ING hat nach erneuter Abwärtsvolatilität, die einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vorausging und das Währungspaar kurzzeitig unter 161,0 drückte, ein erhöhtes Interventionsrisiko in USD/JPY signalisiert. Die Bank erklärte, der erste Rückgang könne bereits Devisenmarktinterventionen beinhaltet haben, und verwies auf US-Feiertage heute und am Montag als Liquiditätsbremse, die Kursbewegungen verstärken kann. Zudem verwies ING auf ein Muster im Jahr 2024, wonach japanische Behörden tendenziell rund um Feiertage intervenierten und Maßnahmen über mehrere Tage streckten – teils auch nach USD-negativen Auslösern.
Auch die Marktpreise haben sich verschoben. Ein starker Rückgang der einwöchigen Risk Reversals in USD/JPY wurde als Hinweis gewertet, dass die impliziten Chancen für eine Intervention in naher Zukunft gestiegen sind. Schwächere US-Daten wurden kurzfristig als yenstützend beschrieben, allerdings betonte ING, dass die Kommunikation der Bank of Japan bei den Zinsen deutlich hawkisher werden müsse, um eine Wiederholung der USD/JPY-Erholung zu verhindern, die nach der Interventionsrunde im April/Mai zu beobachten war.
Volatilität, Interventions-Timing und Marktpositionierung
Wir sehen, dass USD/JPY gestern bereits vor Veröffentlichung des schwachen Juni-Arbeitsmarktberichts eine unruhige Abwärtsbewegung zeigte. Nachdem das Paar zuletzt ein Mehrdekadenhoch bei 172,50 erreicht hatte, lässt sich nicht ausschließen, dass die japanischen Behörden bereits mit Interventionen am Markt begonnen haben. Der US-Feiertag zum Unabhängigkeitstag heute sorgt für dünne Liquidität und schafft damit ideale Bedingungen, damit Interventionen eine größere Wirkung entfalten können.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir in den kommenden Tagen einen deutlichen Anstieg der Volatilität. Die Derivatemärkte preisen dies ein: Die einwöchigen USD/JPY-Risk-Reversals sind auf -4,5 abgestürzt, was auf eine hohe Nachfrage nach Optionen hindeutet, die gegen einen plötzlichen Rückgang des Währungspaars schützen. Das spricht dafür, dass der Kauf kurzfristiger JPY-Calls (oder USD/JPY-Puts) eine sinnvolle Strategie sein könnte, um sich für einen offiziellen Schritt zu positionieren.
Herausforderungen für anhaltende Yen-Stärke
Allerdings sollten wir die Lehren aus den Interventionen im April/Mai 2024 berücksichtigen, als nahezu ¥10 Billionen eingesetzt wurden, der Yen aber wenige Wochen später dennoch wieder nachgab. Die jüngsten US-Daten zu den Non-Farm Payrolls, die mit lediglich 155.000 gegenüber erwarteten 200.000 veröffentlicht wurden, stützen den Yen, sind jedoch keine langfristige Lösung. Ohne eine aggressivere Kommunikation zu Zinserhöhungen durch die Bank of Japan dürfte jede interventionsgetriebene Rallye rasch auslaufen.
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