Gold legte am Freitag zu, da der US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen nachgaben. XAU/USD erreichte ein Zwei-Tages-Hoch bei 4.096 US-Dollar, bevor es bei 4.076 US-Dollar handelte – ein Plus von 1,24 %. Die Bewegung erfolgte, nachdem die Märkte die Erwartungen an einen restriktiveren Kurs der US-Notenbank Federal Reserve zurücknahmen, obwohl die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe seit Mittwoch um fast 14 Basispunkte auf 4,374 % gefallen ist. Der Renditerückgang folgte auf einen Rutsch der Ölpreise, nachdem berichtet wurde, der US-Iran-Konflikt sei beigelegt und die Straße von Hormus wieder geöffnet worden. Der Dollar-Index (DXY) gab um 0,10 % auf 101,33 nach und stützte damit das Edelmetall.
Inflationsdaten hielten die geldpolitische Sensitivität hoch: Der Core-PCE stieg im Mai im Jahresvergleich um 3,4 % und entsprach damit den Erwartungen, lag jedoch über den 3,3 % im April und dem Fed-Ziel von 2 %. Das Konsumklima der University of Michigan für Juni verbesserte sich leicht auf 49,5 von 48,9. Die Einjahres-Inflationserwartungen verharrten bei 4,6 %, während die Fünfjahres-Erwartungen von 3,4 % auf 3,3 % sanken. Prime Terminal wies für September eine Wahrscheinlichkeit von 73 % für eine Zinserhöhung aus; Fed-Funds-Futures preisten 18,46 Basispunkte an Straffung ein. Technisch wird Widerstand bei 4.098 und 4.100 US-Dollar gesehen, danach bei 4.150 und 4.200 US-Dollar. Auf der Unterseite liegen Marken bei 4.050, 4.000 sowie dem Jahrestief (YTD) von 3.959 US-Dollar.
—Marktdynamik und Ausblick für Goldpreise
Wir beobachten, dass Gold Halt findet, während die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren jüngsten Hochs zurückkommen. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe ist auf rund 4,25 % gesunken, was den Druck auf nicht verzinsliche Anlagen wie Edelmetalle verringert. Das hat auch den US-Dollar-Index (DXY) geschwächt und schafft damit ein unterstützendes Umfeld für Gold.
Die jüngsten Inflationsdaten aus dem Core-PCE-Bericht für Mai 2026 zeigten einen Wert von 2,6 %, der zwar weiterhin über dem Ziel von 2 % liegt, aber den anhaltenden disinflationären Trend bestätigt. Das untermauert unsere Einschätzung, dass die Federal Reserve über den Sommer hinweg an der Seitenlinie bleiben wird. Das CME FedWatch Tool preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 60 % für mindestens eine Zinssenkung bis Ende 2026 ein.
—Trading-Strategien und Risiken im Blick
Vor dem Hintergrund erwarteter Fed-Geduld und möglicher Lockerung später im Jahr halten wir es für sinnvoll, bullische Derivate-Strategien in Betracht zu ziehen. Der Kauf von Call-Optionen auf Gold-ETFs für das vierte Quartal ermöglicht eine Partizipation an Kursanstiegen bei klar definiertem Risiko. Die Strategie profitiert, wenn Gold in Erwartung sinkender Zinsen steigt – historisch ein wichtiger Treiber für das Metall.
Gleichzeitig müssen wir die anstehenden Risiken im Blick behalten, insbesondere den US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) in der kommenden Woche. Eine überraschend starke Zahl könnte Renditen und Dollar vorübergehend nach oben treiben und damit Gegenwind für Gold erzeugen. Zur Steuerung dieses Risikos erwägen wir auch Bull-Call-Spreads, die die anfänglichen Einstiegskosten senken, im Gegenzug jedoch das Aufwärtspotenzial begrenzen.
Historisch hat Gold in den Monaten vor Beginn eines Fed-Lockerungszyklus oft sehr gut abgeschnitten. Da Gold oberhalb einer starken Unterstützung bei 2.300 US-Dollar konsolidiert, sehen wir ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Ein Ausbruch über den Widerstand bei 2.380 US-Dollar wäre für uns ein Signal, dass die nächste Aufwärtsbewegung begonnen hat.
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