Das Ende des Single-Basket-„Mag-7“-Trades
Die simple Strategie, die „Magnificent 7“ als einen einzigen Korb zu kaufen, funktioniert nicht mehr. Wir sehen, wie die Gruppe auseinanderdriftet, da der Markt die massiven KI-bezogenen Investitionsausgaben einiger Mitglieder zunehmend kritisch hinterfragt. Nachdem der jüngste PCE-Inflationswert für Mai 2026 mit 2,9% leicht über dem Konsens lag, hat sich der Fokus deutlich auf unmittelbaren Cashflow und Profitabilität verlagert.
Für Trader bedeutet das: Es ist an der Zeit, Optionsstrategien zu nutzen, um eine differenziertere Sicht auf die KI-Investoren wie Microsoft und Amazon auszudrücken. Da diese Unternehmen Hunderte Milliarden an Investitionsausgaben zusagen, zeigen ihre Aktien Schwäche; beide sind zuletzt unter ihre 200-Tage-Linie gefallen. Wir halten den Kauf von Schutz-Puts oder den Aufbau bärischer Put-Spreads auf diese Titel für einen guten Weg, gegen weitere Abwärtsrisiken zu hedgen, während der Markt sich stärker um die Rechnung als um den letztlichen Ertrag sorgt.
Umgekehrt stellen die Zulieferer, die die Schecks einlösen – wie Nvidia – eine andere Art Herausforderung dar. Während die Nvidia-Aktie seitwärts tendiert, ist die implizite Volatilität auf über 55% gestiegen, was eine ausgeprägte Unsicherheit darüber widerspiegelt, ob die aktuellen Margen nachhaltig sind. Das macht das Schreiben gedeckter Calls gegen bestehende Long-Positionen attraktiv, um laufende Erträge zu generieren, oder den Einsatz von Call-Spreads, um definierte, risiko-begrenzte Bullish-Bets auf den breiteren Halbleitersektor einzugehen.
Die wachsende Streuung innerhalb der Gruppe eröffnet klare Relative-Value- und Pair-Trading-Chancen. So hat der Utilities Select Sector SPDR Fund (XLU) den Nasdaq 100 im vergangenen Quartal um 8% übertroffen – ein Hinweis darauf, dass Kapital zu den „Maut-Eintreibern“ des KI-Ausbaus fließt, etwa zu Stromversorgern. Wir positionieren uns für eine Fortsetzung, indem wir Profiteure in den Bereichen Energie und Infrastruktur long gehen und zugleich über Derivate kapitalintensive KI-Plattformunternehmen shorten.
Wir betrachten zudem Volatilität selbst als Anlageklasse, da die Divergenz zwischen den Mag-7-Aktien zunimmt. Das Auseinanderbrechen dieses monolithischen Trades deutet darauf hin, dass die Volatilität einzelner Aktien steigt, selbst wenn die Volatilität breiter Indizes begrenzt bleibt. Dieses Umfeld ist ideal für Strategien, die Single-Stock-Bewegungen isolieren, etwa Long-Straddles auf Namen mit anstehenden Quartalszahlen, die ihren Weg zur KI-Monetarisierung klarer machen könnten.
Es ist nun entscheidend, jedes Unternehmen als eigene Story zu behandeln. Alphabet etwa scheint besser positioniert, mit einem klareren Pfad zur Monetarisierung seiner Cloud-Services, und hält sich charttechnisch besser als Meta, das in einer breiten Handelsspanne feststeckt. Entsprechend würden wir bullische Positionen auf Alphabet bevorzugen, während wir bei Meta eher neutrale, range-gebundene Strategien wie Iron Condors zur Vereinnahmung von Prämien umsetzen würden.
Mag 7 splittern, da sich der KI-Trade von Plattformen zu Zulieferern verschiebt
Der „Mag-7“-Trade fragmentiert, da der KI-Zyklus die Aufmerksamkeit von Plattform-Giganten hin zur Lieferkette verlagert, die ihnen Rechenleistung verkauft. Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta werden weniger als mühelose Compounder betrachtet, sondern stärker als kapitalintensive Erbauer, die Geld in GPUs, Speicher, Rechenzentren, Stromverträge und Finanzierungsleasing stecken, während NVIDIA und andere Halbleiter- und Infrastrukturzulieferer kurzfristige Cashflows abschöpfen dürften. Die Debatte verlagert sich von der Frage, ob KI-Nachfrage existiert, hin zu der Frage, wer zuerst bezahlt wird – und ob die Renditen schwerere Bilanzen und eine schwächere Cash-Conversion rechtfertigen.
Die Investitionspläne unterstreichen die Spaltung: Microsoft verweist auf rund 190 Mrd. US-Dollar Capex für 2026, Amazon erwartet etwa 200 Mrd. US-Dollar, Alphabet hat seine Spanne auf 180–190 Mrd. US-Dollar angehoben, und Meta peilt 125–145 Mrd. US-Dollar an. Zusammen impliziert das annualisiert rund 700 Mrd. US-Dollar Ausgaben über die vier. Technische Marken zeigen die Streuung: Apple driftet in Richtung einer Unterstützung bei 270 US-Dollar; Amazon liegt unter seiner 200-Tage-Linie, mit 220 US-Dollar im Fokus; Meta steckt um 520 US-Dollar fest; Alphabet hält sich oberhalb seiner 200-Tage-Linie; und NVIDIA handelt in etwa auf Niveaus von vor einigen Monaten. Goldmans Positionierungsanalysen deuten darauf hin, dass sich Kapitulation in der Mag-7-Exposure einschleicht – was das Chance-Risiko-Profil in Teilbereichen verbessert, aber keine Rückkehr zu einem Single-Basket-Play bedeutet.
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