Gold steigt, da schwache US-Arbeitsmarktdaten den Dollar belasten, Zinserhöhungserwartungen der Fed dämpfen und den Goldpreis stützen

by VT Markets
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Jul 3, 2026

Gold legte am Freitag zu: XAU/USD notierte um 4.170 US-Dollar, ein Plus von rund 1,16% im Tagesverlauf. Schwächere US-Daten zu den Nonfarm Payrolls belasteten den US-Dollar und verschoben die Erwartungen an den nächsten Schritt der US-Notenbank Fed. Der Dollar-Index (DXY) bewegte sich nahe 100,76 und damit in der Nähe von Zweiwochentiefs, nachdem die USA im Juni 57.000 neue Stellen geschaffen hatten – gegenüber einer Konsensschätzung von 110.000. Die Märkte verlagerten die Einpreisung einer Zinserhöhung von September auf Dezember: Laut CME FedWatch sank die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt im September auf 53% von zuvor 63%, während die Dezember-Quote bei 76,8% lag. Diese Neubewertung half Gold, sich von dem am Dienstag markierten Siebenmonatstief bei 3.949 US-Dollar zu erholen, und ebnet den Weg für den ersten Wochengewinn seit fünf Wochen.

Gold hat sich oberhalb von 4.000 US-Dollar behauptet, nachdem es von seinem Januar-Hoch nahe 5.600 US-Dollar um fast 28% gefallen war. Das makroökonomische Umfeld bleibt im Fokus: Die Ölpreise geben von den Hochs im Zuge der US-Iran-Kriegssorgen nach, und die Geldpolitik bleibt restriktiv, bis die Inflation in Richtung des Fed-Ziels von 2% tendiert. Die Nachfrage aus dem offiziellen Sektor bleibt ein wichtiger Stützpfeiler: Daten des World Gold Council zeigen, dass Zentralbanken im Mai netto 41 Tonnen hinzugekauft haben. In der „Central Bank Gold Reserves Survey 2026“ erwarten 89%, dass die globalen Reserven in den nächsten 12 Monaten steigen, während 45% planen, die eigenen Bestände auszubauen. Aus technischer Sicht testet XAU/USD erneut den 20-Tage-SMA nahe 4.156 US-Dollar; das obere Bollinger-Band liegt bei rund 4.371 US-Dollar, das untere bei etwa 3.942 US-Dollar. Der RSI liegt um 47, und der MACD bleibt im positiven Bereich.

Kurzfristige Chancen für Gold durch veränderte Fed-Erwartungen

Angesichts des schwachen Juni-Arbeitsmarktberichts sehen wir kurzfristig die Chance, dass Gold seine Erholung fortsetzt. Die nach hinten verschobenen Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung schwächen den US-Dollar – was Goldpreise unmittelbar stützt. Kurzfristig bullishe Strategien könnten genutzt werden, um von diesem Stimmungsumschwung zu profitieren.

Für die kommenden ein bis zwei Wochen richten wir den Blick auf den Kauf von Call-Optionen mit Ausübungspreisen in Richtung der Widerstandszone um 4.371 US-Dollar. Die zentrale Unterstützung bleibt der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 4.156 US-Dollar. Solange Gold darüber bleibt, ist der Weg des geringsten Widerstands nach oben gerichtet.

Diese kurzfristige Stärke wird zudem durch eine sehr robuste Grundnachfrage offizieller Institutionen untermauert. Im ersten Quartal dieses Jahres stockten Zentralbanken ihre Reserven um massive 290 Tonnen auf – der stärkste Jahresauftakt seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese anhaltenden Käufe bilden einen soliden Boden unter dem Markt und erhöhen die Bereitschaft, Rücksetzer zu kaufen.

Mittelfristige Risiken und optionsbasierte Strategien

Gleichwohl ist mittelfristig Vorsicht geboten, da eine Fed-Zinserhöhung lediglich verschoben, nicht aufgehoben ist. 2023 hatte der Markt mehrfach eine Fed-Wende eingepreist, die sich monatelang nicht materialisierte – und allzu dovishe Positionierungen bestrafte. Die Wahrscheinlichkeit einer Dezember-Anhebung liegt weiterhin bei über 75% und dürfte die Goldrally begrenzen, je näher dieser Termin rückt.

Der Rückgang der Ölpreise hilft zwar, die Gesamtinflation zu dämpfen, doch für die Fed steht die Kerninflation im Vordergrund. Trotz fallender Energiepreise bleibt die Kern-PCE-Inflation hartnäckig hoch und wurde zuletzt mit 2,9% gemeldet – deutlich über dem 2%-Ziel. Damit ist es unwahrscheinlich, dass die Fed kurzfristig ein klar dovishes Signal sendet.

Entsprechend setzen wir darauf, über Optionen das Risiko bei bullischen Trades klar zu begrenzen. Denkbar ist der Kauf von Call-Spreads, die von einer Bewegung in Richtung 4.371 US-Dollar profitieren, gleichzeitig aber schützen, falls die Erholung ausläuft. So lässt sich an der aktuellen Aufwärtsbewegung partizipieren, ohne die weiterhin bestehenden erheblichen langfristigen Gegenwinde auszublenden.

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