Gold (XAU/USD) rutschte am Donnerstag im frühen Asienhandel auf rund 3.995 US-Dollar ab und weitete damit die Verluste aus – erstmals seit November 2025 fiel der Kurs wieder unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Auslöser waren steigende Erwartungen an höhere US-Zinsen sowie ein festerer US-Dollar (USD), die das zinslose Edelmetall belasteten. Der Fokus richtet sich nun auf die am Donnerstag anstehenden US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai, ein wichtiger Indikator zur Beurteilung des kurzfristigen Inflationspfads.
Die Zinserwartungen haben sich nach oben verschoben, nachdem die US-Notenbank (Fed) auf ihrer Juni-Sitzung einen restriktiven Ton angeschlagen hatte; zudem haben inflationsbezogene Sorgen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg die Preisbildung beeinflusst. Laut dem CME-FedWatch-Tool preisen die Märkte aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 34,2 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli ein (gegenüber 8,5 % vor einer Woche) sowie 66,4 % für September (gegenüber 29,1 %). Da die PCE-Daten noch ausstehen, könnte jeder Hinweis auf nachlassenden Preisdruck den Greenback schwächen und damit dem in US-Dollar denominierten Rohstoff Unterstützung geben.
Bärischer Ausblick angesichts restriktiver Fed und geopolitischer Risiken
Da Gold die kritische Unterstützungsmarke bei 4.000 US-Dollar unterschritten hat, sollte unsere kurzfristige Positionierung für die kommenden Wochen bärisch ausgerichtet sein. Haupttreiber ist die zunehmende Überzeugung des Marktes, dass die Federal Reserve aggressiver vorgehen wird – was das zinslose Edelmetall unattraktiver macht. Wir sehen diesen Bruch als Gelegenheit, vor den heutigen wichtigen Inflationsdaten Short-Positionen zu eröffnen oder auszubauen.
Der anhaltende Konflikt im Iran, der die Brent-Ölpreise wieder in Richtung 110 US-Dollar je Barrel getrieben hat, schürt weiterhin Inflationssorgen und untermauert den restriktiven Kurs der Fed. Dieses Umfeld bestraft Anlagen wie Gold, die keine laufende Rendite abwerfen. Historisch gesehen, wenn die Fed Inflation entschlossen bekämpft – wie 2022 –, entwickelt sich Gold in der Regel unterdurchschnittlich.
Strategische Trades und Positionierung in einem starken-Dollar-Umfeld
Im Vorfeld der Veröffentlichung der PCE-Daten prüfen wir den Kauf von Put-Optionen auf Gold-Futures mit Laufzeit bis August. Wir rechnen mit einem Kern-PCE-Wert von etwa hartnäckigen 3,8 %, was der Fed zusätzliche Argumente für weitere Zinsschritte liefern und Gold in Richtung der nächsten Unterstützung bei rund 3.925 US-Dollar drücken könnte. Ausübungspreise um 3.900 US-Dollar erscheinen attraktiv, um diese erwartete Abwärtsbewegung abzubilden.
Diese Strategie wird durch die Stärke des US-Dollars untermauert, nachdem der Dollar-Index (DXY) in diesem Jahr erstmals über 107,50 gestiegen ist. Ein starker Dollar verteuert Gold für ausländische Käufer und erhöht damit den Preisdruck. Als korrelierten Trade können wir zudem über Derivate Long-Positionen im US-Dollar eingehen.
Die rasche Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten für Zinserhöhungen – mit einer nun bei 66,4 % gesehenen Chance für September – spiegelt die Marktstimmung von Anfang 2023 vor der letzten Serie an Zinsschritten wider. Die Botschaft der Fed ist eindeutig, und wir sollten nicht auf eine dovishe Kehrtwende setzen, solange die Inflation keine deutlichen Abkühlungssignale zeigt. Daher kann auch der Verkauf von Call-Spread-Strategien oberhalb von 4.050 US-Dollar eine sinnvolle Option sein, um Prämien zu vereinnahmen und zugleich an einem bärischen Ausblick festzuhalten.
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