GBP/USD gab am Dienstag im asiatischen Handel auf rund 1,3240 nach und hielt sich damit unter 1,3250, während die Märkte den stabilen Zinspfad der BoE gegen einen festeren US-Dollar abwägten. Der Fokus richtet sich nun auf die US-ADP-Beschäftigungsdaten sowie den Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) im weiteren Wochenverlauf. Erwartet wird, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihre Geldpolitik in diesem Jahr erneut straffen könnte.
Die Fed ließ die Zinsen bei ihrer Juni-Sitzung unverändert, während die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel der Notenbank liegt. Laut dem CME-FedWatch-Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 60% für eine Zinserhöhung bis September ein. Auch das Pfund geriet unter Druck, nachdem das Profil des britischen BIP für das 1. Quartal angepasst wurde: Die Wirtschaftsleistung stieg im Quartalsvergleich um 0,6% und blieb damit in der finalen Schätzung des Office for National Statistics unverändert, die jährliche Wachstumsrate wurde jedoch von 1,1% auf 0,9% nach unten revidiert. Zuletzt notierte das Währungspaar nahe 1,3222, nachdem es den Bereich um das obere Ende der Spanne der Vorwoche bei rund 1,3270 nicht überwinden konnte.
Politische Divergenz und ihre Auswirkungen auf GBP/USD
Wir sehen, dass das britische Pfund Schwierigkeiten hat, eine klare Richtung zu finden, und gegenüber dem US-Dollar nahe der Marke von 1,2715 handelt. Treibender Faktor ist aus unserer Sicht die zunehmende Divergenz in der Geldpolitik zwischen der Bank of England (BoE), die Zinssenkungen andeutet, und einer geduldigeren US-Notenbank Federal Reserve. Diese Divergenz dürfte die Handelsmuster über den Sommer bestimmen.
Die BoE beließ den Leitzins in ihrer jüngsten Sitzung bei 5,25%, doch die Kommunikationslage deutet darauf hin, dass eine erste Zinssenkung bereits im August erfolgen könnte. Nachdem die im Juni veröffentlichten britischen Inflationsdaten gezeigt hatten, dass die Gesamtinflation erstmals seit fast drei Jahren auf das 2%-Ziel der Notenbank gefallen ist, gewinnt das Argument für eine Lockerung der Geldpolitik an Gewicht. Diese Erwartung begrenzt das Aufwärtspotenzial des Pfunds.
Auf der anderen Seite des Atlantiks scheint die Federal Reserve es nicht eilig zu haben, die Zinsen zu senken, da jüngste Daten zeigen, dass die US-Kerninflation bei rund 3,4% hartnäckig hoch bleibt. Das CME-FedWatch-Tool zeigt, dass Händler für September eine Wahrscheinlichkeit von rund 65% für eine erste Zinssenkung einpreisen – ein weniger eindeutiger Pfad als jener, der für das Vereinigte Königreich erwartet wird. Die robuste US-Konjunktur stützt den Dollar weiterhin strukturell.
Handelsstrategie und zentrale Risiken
Vor diesem Hintergrund halten wir es für eine sinnvolle Strategie, aus dem Geld liegende GBP/USD-Call-Optionen mit einem Ausübungspreis um 1,2850 zu verkaufen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, Prämien zu vereinnahmen – basierend auf der Einschätzung, dass es dem Pfund kurzfristig schwerfallen dürfte, nachhaltig deutlich höher auszubrechen. Das aktuell niedrige Volatilitätsumfeld macht das Chancen-Risiko-Profil beim Optionsverkauf attraktiv.
Wir behalten den anstehenden US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) genau im Blick, da er ein zentraler Datenpunkt ist. Historisch kann eine Beschäftigungszahl, die die Erwartungen um 50.000 Stellen oder mehr verfehlt, die eingepreisten Zinssenkungswahrscheinlichkeiten unmittelbar nach oben treiben und den Dollar schwächen. Eine überraschend starke Veröffentlichung würde hingegen die aktuelle Dynamik untermauern und Strategien begünstigen, die auf ein schwächeres Pfund setzen.
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