Gold (XAU/USD) blieb zu Beginn des europäischen Handels am Montag unter Druck und rutschte auf etwa 4.060 US-Dollar ab, nachdem eine Bewegung den Preis zuvor in die Nähe von 4.050 US-Dollar geführt hatte. Der Rücksetzer erfolgte, weil sich die Unsicherheit über die US-Iran-Gespräche mit den Erwartungen an eine restriktive US-Notenbankpolitik (Fed) überlagerte – der Fokus richtet sich damit auf die anstehenden Signale vom US-Arbeitsmarkt. Der nächste wichtige Test ist am Donnerstag der US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls).
Die USA und der Iran vereinbarten, Angriffe auszusetzen, und planen am Dienstag Gespräche in Doha (Katar) über die Straße von Hormus, nachdem es mehrere Tage lang zu Auseinandersetzungen in der Nähe der Wasserstraße gekommen war. Dennoch erklärte Irans Außenminister, die Kontrolle über die Meerenge liege bei Teheran, während ein iranischer Offizieller warnte, Versuche, die bevorzugte Route zu umgehen, würden „Spannungen und Eskalation“ riskieren. Märkte verknüpfen jede erneute Reibung im Nahen Osten mit Inflationssorgen und der Aussicht auf länger hohe Zinsen – das kann das zinslose Edelmetall belasten; laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bereits ab September 2026 bei knapp 59,7%. Ökonomen erwarten für Juni einen Anstieg der Beschäftigung um 114.000 Stellen und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,3%.
Abwärtsdruck auf Gold und Handelsstrategien
Da Gold nahe 4.060 US-Dollar notiert, sehen wir den unmittelbaren Druck als abwärtsgerichtet – begünstigt durch nachlassende US-Iran-Spannungen und die Aussicht auf höhere Zinsen. Dieses Umfeld macht das Halten zinsloser Anlagen wie Gold weniger attraktiv. Daher ziehen wir den Kauf von Put-Optionen auf Gold-Futures in Betracht, die profitieren würden, wenn der Preis weiter fällt.
Der Nonfarm-Payrolls-(NFP)-Bericht am Donnerstag ist das wichtigste Ereignis dieser Woche. Eine starke Zahl, die die Prognose von 114.000 deutlich übertrifft, dürfte die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September untermauern und Gold weiter unter Druck setzen. Eine Analyse des letzten Zinserhöhungszyklus der Fed in den Jahren 2024–2025 zeigt, dass Goldpreise in den Handelssitzungen nach einer deutlich stärker als erwarteten NFP-Veröffentlichung im Durchschnitt um 1,2% fielen.
Marktunsicherheit und Chancen durch Volatilität
Das derzeitige „vorläufige Zurückrudern“ im Nahen Osten ist fragil und sorgt für eine unterschwellige Unsicherheit. Die implizite Volatilität bei kurz laufenden Goldoptionen liegt nahe 17% – ein Niveau, das angesichts des binären Risikos durch den Arbeitsmarktbericht zu niedrig erscheint. Das spricht dafür, Straddles oder Strangles zu kaufen, die von einer großen Kursbewegung in beide Richtungen profitieren können, um sich gegen ein überraschendes Ergebnis abzusichern.
Der Markt preist den restriktiven Kurs der Fed zunehmend ein; das CME-FedWatch-Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 60% für eine Zinserhöhung bis September. Das stützt den US-Dollar: Der Dollar-Index (DXY) erreichte zuletzt ein Dreiwochenhoch von 106,15 und stellt damit einen direkten Gegenwind für den Goldpreis dar. Wir sehen diese Dynamik als zentralen Grund, kurzfristig an einer bärischen Grundtendenz beim Edelmetall festzuhalten.
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