Gold hat die Unterstützungszone bei 3.930/3.885 US‑Dollar, die mit dem Tief vom November 2025 zusammenfällt, verteidigt und ist kräftig angesprungen. Die Bewegung hat das Metall in Richtung einer seit März bestehenden fallenden Trendlinie geführt, die nahe 4.300 US‑Dollar verläuft. Allerdings gibt es bislang keine klaren technischen Signale, die eine größere Gegenbewegung eindeutig bestätigen würden.
Der Fokus liegt nun darauf, ob die Preise eine Bodenbildung ausbilden und anschließend in Richtung einer Trendwende vorstoßen können. Auf der Oberseite bleibt der Widerstand im Blick, da der 50‑Tage‑ und der 200‑Tage‑Durchschnitt um 4.380/4.480 US‑Dollar zusammenlaufen und damit eine zentrale Hürde für weiteres Aufwärtspotenzial bilden.
—Technischer Ausblick und makroökonomischer Hintergrund
Wir sehen, dass Gold die entscheidende Unterstützungszone um 3.900 US‑Dollar erfolgreich verteidigt hat – das war das Tief im November 2025. Der kräftige Rebound ist positiv zu werten, doch nähern wir uns nun der ersten Widerstandslinie an der fallenden Trendlinie bei rund 4.300 US‑Dollar. Wir betrachten diesen Bereich eher als Zone für Vorsicht statt für ausgeprägten Optimismus.
Auch die Konjunkturdaten liefern ein gemischtes Bild und untermauern die technische Unentschlossenheit. Zwar lag der Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni 2026 mit 2,9% leicht unter den Erwartungen, der jüngste Arbeitsmarktbericht zeigte jedoch einen kräftigen Zuwachs von 280.000 neuen Stellen. Dieser Gegensatz aus nachlassender Inflation und robuster Konjunktur lässt den nächsten Schritt der US‑Notenbank offen und begrenzt vorerst das Aufwärtspotenzial bei Gold.
—Handelsstrategie und Risikomanagement
Angesichts des markanten Widerstands, der durch das Zusammentreffen des 50‑Tage‑ und des 200‑Tage‑Durchschnitts zwischen 4.380 und 4.480 US‑Dollar entsteht, ziehen wir in Erwägung, aus dem Geld liegende Call‑Spreads mit August‑Verfall zu verkaufen. Diese Strategie würde davon profitieren, wenn Gold in den kommenden Wochen nicht nachhaltig über diese ausgeprägte technische Barriere ausbricht. Sie bietet einen Ansatz mit definiertem Risiko, um die Einschätzung zu handeln, dass eine größere Rally noch nicht eingesetzt hat.
Historisch tendiert die implizite Volatilität dazu, nach einem solchen Rebound bei einer Konsolidierung unterhalb des 200‑Tage‑Durchschnitts nachzugeben. Daher sind wir derzeit zurückhaltend, Optionen zu kaufen, und bevorzugen Strategien, die von einer Seitwärtsphase oder vom Zeitwertverfall der Optionsprämien profitieren. Zu Käufen schützender Puts würden wir erst übergehen, wenn der Kurs an der Trendlinie bei 4.300 US‑Dollar klar zurückgewiesen wird.
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