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Euro legt leicht zu, da geringere Erwartungen an Fed-Zinserhöhungen den Dollar belasten; Fokus richtet sich auf ISM-Daten zum Dienstleistungssektor

by VT Markets
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Jul 3, 2026

Der Euro legte am Freitag im europäischen Handel um 0,16 % auf etwa 1,1455 gegenüber dem US-Dollar zu, gestützt durch eine weniger restriktive Erwartungshaltung hinsichtlich einer strafferen Geldpolitik der US-Notenbank. Der US-Dollar-Index (DXY) gab um 0,15 % auf rund 100,70 nach, da der Greenback gegenüber anderen Währungen zurückblieb und die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung neu bewerteten.

Die am Markt implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Fed-Zinsschritt auf der September-Sitzung sank laut CME-FedWatch-Tool nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten auf 53,2 % von fast 64 % am Mittwoch. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) zeigte für Juni lediglich 57.000 neue Stellen gegenüber Prognosen von 110.000; zudem wurde der Mai auf 129.000 von zuvor 172.000 nach unten revidiert. Der Fokus richtet sich nun auf den US-ISM-Services-PMI für Juni, der am Montag veröffentlicht wird. Im Euroraum haben derweil Notenbanker signalisiert, dass Zweitrundeneffekte bei der Inflation bislang nicht zu erkennen seien, was die Erwartungen an den Zinskurs der Europäischen Zentralbank prägt.

Dollar-Schwäche und strategische Positionierung

Wir beobachten nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht eine deutliche Verschiebung der Marktstimmung. Der starke Rückgang der Erwartungen an eine Federal-Reserve-Zinserhöhung setzt den US-Dollar unmittelbar unter Druck. Daraus ergibt sich eine kurzfristige Gelegenheit, sich für weitere Dollar-Schwäche in den kommenden Wochen zu positionieren.

Angesichts der Unsicherheit über den nächsten Schritt der Fed halten wir den Kauf von EUR/USD-Call-Optionen für eine sinnvolle Strategie. Damit lässt sich an einem möglichen Aufwärtspotenzial des Währungspaars partizipieren, während das Risiko begrenzt bleibt, falls sich die US-Konjunkturdaten unerwartet deutlich erholen. Bei einer derzeit relativ niedrigen einmonatigen impliziten Volatilität von rund 6,8 % sind die Einstiegskosten für diese Optionen überschaubar.

Der Nonfarm-Payrolls-Wert von 57.000 ist ein deutliches Warnsignal, insbesondere im Vergleich zum robusteren Durchschnitt von über 200.000 neuen Stellen pro Monat, der sich in den Jahren 2024 und 2025 gezeigt hatte. Historisch ging eine derart ausgeprägte Verlangsamung des Stellenaufbaus häufig einem konjunkturellen Abschwung voraus – was der Marktsicht zusätzliche Plausibilität verleiht, dass die Fed ihren Straffungszyklus unterbrechen muss. Das macht Wetten gegen den Dollar attraktiver.

EZB-Vorsicht, US-Konjunkturdaten und Marktvolatilität

Allerdings ist auch der vorsichtige Ton der Europäischen Zentralbank zu berücksichtigen, der das Aufwärtspotenzial des Euro begrenzen könnte. Dass Vertreter bestätigen, Zweitrundeneffekte der Inflation seien bislang nicht eingetreten, deutet darauf hin, dass wenig Druck besteht, die eigene Zinspolitik rasch aggressiver auszurichten. Das bedeutet: Auch wenn der Dollar schwach ist, dürfte die Euro-Erholung nicht zwangsläufig explosiv ausfallen.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun vollständig auf die anstehenden US-ISM-Services-PMI-Daten für Juni. Ein Wert unterhalb der neutralen Marke von 50,0 würde eine konjunkturelle Abkühlung deutlich untermauern und dürfte die nächste Welle von Dollar-Verkäufen auslösen. Umgekehrt würde ein überraschend starker Wert – etwa oberhalb von 52,5 – das aktuelle Narrativ infrage stellen und könnte eine scharfe, wenn auch vermutlich nur vorübergehende Gegenbewegung auslösen.

Diese wachsende Divergenz zwischen schwachen US-Arbeitsmarktdaten und einer zögerlichen EZB ist ein idealer Nährboden für zunehmende Marktunruhe. Wir erwarten, dass der Deutsche-Bank-Index für FX-Volatilität, der zuletzt nahe mehrjährigen Tiefs um 6,1 notierte, wieder anziehen wird. Händler sollten sich daher auf größere Kursschwankungen einstellen und ihre Positionierung entsprechend anpassen.

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