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Falkenhafte Fed und flachere US-Zinskurve treiben den Dollar, während OCBC die Euro-Prognose senkt und die Yen-Prognose anhebt

by VT Markets
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Jun 29, 2026

Eine restriktivere US-Notenbank und eine flachere US-Renditekurve haben hohe Ölpreise als wichtigste Stützen für den Dollar abgelöst. Der Greenback hat zugelegt, obwohl fallende Ölpreise die Terms of Trade belasteten. Der Wechsel ging mit einer Auflösung von „Debasement“-Trades einher – sichtbar in nachgebenden Gold- und Kryptopreisen. Zugleich rückten die geldpolitische Unabhängigkeit und die Verknüpfung von USD und Zinsdifferenzen wieder in den Fokus, nachdem diese Beziehung während des Energieschocks zuvor zeitweise entkoppelt war.

OCBC hat seine Währungsprognosen zum Jahresende angepasst: EUR/USD wurde von 1,18 auf 1,11 gesenkt, USD/JPY von 155 auf 163 angehoben. Die Bank sieht nun einen Ausbruch im Dollarindex (DXY), der 2–3% Aufwärtspotenzial impliziert; für ein Plus von 5% bräuchte es entweder einen Ölpreisschub oder ein Überhitzungsszenario in den USA. Ein festerer USD bei zugleich zunehmenden Zinsdifferenzen dürfte vor allem auf Niedrigzinswährungen wie den Schweizer Franken und den japanischen Yen drücken – auch wenn prozyklische Carry-Trades je nach Wahl der Finanzierungswährungen weiterhin funktionieren können.

Fed-Politikunabhängigkeit treibt nun die USD-Stärke

Wir sehen die Stärke des US-Dollar nicht mehr an Ölpreise gebunden, sondern an den restriktiven Kurs der Federal Reserve. Das Bekenntnis der Fed zur geldpolitischen Unabhängigkeit führt zur Auflösung von Positionierungen in Anlagen wie Gold und Krypto. Das stützt den Dollar, da er sich wieder stärker an wachsenden Zinsdifferenzen ausrichtet.

Die jüngsten US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für Mai lagen mit 3,8% hartnäckig über den Erwartungen und untermauerten die hawkische Rhetorik der Fed. In der Folge hat sich der Abstand zwischen den Renditen 10-jähriger und 2-jähriger US-Staatsanleihen auf nur noch 15 Basispunkte verengt – ein klassisches Signal, das einen stärkeren Dollar unterstützt. Wir erwarten, dass sich dieser Trend über die Sommermonate fortsetzt.

Positionierung und Handelsstrategien in einer Phase der USD-Outperformance

Vor diesem Hintergrund positionieren wir uns für einen schwächeren Euro und peilen zum Jahresende das Niveau 1,11 gegenüber dem Dollar an. Derivatehändler sollten den Kauf von EUR/USD-Put-Optionen oder den Aufbau von Short-Positionen in Futures-Kontrakten in Erwägung ziehen, um von dem erwarteten Rückgang zu profitieren. Die jüngste dovishe Wende der Europäischen Zentralbank im Kontrast zur Fed stützt diese Sicht zusätzlich.

Der japanische Yen wirkt besonders anfällig, und wir erwarten, dass USD/JPY 163 erreicht. Das unbeirrte Festhalten der Bank of Japan an einer ultralockeren Geldpolitik spricht dafür, USD/JPY-Call-Optionen zu nutzen. Diese Zinsdivergenz ist in diesem Jahr so groß wie bisher nicht – ein Trade mit hoher Überzeugung.

Wir positionieren uns für einen Anstieg des breiteren Dollarindex (DXY) um 2–3% von seinem aktuellen Niveau um 106,50, was an die Dollar-Rallye Ende 2022 erinnert. Für Händler mit höherer Risikobereitschaft bleiben Carry-Trades attraktiv, die durch Short-Positionen im Schweizer Franken oder japanischen Yen finanziert werden. Eine sorgfältige Auswahl der zu kaufenden Hochzinswährung ist in diesem Umfeld jedoch entscheidend.

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