Gold legte moderat zu, tat sich jedoch schwer, sich über 4.300 US-Dollar zu halten, und gab nach dem Anstieg auf den höchsten Stand seit dem 18. Juni wieder nach. Auslöser war eine leichte Erholung der US-Dollar-Nachfrage. Der Greenback erhielt Unterstützung, nachdem Vertreter der US-Notenbank (Fed) erneut auf Inflationsrisiken hingewiesen hatten, während die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von rund 80% für eine Zinserhöhung bis Jahresende einpreisen. Schwächere US-Daten begrenzten jedoch die Bewegung: Der ADP-Bericht wies für Juli ein Plus der Beschäftigung im Privatsektor von 40.000 aus (zuvor 95.000), und der ISM-Index für den Dienstleistungssektor stieg zwar leicht auf 54,1 von 54,0, blieb aber unter der Erwartung von 54,5. In der Folge sank die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September auf etwa 55% von 67%, der Fokus richtet sich nun auf die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) am Freitag.
Auch geopolitische Faktoren flossen in die Preisfindung ein. Jemens iranfreundliche Huthi meldeten Raketenangriffe auf einen saudischen Öltanker nahe Yanbu sowie auf ein weiteres Schiff im Golf von Aden. Gleichzeitig hielten Hoffnungen auf ein US-Iran-Entgegenkommen und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus den Ölpreis in der Nähe eines Mehrwochentiefs; Iran erklärte, man finalisiere einen Entwurfsvertrag mit Oman. Charttechnisch hat Gold erstmals seit dem 17. März die 50-Tage-Linie (SMA) überwunden, der MACD liegt bei 29,52 und der RSI bei 61,28. Auf der Oberseite gelten das 23,6%-Retracement und 4.500 US-Dollar als Widerstände, während Unterstützungen bei 4.157,24 und 3.939,05 US-Dollar gesehen werden. Weitere Retracement-Marken liegen bei 4.678,89, 4.853,49 und 5.102,07 US-Dollar.
Optionsvolatilität und Goldpreis vor den NFP
Wir empfehlen Derivatehändlern heute Zurückhaltung, da Gold knapp unter der Marke von 4.300 US-Dollar vor dem am Freitag anstehenden, wichtigen US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) konsolidiert. Historisch zeigen Goldpreise nach deutlichen NFP-Überraschungen durchschnittliche Tagesausschläge von 1,2% bis 1,8% – kurzfristige Optionen reagieren daher besonders sensibel auf die anstehenden Daten. Wir raten, größere gerichtete Optionskäufe bis zur Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen aufzuschieben, um besser einschätzen zu können, ob sich der Arbeitsmarkt tatsächlich abkühlt.
Ein möglicher diplomatischer Durchbruch zwischen den USA und Iran in Bezug auf die Straße von Hormus könnte die Ölpreise gedrückt halten, was typischerweise Inflationssorgen dämpft. Gelingt eine Einigung, erwarten wir, dass die daraus resultierende Dollar-Schwäche Gold über den aktuellen Widerstand hebt. Trader sollten erwägen, Long-Call-Optionen einzusetzen, um dieses potenzielle Aufwärtsszenario abzubilden, und zugleich das Abwärtsrisiko zu begrenzen, falls regionale Spannungen erneut aufflammen.
Strategische Positionierung für makroökonomische Verschiebungen
Nachdem die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September infolge schwacher ADP-Daten auf 55% gefallen ist, verschiebt sich das makroökonomische Umfeld wieder zugunsten des nicht verzinslichen Edelmetalls. Historisch tendiert Gold dazu, im Durchschnitt um 4,2% im folgenden Monat zu steigen, wenn Zinserwartungen in Phasen nachlassender Konjunkturdaten unter 60% fallen. Wir empfehlen, diese Verschiebung über Bull-Call-Spreads zu positionieren, um von einer weniger aggressiven Fed zu profitieren.
Technisch signalisiert der nachhaltige Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt bei 4.157,24 US-Dollar eine robuste Grunddynamik. Gelingt ein Ausbruch über den Widerstand bei 4.300 US-Dollar, erwarten wir einen Lauf in Richtung 4.500 US-Dollar, einem wichtigen historischen Widerstandsbereich. Um den Trend zu nutzen, können Derivatehändler erwägen, Put-Optionen in der Nähe der Unterstützungszone um 4.150 US-Dollar zu schreiben, um Prämien zu vereinnahmen.
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