EUR/USD setzte seine Gewinne die dritte Sitzung in Folge fort und notierte während des asiatischen Handels am Montag nahe 1,1390, während der Euro weiterhin anfällig für jede Verschiebung hin zu Safe-Haven-Nachfrage blieb, die den US-Dollar bei Nahost-Schlagzeilen stützen könnte. Im Fokus standen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, nachdem Reuters berichtete, beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die Feindseligkeiten im Golf zu pausieren und die Gespräche über die Straße von Hormus wieder aufzunehmen. Dem Schritt waren Vergeltungsschläge gefolgt, nachdem am Donnerstag ein iranisches Projektil ein Frachtschiff getroffen hatte, sowie gegenseitige Vorwürfe über Verstöße gegen eine am 17. Juni vereinbarte interimistische Waffenruhe; Delegationen sollen sich am Dienstag in Katar treffen.
Die Märkte verfolgten zudem die Erwartungen an die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, da nachlassende Energiepreise die kurzfristigen Inflationssorgen dämpften. Die Modellrechnungen der Commerzbank deuten darauf hin, dass die zugrunde liegende Inflation trotz niedrigerer Öl- und Gaspreise bis Jahresende nahe 3% bleiben dürfte, da Unternehmen aufgestaute Kostenbelastungen an Verbraucher weitergeben, und sie prognostiziert eine letzte Zinserhöhung im September. In der Struktur des Devisenmarkts entfiel 2022 auf den Euro ein Anteil von 31% an den globalen Devisentransaktionen mit einem durchschnittlichen täglichen Umsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar, während EUR/USD schätzungsweise 30% aller Trades ausmacht, gefolgt von EUR/JPY mit 4%, EUR/GBP mit 3% und EUR/AUD mit 2%.
Geopolitische Risiken und Strategien für kurzfristige Volatilität
Da das Währungspaar EUR/USD nahe 1,1390 Stärke zeigt, beobachten wir die für morgen, den 30. Juni, anberaumten Gespräche zwischen den USA und dem Iran sehr genau. Ein positives diplomatisches Ergebnis könnte die Safe-Haven-Attraktivität des US-Dollars schwächen und das Paar weiter nach oben treiben. Ein Scheitern dieser Gespräche birgt jedoch das erhebliche Risiko einer Flucht in sichere Häfen.
Die implizite Volatilität für kurzfristige EUR/USD-Optionen ist auf 8,2% von einem monatlichen Durchschnitt von 6,5% gestiegen, was darauf hindeutet, dass sich der Markt auf eine deutliche Bewegung einstellt. Wir sind der Ansicht, dass Trader Strategien wie Straddles oder Strangles in Betracht ziehen sollten, um von dem erwarteten Anstieg der Kursbewegung zu profitieren – unabhängig von der Richtung. Der Ausgang der Gespräche in Katar dürfte der unmittelbare Auslöser sein.
EZB-Ausblick und mittelfristige Marktpositionierung
Jenseits der Geopolitik sehen wir einen unterstützenden Ausblick von der Europäischen Zentralbank. Die jüngsten Eurostat-Daten zeigen, dass die Kerninflation (HVPI) im Euroraum im Mai mit 2,9% erhöht blieb, was die Ansicht stützt, dass eine weitere Zinserhöhung bevorsteht. Wir positionieren uns hierfür, indem wir Derivate prüfen, die von einem stärkeren Euro bis ins dritte Quartal profitieren.
An den Terminmärkten wird derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 70% für eine letzte Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte bis zur Septembersitzung eingepreist. Diese hawkishe Erwartung dürfte den Euro weiterhin fundamental stützen. Wir schlagen vor, länger laufende Call-Optionen auf EUR/USD in Betracht zu ziehen, um an dieser potenziellen, geldpolitisch getriebenen Stärke zu partizipieren.
Dem steht die Lage in den Vereinigten Staaten gegenüber, wo der jüngste Kern-PCE-Preisindex auf 2,7% abgekühlt ist und damit klar innerhalb der Toleranz der Federal Reserve liegt. Diese zunehmende geldpolitische Divergenz – eine weiterhin hawkishe EZB und eine neutrale Fed – ist ein zentraler Grund für unseren bullishen mittelfristigen Blick auf den Euro. Vor dem Hintergrund nachlassender US-Preisdynamik macht dies EUR/USD zu einer attraktiven Long-Position.
Angesichts dieser Divergenz prüfen wir zudem Zinsswaps und Terminkontrakte, die von der sich ausweitenden Zinsdifferenz zwischen dem Euroraum und den USA profitieren. Die wichtigsten Daten bleiben der nächste Inflationsausweis im Euroraum sowie jegliche Forward Guidance von EZB-Vertretern. Eine anhaltende Phase höherer europäischer Renditen relativ zu US-Renditen dürfte Kapitalzuflüsse in den Euro begünstigen.
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