Der HCOB Composite PMI für die Eurozone stieg im Juni auf 50 und lag damit über den Erwartungen von 49,5. Damit kehrte der Währungsraum an die Schwelle von 50 zurück – ein Signal für den Wechsel von Kontraktion zu einer marginalen Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im privaten Sektor.
Das Ergebnis für Juni folgt auf eine Phase, in der der Composite-Index unter 50 gelegen hatte. Die positive Überraschung deutet auf eine robustere kurzfristige Dynamik hin, als es die Prognosen vermuten ließen. Der PMI basiert auf Umfrageantworten aus Industrie und Dienstleistungen und gilt als zeitnaher Indikator für Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung.
Verbesserter Ausblick für die Eurozonen-Wirtschaft und die Asset-Märkte
Die Wirtschaft der Eurozone erreichte im Juni einen Stabilisierungspunkt: Der Composite PMI kam bei 50 herein und damit besser als die erwarteten 49,5. Diese positive Überraschung legt nahe, dass die jüngste Schwächephase ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte, und rückt damit eine mögliche Erholung in den Fokus. Wir werten dies als Signal, die Positionierung in den kommenden Wochen auf einen optimistischeren Europa-Ausblick auszurichten.
Die Daten kommen in einem anspruchsvollen Umfeld, da die Europäische Zentralbank (EZB) hartnäckige Inflation gegen schwaches Wachstum abwägen muss. Die jüngsten Eurostat-Daten zeigten eine Kerninflation von 2,7%, was weitere zeitnahe Zinssenkungen trotz der zuvor schwachen Konjunktur weniger wahrscheinlich macht. Der PMI-Wert untermauert das Argument für ein Abwarten der EZB, was kurzfristige Renditen am Anleihemarkt nach oben treiben könnte.
Als primären Weg, um von diesem potenziellen Wendepunkt zu profitieren, ziehen wir Call-Optionen auf den Euro Stoxx 50 in Betracht. Die verbesserte Stimmung, insbesondere im dominierenden Dienstleistungssektor, der nun bei 52,1 liegt, dürfte europäischen Blue Chips Rückenwind geben. Wir würden Out-of-the-money-Calls mit Laufzeiten im August und September bevorzugen, um eine anhaltende Aufwärtsbewegung zu adressieren.
Implikationen für Devisen- und Rentenmärkte
Am Devisenmarkt stärkt dies aus unserer Sicht den Euro gegenüber dem US-Dollar. Da die US-Notenbank Fed angesichts nachlassender US-Arbeitsmarktdaten für später im Jahr eine mögliche Pause signalisiert, schafft der positive Eurozonen-Wert eine Erzählung zunehmender geldpolitischer Divergenz. Wir würden bullische EUR/USD-Positionen strukturieren, vermutlich über Call-Spreads, um Prämienkosten zu begrenzen und zugleich eine Bewegung in Richtung 1,10 ins Visier zu nehmen.
Die geringere Wahrscheinlichkeit kurzfristiger EZB-Zinssenkungen spricht für eine Positionierung auf höhere Renditen. Wir würden Put-Optionen auf Bund-Futures prüfen, da eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen die Kurse von Staatsanleihen belasten dürfte. Historisch haben Übergänge von Kontraktion zu Stabilisierung – wie etwa Ende 2012 – häufig zu Abverkäufen bei Staatsanleihen geführt, wenn die Safe-Haven-Nachfrage nachlässt.
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