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Lacalle warnt: Straffung von EZB und Fed birgt Gefahr einer Kreditklemme, da der Druck durch Staatsverschuldung zunimmt

by VT Markets
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Sep 15, 2026

Daniel Lacalle erörterte die jüngste Zinserhöhung der EZB und die September-Entscheidung der Fed und argumentierte, dass eine straffere Geldpolitik weder Öl- oder Erdgaspreise senken noch Defizite eindämmen oder die monetäre Entwertung rückgängig machen könne. Höhere Zinsen wirkten laut ihm vor allem über den privaten Sektor: Die Finanzierungskosten für KMU im Euroraum bezifferte er auf 7–12% und warnte, dass auch ein Schritt um 25 Basispunkte die Kreditvergabe abwürgen könne, während Banken zugleich dazu animiert würden, Liquidität bei der EZB zu parken. In den USA verortete er die Kreditkosten für kleine Unternehmen bei 6,5–8,5% und verwies auf eine Studie der New York Fed, wonach das Halten des durchschnittlichen Federal-Funds-Satzes über dem neutralen Zins pro Jahr rund 1 Million Arbeitsplätze vernichten könne; zudem nannte er beispielhaft eine Inflationsrate (CPI) von 3,5% im Zusammenhang mit dem Kostendruck für Haushalte.

Bei Staatsanleihen zeichnete Lacalle das Bild eines Wettlaufs darum, welcher hochverschuldete Staat zuerst „bricht“, und verwies auf Frankreich, den Euroraum, Japan und das Vereinigte Königreich. Die nicht gedeckten, zugesagten Verpflichtungen Frankreichs schätzte er auf etwa 450–500% des BIP, gegenüber rund 350% bei Deutschland. Der Markt für Staatsanleihen befinde sich seit 2022 in einer Rezession und liege weiterhin unter den Hochs von 2021; Gold habe dagegen als Wertreserve fungiert. Zudem sagte er, die Papiermärkte für Gold und Silber seien mindestens 30-mal größer als der physische Markt, was zur Volatilität beitrage. Hohe Kreditkarten-Zinsen von 23–24% seien ein Beispiel für Verdrängungseffekte („Crowding-out“) und dafür, dass der private Sektor die staatlichen Finanzierungskosten subventioniere.


Derivate-Strategie in Zeiten von Staatsverschuldung und fiskalischem Gegenwind

Angesichts der Volatilität Mitte September 2026 müssen sich Derivatehändler auf einen Markt einstellen, der sich von den traditionellen Erwartungen an Zentralbanken entkoppelt. Während Zentralbanken weiterhin über Zinsverläufe debattieren, sollte sich der Fokus auf die massive Blase bei Staatsanleihen verlagern, die das Wachstum des privaten Sektors im Stillen abwürgt. Wir erwarten, dass dieser fiskalische Gegenwind die Produktivität niedrig hält und zugleich die reale Inflation hartnäckiger ausfallen lässt, als es die offiziellen Zahlen nahelegen.

Jüngste Daten zeigen, dass die US-Staatsverschuldung 2026 rasch über 39 Billionen US-Dollar gestiegen ist; die Nettozinszahlungen beanspruchen inzwischen einen historisch hohen Anteil des Bundeshaushalts. Trotz der Bemühungen der Federal Reserve, das Zinsniveau auszutarieren, bleiben die Finanzierungskosten für kleine Unternehmen schmerzhaft hoch und liegen um 8%. Wir sind der Ansicht, dass dieses Umfeld klassische Aktien-und-Anleihen-Hedges weniger verlässlich macht und einen taktischeren Ansatz in Options- und Futuresmärkten erfordert.


Chancen bei Edelmetallen und Aktienvolatilität

Edelmetallhändlern raten wir, die aktuell papiergetriebene Volatilität zu nutzen, um langfristige Call-Optionen auf Gold und Silber aufzubauen. Da sich der Goldpreis in diesem Jahr oberhalb von 2.500 US-Dollar je Unze festgesetzt hat, sind kurzfristige Rücksetzer im Futuresmarkt häufig eher künstliche Liquidationen als fundamentale Trendwechsel. Wir sollten bei solchen papiermarktgetriebenen Abverkäufen Leaps oder Bull-Call-Spreads kaufen, um von der unvermeidlichen Währungsentwertung zu profitieren.

Zudem sehen wir erhebliche Chancen auf der Short-Seite bei Staatsanleihen-Futures, insbesondere in Europa, wo ungedeckte Verpflichtungen in Ländern wie Frankreich 400% des BIP übersteigen. Während die Wirtschaft im Euroraum unter hohen regulatorischen und Zinsbelastungen stagniert, bieten Put-Optionen auf europäische Anleihenindizes eine starke Absicherung. Der anhaltende Trend der „Re-Dollarisierung“ deutet darauf hin, dass der US-Dollar dominant bleibt; entsprechend bevorzugen wir Long-Positionen im Dollar gegenüber schwächeren europäischen Währungen.

Im Bereich Aktienderivate sollten wir uns auf plötzliche Sprünge im VIX einstellen, sobald Unternehmensausfälle bei kleinen und mittleren Unternehmen zunehmen. Der Kauf aus dem Geld liegender Put-Optionen auf Einzelhandels- und Small-Cap-Indizes wie den Russell 2000 ist sinnvoll, da straffe Kreditbedingungen die Margen unter Druck setzen. Wir empfehlen, Prämienvereinnahmungs-Strategien wie Iron Condors aus anfälligen zyklischen Sektoren heraus zu rotieren und stärker auf Sachwerte auszurichten.

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