Gold (XAU/USD) fiel im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf etwa 4.015 US-Dollar, da ein festerer Inflationsdruck die Erwartungen untermauerte, dass die Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten werden. Geopolitische Risiken blieben im Fokus, nachdem CNBC berichtet hatte, die USA und Iran wollten am Dienstag nach den Kämpfen am Wochenende Gespräche in Doha, Katar, führen – die Unsicherheit blieb jedoch hoch, und Irans Außenministerium reagierte nicht.
Die US-Notenbank Federal Reserve beließ die Zinsen auf ihrer Juni-Sitzung unverändert; zugleich signalisierten die Währungshüter weiterhin eine Zinserhöhung später in diesem Jahr, da die Inflation über dem Zielwert von 2 % liegt. Die fehlende Verzinsung kann die Attraktivität von Gold mindern, wenn die Zinsen erhöht sind. Händler beobachten am Mittwoch die US-ADP-Arbeitsmarktdaten sowie am Donnerstag den US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) auf Hinweise zur Fed-Politik und zum US-Dollar (USD). Zentralbanken bleiben entscheidende Halter: Laut World Gold Council kauften sie 2022 insgesamt 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – der größte Jahreszukauf seit Beginn der Aufzeichnungen.
—Fed-Politik, Inflation und geopolitische Risiken prägen den Ausblick für Gold
Angesichts des Rücksetzers bei Gold auf rund 4.015 US-Dollar an diesem Dienstag, dem 30. Juni 2026, sehen wir den Markt zwischen zwei gegenläufigen Kräften gefangen. Auf der einen Seite sorgen anhaltende Inflation und eine restriktive Federal Reserve für spürbaren Gegenwind für das unverzinsliche Metall. Auf der anderen Seite stützen die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Notierungen über die Nachfrage nach sicheren Häfen.
Wir sind der Ansicht, dass die „higher for longer“-Zinshaltung der Fed der wichtigste Treiber der aktuellen Schwäche ist. Da die jüngsten Daten zum US-Verbraucherpreisindex (CPI) weiterhin zeigen, dass die Inflation hartnäckig oberhalb von 3 % verharrt, preist der Markt zutreffend die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Jahr ein. Dieses hohe Zinsumfeld erhöht die Opportunitätskosten der Goldhaltung und macht in US-Dollar denominierte Anlagen attraktiver.
Gleichzeitig beobachten wir die US-Iran-Gespräche sehr genau, da jedes Anzeichen eines Scheiterns eine kräftige Rally auslösen könnte. Wir sahen, dass Gold in den Wochen nach Beginn des Nahost-Konflikts im Oktober 2023 um nahezu 8 % zulegte; ein ähnlicher Sprung ist möglich, falls die Diplomatie scheitert. Diese Unsicherheit dürfte das Abwärtsrisiko begrenzen, da Käufer bei deutlicheren Rücksetzern, die von geopolitischen Ängsten getrieben sind, einsteigen dürften.
—Zentralbankkäufe, Arbeitsmarktdaten und Trading-Chancen
Der unmittelbare Fokus in den kommenden Tagen muss auf den US-Arbeitsmarktdaten liegen – mit ADP am Mittwoch und dem wichtigen Nonfarm-Payrolls-(NFP)-Bericht am Donnerstag. Wir rechnen damit, dass die implizite Volatilität bei Goldoptionen im Vorfeld dieser Veröffentlichungen anzieht, was Chancen für Trader eröffnet. Ein starker NFP-Wert, etwa über 200.000 neue Stellen, würde den restriktiven Kurs der Fed voraussichtlich untermauern und Gold in Richtung der Marke von 3.950 US-Dollar drücken können.
Jenseits dieser kurzfristigen Treiber liefert der langfristige Trend der Zentralbankkäufe weiterhin eine starke strukturelle Unterstützung für Gold. Zentralbanken aus Schwellenländern haben seit 2022 in jedem Quartal durchgängig mehr als 200 Tonnen Gold zu ihren Reserven hinzugefügt – eine Diversifizierungsstrategie weg vom US-Dollar, die unserer Einschätzung nach anhalten wird. Diese stetige Nachfrage wirkt als signifikanter Puffer gegen einen starken, länger anhaltenden Preisrückgang.
Für Derivatehändler spricht dies dafür, in den kommenden Wochen eher Strategien zu verfolgen, die von Volatilität profitieren, statt reine Richtungswetten einzugehen. Wir ziehen Optionsstraddles im Vorfeld des NFP-Berichts in Betracht, um von einer größeren Kursbewegung unabhängig von der Richtung zu profitieren. Für Marktteilnehmer mit bearisher Ausrichtung aufgrund der Fed-Politik bieten Put-Spreads eine Möglichkeit, mit klar definiertem Risiko auf weiteres Abwärtspotenzial zu setzen.
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