Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee sagte, die Inflation bleibe das größte Hindernis für die US-Geldpolitik. Er argumentierte, der Preisdruck bewege sich weiterhin in die falsche Richtung – selbst nach einem PCE-Inflationsbericht, den er als nicht gänzlich negativ bezeichnete. Es sei schwer zu beurteilen, wie viel der heutigen Inflation vorübergehend und wie viel dauerhaft sei. Zwar sehe er gewisse Verbesserungen bei Dienstleistungen, zugleich stufte er die Dienstleistungsinflation als besorgniserregender ein. Die Kerninflation, so fügte er hinzu, liege weiterhin deutlich zu hoch und entwickle sich ungünstig – damit sei die Inflationsseite des Fed-Mandats das zentrale Problem.
Zur Kommunikation bekräftigte Goolsbee sein Unbehagen gegenüber „Forward Guidance“ und sagte, er wolle sich nicht auf mehrjährige Prognosen festlegen, äußerte jedoch keine Einwände gegen das Dot Plot. Er begrüßte eine vom Fed-Vorsitzenden geleitete Arbeitsgruppe, die Optionen für das Dot Plot prüft, und unterstützte Bemühungen, die Fed-Erklärung zu straffen. Beim Thema Künstliche Intelligenz warnte er, dass es zu Überhitzung und Inflationsdruck kommen könne, wenn Märkte künftige Produktivitätsgewinne einpreisen und Verbraucher Ausgaben in Erwartung dessen vorziehen. Zudem sagte er, Löhne seien kein starker Frühindikator für Inflation, da Preise anziehen können, bevor Lohnerhöhungen folgen.
Fed-Politikausblick und Markterwartungen zu den Leitzinsen
Wir werten diese Aussagen als klares Signal, dass der Schwerpunkt der Fed weiterhin auf der hartnäckigen Inflation liegt. Da der jüngste Core-PCE-Bericht für Mai eine anhaltende Jahresrate von 3,1% zeigt, ist die „Inflationsseite des Mandats“ in der Tat die größte Herausforderung. Diese falkenhafte Haltung deutet darauf hin, dass der Federal Funds Rate, der derzeit bei 5,50% verharrt, in absehbarer Zeit kaum gesenkt wird.
In der Folge glauben wir, dass der Derivatemarkt für das Ende des Jahres 2026 möglicherweise übermäßig optimistische Zinssenkungen einpreist. Angesichts dieses falkenhaften Tons erscheint eine Positionierung für ein „Higher-for-Longer“-Szenario durch den Verkauf von SOFR-Futures-Kontrakten sinnvoll. Diese Strategie stellt sich direkt gegen die derzeitige Markterwartung von zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte bis Jahresende.
Volatilität, KI-Risiken und Absicherung am Aktienmarkt
Die hervorgehobene Unsicherheit rund um die Dienstleistungsinflation spricht für eine Zunahme der Marktvolatilität im Vorfeld wichtiger Datenveröffentlichungen. Wir erwarten, dass die implizite Volatilität bei Optionen anzieht – insbesondere rund um die CPI- und PCE-Berichte im Juli. Entsprechend ziehen wir Long-Positionen in VIX-Call-Optionen in Betracht, um von potenziellen Marktverwerfungen zu profitieren.
Die Warnung, dass KI-getriebene Erwartungen Überhitzungsrisiken erzeugen könnten, ist insbesondere für den techlastigen Nasdaq-100-Index relevant. Anhaltend hohe Zinsen belasten typischerweise die Bewertungen von Wachstumswerten, die seit dem KI-Boom 2023–2024 deutlich gestiegen sind. Daher prüfen wir den Kauf von Protective Puts auf große Aktienindizes, um uns gegen einen möglichen Rücksetzer in den kommenden Wochen abzusichern.
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