Der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte beim Aspen Ideas Festival 2026, er bleibe wegen der Inflation besorgt, mit besonderem Fokus auf Dienstleistungen, während er zugleich eine vorsichtige Verbesserung am Arbeitsmarkt sehe. Er betonte, der jüngste Anstieg der Inflation sei nicht allein durch Öl und den Nahen Osten getrieben, und fügte hinzu, er sehe aus der Region kein „Entwarnung“-Signal. Kashkari sagte, es sei der richtige Zeitpunkt gewesen, die Erklärung des Federal Open Market Committee (FOMC) zurückzusetzen, und dass die Währungshüter bewerten müssten, wie ein Ansatz ohne Forward Guidance in der Praxis funktioniert.
Zu den Zinsen sagte er, er habe für 2026 eine Anhebung eingeplant und sehe die Geldpolitik 2027 unverändert, wobei die Option zur Straffung bestehen bleibe, falls breit angelegte Inflation anhält – mit dem Ziel, die Inflation zu senken, ohne die Beschäftigung zu beschädigen. FXStreets Speechtracker bewertete seine Aussagen mit 7,3/10 gegenüber einem historischen Durchschnitt von 6,6/10. Separat stieg der FXS Fed Sentiment Index um 1,37 Punkte auf 122,42 und blieb damit über der neutralen Schwelle von 100.
Anhaltende Inflation und Auswirkungen auf die Fed-Politik
Angesichts des falkenhaften Tons der Fed halten wir das Risiko mindestens einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2026 für vom Markt unterschätzt. Die Kommentare deuten auf persistente Inflation hin, insbesondere im Dienstleistungssektor, was ein klares Signal ist, dass die Geldpolitik restriktiv bleiben wird. Entsprechend sollten wir unsere Strategien an ein „höher-für-länger“-Zinsumfeld anpassen.
Diese Sicht wird durch die jüngsten Inflationsdaten für Mai 2026 gestützt, die zeigten, dass die Kerninflation im Dienstleistungsbereich hartnäckig hoch bei 4,8% blieb. Während sich die Gesamtinflation abgekühlt hat, liefert dieser zugrunde liegende Druck den falkenhaften Mitgliedern die Begründung, eine weitere Anhebung auf dem Tisch zu halten. Ziel ist es, die geldpolitischen Fehler der 1970er Jahre zu vermeiden, als Notenbanken zu früh lockerten und die Inflation sich erneut verfestigte.
Der Arbeitsmarkt zeigt nicht genügend Schwäche, um die Fed zu Zinssenkungen zu zwingen. Da der Arbeitsmarktbericht für Mai 2026 einen soliden Zuwachs von 195.000 Stellen auswies, wirkt die Wirtschaft robust genug, um eine straffe Geldpolitik zu verkraften. Diese Stärke nimmt der Fed jeden unmittelbaren Druck, in Richtung Lockerung umzuschwenken.
Marktstrategien in einem falkenhaften Umfeld und bei Dollarstärke
Für Derivatehändler bedeutet das, dass wir mit anhaltender Volatilität an den Zinsmärkten rechnen sollten. Wir positionieren uns, indem wir Optionen auf SOFR-Futures ins Visier nehmen – insbesondere durch den Kauf von Straddles oder Strangles, um von einer deutlichen Preisbewegung in beide Richtungen zu profitieren. Der Markt für Fed-Funds-Futures preist inzwischen eine 45%-Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende ein, nach 20% noch im Vormonat – ein Hinweis darauf, dass der Markt allmählich zuhört.
Diese geldpolitische Ausrichtung ist zudem klar positiv für den US-Dollar. Die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA, während andere Zentralbanken wie EZB und BoJ vorsichtiger bleiben, schafft ein günstiges Zinsdifferenzial. Wir prüfen Strategien wie den Kauf von Call-Optionen auf den US-Dollar-Index (DXY) oder den Verkauf von Yen-Futures, um von dieser Divergenz zu profitieren.
Dieses Drehbuch haben wir bereits im Straffungszyklus 2022–2023 gesehen: Gegen das Engagement der Fed im Kampf gegen die Inflation zu wetten, war eine verlustreiche Strategie. In dieser Phase legte der Dollar kräftig zu, und zinssensitive Anlageklassen hinkten deutlich hinterher. Die aktuelle Kommunikation legt nahe, dass wir uns darauf einstellen sollten, dass sich in den kommenden Monaten ähnliche Dynamiken entfalten.
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