EZB-Sintra-Forum behält falkenhaften Kurs bei: Eurozonen-Inflation dürfte stocken, EUR/USD gestützt

by VT Markets
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Jun 29, 2026

Das Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) läuft von heute bis Mittwoch, und der Markt richtet den Blick darauf, ob Präsidentin Christine Lagarde in ihren Eröffnungsbemerkungen die geldpolitische Botschaft im Vorfeld der Juni-VPI-Daten nachjustiert. Die Makroeinschätzung von ING deutet darauf hin, dass die Inflation leicht über dem Konsens landet – bei 3,1% (Gesamtinflation) und 2,6% (Kerninflation). Diese Kombination würde auf eine ins Stocken geratene Disinflation hindeuten, ohne den Druck auf die Reaktionsfunktion der EZB zu mindern. Vor diesem Hintergrund bleibt das Basisszenario der Bank ein weiterer EZB-Zinsschritt im September.

Die Devisenbewertung wird als Balance zwischen einer möglichen erneuten US-Dollar-Stärke und der Unterstützung gesehen, die ein hawkisher Ton in Sintra der Gemeinschaftswährung geben kann. In diesem Szenario sieht ING das Abwärtsrisiko für EUR/USD auf 1,130 begrenzt, mit einer graduellen Rückkehr Richtung 1,150 im Juli. Vom Forum wird vor der VPI-Veröffentlichung am Mittwoch keine dovishe Wendung erwartet; der geldpolitische Bias bleibt bis zu den Daten intakt.

EZB-Ausblick und Inflationsbild

Da das Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank in dieser Woche stattfindet, erwarten wir von Präsidentin Lagarde keine Signale für dovishe geldpolitische Kursänderungen. Im Fokus stehen die anstehenden Inflationszahlen für Juni, die den nächsten Schritt der EZB bestimmen werden. Entsprechend rechnen wir weiterhin mit einem überwiegend hawkishen Ton, um die Märkte auf „höhere Zinsen für länger“ einzustellen.

Unser Makroteam sieht die Eurozonen-Gesamtinflation bei 3,1% und die Kernrate bei 2,6% und damit leicht über den Konsenserwartungen. Das würde auf den bereits auffälligen Mai-Wert von 2,8% folgen und darauf hindeuten, dass die Disinflationstendenz ins Stocken gerät – was die EZB daran hindern dürfte, ihre Wachsamkeit zu reduzieren. Diese hartnäckige Inflation stützt unsere Einschätzung, dass die EZB die Option einer weiteren Zinserhöhung im September auf dem Tisch lässt.

Die klare Präferenz der EZB-Vertreter dürfte darin liegen, Inflationserwartungen durch eine hawkishe Kommunikation zu steuern. Diese Haltung sollte dem Euro gegenüber dem Dollar eine Untergrenze geben. Wir sehen das Abwärtspotenzial des EUR/USD-Paares auf das Niveau von 1,1300 begrenzt.

FX-Handelsstrategien rund um Sintra

Für Derivatehändler legt dieser Ausblick nahe, EUR/USD-Call-Optionen zu kaufen – mit einem Strike, der auf eine graduelle Erholung Richtung 1,150 im Juli abzielt. Der zuletzt starke US-Arbeitsmarktbericht mit über 250.000 neu geschaffenen Stellen im vergangenen Monat birgt weiterhin das Risiko einer Dollar-Stärke. Dieses Risiko lässt sich durch den Kauf schützender Put-Optionen oder durch eng gesetzte Stop-Loss-Marken bei Long-Positionen steuern.

Angesichts der erwarteten Unterstützung bei 1,130 bietet sich als weitere Strategie an, weit aus dem Geld liegende Put-Optionen mit einem Strike unterhalb dieses Niveaus zu verkaufen. Damit können Händler Prämien vereinnahmen – gestützt auf unsere Überzeugung, dass eine hawkishe EZB verhindern wird, dass das Währungspaar deutlich tiefer fällt. Historisch wurde das Sintra-Forum genutzt, um grundlegende geldpolitische Weichenstellungen zu signalisieren, wie 2022 zu beobachten war – und macht diese Woche damit entscheidend für die Marktrichtung.

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