Kanadas BIP stieg im April um 0,5 % und übertraf damit die vorläufige Schätzung von Statistics Canada von 0,4 %; zugleich bedeutete dies den stärksten monatlichen Zuwachs seit Juli 2025. Getragen wurde der Anstieg von den güterproduzierenden Branchen: Vor allem Bergbau, Steinbrüche sowie Öl- und Gasförderung lieferten einen Großteil der Dynamik, während der Dienstleistungssektor moderater zulegte. Das April-Ergebnis deutet auf einen festeren Start ins zweite Quartal hin, nachdem die Aktivität über den Winter stagnierte und auf ein schwaches erstes Quartal folgte.
Die Daten implizieren ein gewisses Aufwärtsrisiko für die RBC-Prognose eines annualisierten, quartalsbezogenen BIP-Anstiegs von 1,7 % im zweiten Quartal. Allerdings trüben die Unsicherheit rund um die US-Handelspolitik sowie Gegenwind im Gütersektor weiterhin den kurzfristigen Ausblick. Insgesamt passen die jüngsten Zahlen eher zu einer Wirtschaft, die sich in moderatem Tempo verbessert, als zu einer breiten Trendwende beim Momentum.
Zinsen und Währungspositionierung
Auf Basis des stärker als erwarteten BIP-Wachstums von 0,5 % im April gehen wir davon aus, dass die Bank of Canada kurzfristig weniger geneigt sein wird, die Zinsen zu senken. Der jüngste Bericht von Statistics Canada von Mitte Juni zeigte, dass die Kerninflation mit 2,9 % robust blieb – das stützt eine abwartende, datenabhängige Haltung der Notenbank. Entsprechend passen wir unsere Zins-Swap-Positionierung an, um einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung vor dem vierten Quartal Rechnung zu tragen.
Wir positionieren uns für einen stärkeren kanadischen Dollar gegenüber dem US-Dollar in den kommenden Wochen. Diese wirtschaftliche Outperformance, getrieben vom Rohstoffsektor, liefert dem „Loonie“ fundamental Rückenwind – zumal die jüngsten US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe leicht angezogen haben. Folglich prüfen wir den Kauf von CAD/USD-Call-Optionen mit Laufzeiten Ende Juli und im August.
Sektoren und Anlagestrategie
Die Daten verweisen klar auf Stärke im güterproduzierenden Sektor, insbesondere bei Öl, Gas und Bergbau. Da sich die WTI-Ölpreise um 82 US-Dollar je Barrel stabilisiert haben, spricht dies dafür, dass die Zuwächse vor allem von hohen Produktionsvolumina getrieben sind – was wir auch für die kommenden Monate erwarten. Wir stocken daher unsere Long-Positionen in Derivaten auf, die an große kanadische Energie- und Rohstoffproduzenten gekoppelt sind.
Trotz des positiven April-Berichts bleibt der gesamtwirtschaftliche Ausblick aus unserer Sicht verhalten. Die anhaltende Unsicherheit im Handel ist kein Signal für einen größeren wirtschaftlichen Ausbruch. Daher sichern wir unsere bullischen, sektorspezifischen Positionen ab, indem wir weiterhin schützende Put-Optionen auf den breiten S&P/TSX-60-Index halten.
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