HSBC-Strategen erklärten, Indonesiens BIP- und Inflationsumfeld habe sich als widerstandsfähig erwiesen, argumentierten jedoch, dass ein Energieschock beginnt, die Aktivität und die Zahlungsbilanz zu belasten. Jüngste Indikatoren deuten auf eine nachlassende Dynamik hin, darunter Rückgänge bei den Einzelhandelsausgaben, der Verbraucherstimmung und den Exportaufträgen. Die fiskalischen Ausgaben seien vorgezogen worden, was ihrer Einschätzung nach später im Jahr restriktivere Bedingungen bedeuten könnte, da die Behörden die 3%-Obergrenze für das Haushaltsdefizit einhalten wollen.
Sie prognostizieren für 2026 ein BIP-Wachstum von 4,7% gegenüber dem Vorjahr, nach 5,1% im Jahr 2025, und erwarten zugleich eine durchschnittliche Inflation von 3,5% im Jahr 2026 gegenüber 1,9% im Jahr 2025. Die Inputpreise im PMI sind gestiegen und schlagen auf die Outputpreise durch. Die Strategen brachten die Schwäche der Rupiah mit den Außenkonten in Verbindung und erwarten, dass die Zahlungsbilanz 2026 das zweite Jahr in Folge ein jährliches Defizit ausweisen wird. Sie verwiesen auf ein Leistungsbilanzdefizit von -0,1% des BIP im Jahr 2025 bei gleichzeitigen Kapitalzuflüssen von -0,3% des BIP und hoben hervor, dass Unternehmen zwar Cash-Bestände halten, aber weiterhin zögerlich investieren.
Währungsschwäche und Marktstrategien
Wir sehen die Abwertung der Indonesischen Rupiah als das zentrale Thema, getrieben von einer schwachen Zahlungsbilanz. Der IDR hat zuletzt die Marke von 16.500 je US-Dollar unterschritten und spiegelt damit schwache Kapitalzuflüsse wider. Derivatehändler sollten eine Positionierung auf weitere Währungsschwäche in Erwägung ziehen, potenziell über den Kauf von USD/IDR-Call-Optionen, um von einem anhaltenden Rückgang zu profitieren.
Die Abkühlung der Gesamtwirtschaft, gekennzeichnet durch fallende Einzelhandelsumsätze und eine sinkende Verbraucherstimmung, stellt einen Gegenwind für indonesische Aktien dar. Die jüngste Verbrauchervertrauensumfrage der Bank Indonesia zeigte einen Rückgang auf 115,5, den niedrigsten Wert in diesem Jahr, was auf eine vorsichtige Ausgabenbereitschaft der Haushalte hinweist. Wir halten dies für eine Begründung, Put-Optionen auf den Jakarta Composite Index (JCI) zu kaufen, um sich gegen einen möglichen Marktrückgang abzusichern.
Inflationsausblick und Investitionssorgen
Da die Inflation voraussichtlich anzieht, erwarten wir wachsenden Druck auf die Zentralbank, die Geldpolitik zu straffen. Der jüngste Inflationswert stieg bereits auf 3,2% gegenüber dem Vorjahr, und eine schwache Währung wird den Preisdruck zusätzlich erhöhen. Diese Situation, die an die Volatilität der Schwellenmärkte 2018 erinnert, macht Zinsswaps, die auf höhere Zinsen setzen, zu einer attraktiven Strategie.
Das grundlegende Problem ist ein Mangel an Investitionen, obwohl die Unternehmen über reichlich Liquidität verfügen. Die Daten zu ausländischen Direktinvestitionen (FDI) für das erste Quartal 2026 bestätigten diesen Trend und zeigten einen Rückgang um 15% gegenüber dem Vorjahr. Das deutet darauf hin, dass die wirtschaftliche Schwäche kein vorübergehender Schock, sondern ein anhaltenderes Problem ist, was unseren vorsichtigen Ausblick für die kommenden Wochen untermauert.
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