Institutionelle Zuflüsse in chinesische Aktien haben sich gehalten, auch wenn die breitere Asien-Stimmung durch Abflüsse aus Südkorea und Taiwan nach unten gezogen wurde. Chinesische Aktien liegen in diesem Jahr 15 % bis 16 % im Minus, und die Verluste auf bestehenden Positionen haben den Wert der frischen Käufe übertroffen. Das Exposure liegt im achten Perzentil seiner Spanne für 2026, wobei diese Spanne ungewöhnlich eng war: Die Bestände bewegten sich im Jahresverlauf zwischen etwa 10 % und 18 % über dem rollierenden 12-Monats-Durchschnitt. Das deutet eher auf einen moderaten Rückzug von erhöhten Niveaus als auf ein klares Untergewicht hin.
Der Ausverkauf fiel mit einer schwächeren Kursentwicklung in großen China-ETFs zusammen, die nahe 20 % unter ihren Jahreshochs liegen und mehr als 12 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Niveau, das häufig mit überverkauften Bedingungen in Verbindung gebracht wird. Die Bewertungen bleiben im Vergleich niedrig: Die Shanghai Stock Exchange wird auf Basis des rückblickenden KGV mit 17,6x bewertet, während der Hong Kong China Enterprises Index bei 11,3x liegt. Die grenzüberschreitende Allokation ist weiter gestiegen – gestützt durch günstigere Bewertungen, festere Exportdaten und die Aussicht auf zusätzliche politische Unterstützung.
Institutionelle Kaufmuster und Marktdynamik
Wir sehen eine klare Entkopplung zwischen der schwachen Performance chinesischer Aktienindizes und den anhaltenden Käufen institutioneller Investoren. Obwohl der Hong Kong China Enterprises Index in einem Bärenmarkt liegt, behandeln große Fonds die Schwäche als Kaufgelegenheit. Das spricht dafür, dass sich ein potenzieller Kursboden herausbildet – getragen von langfristigem Kapital, das über den aktuellen Pessimismus hinwegschaut.
Diese „Buy-the-Dip“-Mentalität wird durch neue politische Signale und solide Konjunkturdaten befeuert. Die jüngste Senkung des einjährigen Loan Prime Rate durch die People’s Bank of China um 15 Basispunkte Anfang dieses Monats hat die Erwartungen an staatliche Unterstützung untermauert. Zudem meldete Chinas General Administration of Customs für Mai 2026 zuletzt einen Exportanstieg von 5,8 % gegenüber dem Vorjahr, was die Robustheit bestätigt, die dieses Kapital anzieht.
Die Bewertungen liefern ein überzeugendes Argument: Der HSCEI handelt bei einem KGV von nur 11,5x. Das ist ein deutlicher Abschlag gegenüber Märkten wie den USA, wo das rückblickende KGV des S&P 500 inzwischen über 28x gestiegen ist. Der Rückgang chinesischer Aktienkurse scheint deutlich größer zu sein als jeder fundamentale Substanzverlust, was den Einstieg attraktiv macht.
Implikationen und Chancen am Derivatemarkt
Für uns im Derivatemarkt deutet das auf Chancen beim Verkauf von Absicherungen nach unten hin, da die institutionellen Käufe weitere größere Rückgänge begrenzen könnten. Die implizite Volatilität bei Optionen auf große China-ETFs wie den FXI ist von ihrem Hoch im vergangenen Monat zurückgekommen, bleibt aber erhöht und bietet Put-Verkäufern attraktive Prämien. Wir sehen ein günstiges Umfeld für Strategien, die von einer Seitwärtsphase oder einer langsamen Erholung profitieren.
Entsprechend halten wir den Verkauf cash-besicherter Puts oder Bull-Put-Spreads auf große ETFs wie den FXI in den kommenden Wochen für eine praktikable Strategie. Dieser Ansatz ermöglicht es, Prämien zu vereinnahmen und zugleich eine bullische Position zu Kursniveaus aufzubauen, die noch unter den aktuell überverkauften Preisen liegen. Historisch gingen solche Divergenzphasen zwischen institutionellen Flüssen und der Retail-Stimmung häufig einer Marktwendepunktbildung voraus.
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