EUR/USD nahe 13-Monats-Tief, da US-Inflation Spekulationen auf Fed-Zinserhöhung anheizt und die EZB vorsichtig bleibt

by VT Markets
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Jun 26, 2026

EUR/USD rutscht ab, da sich die geldpolitische Korridor zwischen US-Inflation und Fed-Ausblick weiter öffnet

EUR/USD gab am Freitag im frühen asiatischen Handel auf etwa 1,1365 nach und hielt das Paar damit nahe einem 13‑Monats‑Tief um 1,1350, da die Märkte zunehmend zusätzliche US‑Zinserhöhungen einpreisten. Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick auf den Michigan Consumer Sentiment Index, der am Freitag veröffentlicht wird, nachdem neue Inflationsdaten den US‑Dollar gestützt hatten.

Im Mai stieg der Gesamtindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) um 4,1% gegenüber dem Vorjahr, nach 3,3% im April, und kletterte damit erstmals seit drei Jahren wieder über 4,0%, da höhere Energiepreise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt durchschlugen. Der Kern‑PCE erhöhte sich auf 3,4% nach 3,3% und markierte damit den höchsten jährlichen Kernwert seit Oktober 2023; Daten von CME FedWatch bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung am 15.–16. September auf knapp 63,4%. Der Euro stand zudem unter Druck durch Signale der Europäischen Zentralbank (EZB): Die EZB hob ihren Einlagensatz im Juni um 25 Basispunkte auf 2,25% an, während die Währungshüter einen maßvollen Umgang mit konfliktbedingten Spillover‑Effekten und der längerfristigen Inflationsdynamik im Euroraum signalisierten.

Anhaltende geldpolitische Divergenz spricht für weitere Euro‑Schwäche

Angesichts der zunehmenden geldpolitischen Divergenz zwischen einer restriktiven Federal Reserve und einer eher zurückhaltenden Europäischen Zentralbank rechnen wir mit anhaltender Schwäche im EUR/USD. Der Dollar gewinnt an Stärke, nachdem die PCE‑Inflation in den USA im Mai auf 4,1% sprang und die Märkte eine Zinserhöhung einpreisen. Wir sollten uns darauf positionieren, dass der Euro in den kommenden Wochen sein 13‑Monats‑Tief testet und potenziell unterschreitet.

Diese Divergenz ist inzwischen auch statistisch klar sichtbar. Während der US‑Kern‑PCE mit 3,4% ein Mehrjahreshoch erreichte, zeigen aktuelle Eurostat‑Flashschätzungen, dass der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Euroraum mit lediglich 2,9% deutlich zurückliegt. Dieser erhebliche Inflationsabstand verschafft der Fed ein klares Mandat zur Straffung, während die EZB vorsichtig bleibt.

Handelsstrategie: Optionen, Futures und Carry Trade

Wir prüfen daher den Kauf von EUR/USD‑Put‑Optionen mit Laufzeiten im August und September. Basispreise unterhalb der Marke von 1,1300, etwa 1,1250 und 1,1200, erscheinen attraktiv, um die nächste Abwärtsbewegung mitzunehmen. Diese Strategie ermöglicht es, von einem fallenden Euro zu profitieren und zugleich das maximale Risiko klar zu begrenzen.

Historisch haben Phasen ausgeprägter geldpolitischer Divergenz zwischen Fed und EZB zu anhaltenden Währungstrends geführt. Eine ähnliche Dynamik zeigte sich 2014–2015, als die Fed das Ende der quantitativen Lockerung signalisierte, während die EZB gerade erst mit ihrem eigenen Programm begann – EUR/USD fiel in weniger als einem Jahr um über 20%. Das aktuelle Setup, getrieben von Inflation und geopolitisch bedingten Energieschocks, weist ein ähnliches Muster auf.

Für Trader, die mit Hebel arbeiten möchten, bauen wir Short‑Positionen in EUR/USD‑Futures auf. Unmittelbares Ziel ist die psychologisch wichtige Marke von 1,1300, mit einem zweiten Zielbereich nahe 1,1240. Zur effektiven Risikosteuerung setzen wir einen engen Stop‑Loss oberhalb der jüngsten Konsolidierungszone.

Die Marktüberzeugung ist hoch: Das CME FedWatch Tool weist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 63,4% für eine Fed‑Zinserhöhung bei der Sitzung am 15.–16. September aus. Das ist ein starkes Signal, das sich aus unserer Sicht noch nicht vollständig im Wechselkurs widerspiegelt und weiteres Abwärtspotenzial eröffnet. Wir sehen darin einen Katalysator mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit für anhaltende Dollar‑Stärke.

Auf der anderen Seite deuten die Aussagen von EZB‑Präsidentin Lagarde auf eine geringe Bereitschaft hin, aggressiv auf den durch den Nahostkonflikt ausgelösten Energiepreisschock zu reagieren. Bei einem EZB‑Einlagensatz von nur 2,25% dürfte der wachsende Zinsvorteil zugunsten des Dollars den Euro weiter belasten. Damit erscheint das Halten von Short‑Euro‑Positionen als attraktiver Carry Trade.

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