EUR/USD gab am Montag leicht nach und notierte bei 1,1385, nachdem das Paar in der Nähe von 1,1430 gescheitert war. Das Währungspaar bewegt sich nahe den Jahrestiefs und steuert darauf zu, den Juni mit einem Minus von fast 2,30% zu beenden – der schwächste Monatsverlauf seit Juli vergangenen Jahres. Deutsche Daten vermochten die Stimmung kaum zu drehen: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai um 1,1%, nachdem sie im April nach einer Abwärtsrevision um 0,4% gefallen waren, und übertrafen damit die Prognosen, die einen Rückgang um 0,1% erwartet hatten. Auf 12-Monats-Sicht bis Mai legte der Konsum um 1,8% zu, nach einem Rückgang um 0,6% im April, teilte Destatis mit.
Der US-Dollar blieb durch die Marktbepreisung gestützt, wonach die Federal Reserve die Zinsen bereits im September anheben könnte. Zudem blockierte der Oberste Gerichtshof der USA den Versuch von US-Präsident Donald Trump, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was die Sorgen um die Unabhängigkeit der Zentralbank dämpfte. Bei gedämpfter FX-Volatilität richtet sich der Blick auf die US-Arbeitsmarktdaten – beginnend mit der Veröffentlichung der JOLTS-Stellenangebote am Dienstag und gipfelnd im Nonfarm-Payrolls-Bericht am Donnerstag; für Juni wird ein Beschäftigungsaufbau von 110.000 erwartet, nach 172.000 im Mai. Separat berichteten Medien, dass US- und iranische Unterhändler in Doha sind, um Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Zudem haben Ölpreise, die sich in etwa auf Vorkriegsniveau halten, dem Euro etwas Unterstützung gegeben.
Euro-Verwundbarkeit im Umfeld der Geldpolitik
Wir sehen den Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,0550 schwach gehandelt, womit sich der Abwärtstrend des Monats fortsetzt. Diese Schwäche hält trotz einiger stabiler Konjunkturdaten aus Deutschland an und deutet darauf hin, dass sich der Markt auf andere Faktoren konzentriert. Der zentrale Treiber bleibt der große Zinsabstand zwischen einer restriktiven Federal Reserve und einer vorsichtigeren Europäischen Zentralbank.
Der Dollar bezieht weiterhin Stärke aus der Erwartung, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten wird, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen, die derzeit bei 3,2% liegt. Für die Richtung erwarten wir Impulse vom Nonfarm-Payrolls-Bericht dieser Woche; die Prognosen liegen bei einem Beschäftigungszuwachs von rund 150.000 im Juni. Ein deutlich darüber liegender Wert könnte die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung verfestigen und den Dollar zusätzlich stützen.
Marktchancen und geopolitische Risiken
Da die implizite Volatilität an den Devisenmärkten ungewöhnlich niedrig ist, halten wir dies für einen günstigen Zeitpunkt, um über den Kauf von Derivate-Absicherungen oder über Richtungspositionierungen nachzudenken. Mit Blick auf die anstehenden Payrolls-Daten sehen wir Wert in kurzfristigen EUR/USD-Put-Optionen. Diese Strategie bietet eine Möglichkeit mit definiertem Risiko, zu profitieren, wenn ein starker Arbeitsmarktbericht das Paar unter die jüngsten Tiefs drückt.
Zudem beobachten wir die anhaltenden geopolitischen Spannungen in Osteuropa, die die Unsicherheit über die Energiepreise in Europa hoch halten. Jeder kräftige Anstieg bei Öl oder Erdgas würde die Wirtschaft der Eurozone überproportional belasten und den negativen Ausblick für den Euro untermauern. Historisch fielen Phasen erhöhter Energiepreisvolatilität häufig mit einer Underperformance des EUR gegenüber dem USD zusammen.
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