Italiens nicht saisonbereinigte Industrieumsätze stiegen im April im Jahresvergleich um 3,2% und damit langsamer als im vorherigen Wert von 4,4%. Die jüngste Zahl deutet auf ein geringeres Tempo des jährlichen Wachstums der Erlöse ab Werk im Vergleich zum Vormonat hin.
Auf vergleichbarer Basis liegen die Umsätze im April zwar weiterhin über dem Niveau des Vorjahres, die Abschwächung legt jedoch nahe, dass das Momentum im Zeitraum nachgelassen hat. Die Daten sind als Jahresveränderungsrate ausgewiesen und werden nicht saisonbereinigt (N.S.A.) veröffentlicht.
Italienische und Eurozonen-Industrie im Abschwung
Wir hatten die Abkühlung bei den italienischen Industrieumsätzen im April bereits hervorgehoben, wobei das Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf 3,2% zurückging. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen: Neuere Daten für Mai zeigten, dass die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 0,7% schrumpfte. Damit bestätigen die Daten eine Abkühlung in einem der wichtigsten Industriezentren der Eurozone.
Diese Schwäche ist nicht auf Italien beschränkt, was für den breiteren europäischen Markt problematisch ist. Der jüngste vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone für Juni lag bei 49,3 und rutschte damit erstmals seit mehreren Monaten wieder in den kontraktiven Bereich. Das signalisiert, dass eine nachlassende Nachfrage zunehmend zu einem übergreifenden Thema auf dem Kontinent wird.
Implikationen für Geldpolitik und Märkte
Trotz dieser Anzeichen einer Abschwächung hat die Europäische Zentralbank in ihrer jüngsten Kommunikation einen vorsichtigen Ton beibehalten. Die Notenbanker verweisen weiterhin auf die hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor, was darauf hindeutet, dass Zinssenkungen nicht unmittelbar bevorstehen. Das schafft ein schwieriges Umfeld für Aktien, wenn die wirtschaftliche Aktivität nachlässt, ohne dass geldpolitische Unterstützung in Sicht ist.
Wir sind der Ansicht, dass Händler defensive Positionierungen bei europäischen Aktien in Erwägung ziehen sollten. Der Kauf von Put-Optionen auf den FTSE-MIB-Index bietet eine direkte Partizipation an einer möglichen weiteren Schwäche Italiens. Breitere Abwärtsrisiken in Europa lassen sich über Optionen auf den Euro-Stoxx-50-Index spielen, zumal der Volatilitätsindex VSTOXX zuletzt auf 17 gestiegen ist.
Historisch weitet sich in Stressphasen der Spread zwischen italienischen 10-jährigen BTPs und deutschen Bundesanleihen als zentraler Risikoindikator aus. Dieser Spread hat in diesem Monat bereits um 15 Basispunkte auf 150 Basispunkte zugelegt. Wir beobachten das genau, da eine weitere Ausweitung auf zunehmende Nervosität der Investoren hindeuten und eine noch bärischere Positionierung rechtfertigen würde.
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