten, während die Inflationsrisiken in den vergangenen vier Wochen zurückgegangen seien. Auf Basis der OIS-Bepreisung implizieren die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von 20% für eine Anhebung um 25 Basispunkte auf der FOMC-Sitzung am 29. Juli sowie eine Wahrscheinlichkeit von 60% für eine Erhöhung bis September. Als nächste wichtige Katalysatoren wurden der 14. Juli genannt, wenn die CPI-Daten für Juni sowie die halbjährliche Anhörung von Fed-Chef Warsh anstehen.
Marktfehlbewertung und Ausblick auf die Fed-Politik
Wir halten die aktuelle Marktbepreisung der Federal-Reserve-Politik nach den gestrigen schwächeren Arbeitsmarktdaten für falsch. Der Nonfarm-Payroll-Bericht für Juni lag mit nur 110.000 deutlich unter dem Konsens von 180.000, zudem stieg die Arbeitslosenquote auf 4,1%. Diese Daten stellen die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen, die der Markt bislang antizipiert hat, infrage.
Vor diesem Hintergrund sollten Trader eine Positionierung für eine Neubepreisung am Zinsmarkt weg von weiteren Anhebungen in Erwägung ziehen. Der OIS-Markt weist weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von knapp 60% für eine Zinserhöhung bis September aus – aus unserer Sicht deutlich zu hoch. Wir blicken auf Derivate wie SOFR-Futures, um von einer Verschiebung hin zu einer längeren Zinspause der Fed oder sogar Signalen für spätere Senkungen zu profitieren.
Dollar-Ausblick und wichtige Termine
Auch die Rally des US-Dollar wirkt ausgereizt und anfällig für eine Gegenbewegung. Der DXY-Index erreichte zuletzt ein Mehrmonatshoch bei 106,5, zeigt nun jedoch Anzeichen eines Stockens, da die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte nachlässt. Wir sehen darin eine Gelegenheit, sich über Optionen in den kommenden Wochen für einen schwächeren Dollar gegenüber Währungen wie Euro oder Yen zu positionieren.
Nachlassender Inflationsdruck stützt diese Sicht: Die jüngsten Core-PCE-Daten für Mai verlangsamten sich auf 2,6% im Jahresvergleich und bewegen sich damit näher in Richtung des Fed-Ziels. Das Muster erinnert an Ende 2023, als die Märkte Zinserhöhungserwartungen rasch aufgaben, was einen deutlichen Dollar-Abverkauf auslöste. Die Grundlage für eine klar restriktive Fed-Haltung bröckelt zusehends.
Vor den nächsten Schlüsselereignissen dürfte die Dynamik kaum wieder zugunsten des Dollar drehen. Der Fokus richtet sich nun auf die CPI-Daten für Juni und die Anhörung von Fed-Chef Warsh – beide für den 14. Juli angesetzt. Wir erwarten, dass diese Termine als nächster wichtiger Katalysator dienen, um einen weicheren Fed-Ausblick zu untermauern.
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